Marleen Gründel

Der Dienstag im Überblick Porsches Börsenplan und Russlands Invasion

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit einem spektakulären Coup bei Porsche, einem geheimen Plan bei der Lufthansa und einem wilden Ritt an der Börse.

Vor rund einem Jahr hat das manager magazin erstmals Überlegungen aus dem Volkswagen-Vorstand an die Öffentlichkeit gebracht, die erfolgreichste Tochter des Konzerns zurück an die Börse zu führen. Inzwischen ist der Plan weitgehend durchdiskutiert: Vorstände und Aufsichtsräte sollen eine Abspaltung des Sportwagenherstellers Porsche nun offiziell prüfen, wie das Unternehmen heute mitteilte.

Angetrieben wird diese Idee von zwei verschiedenen Seiten: Zum einen verspricht sich VW-Chef Herbert Diess eine Wertsteigerung des gesamten Konzerns. Zum anderen wollen sich die Familien Porsche und Piëch damit endlich die Kontrolle über die Keimzelle ihres Autoimperiums zurückholen. Denn seit der gescheiterten VW-Übernahme durch Porsche gehört die Porsche AG dem Volkswagen-Konzern. Mithilfe des Börsengangs soll die Holding Porsche SE, die das Vermögen der Familien verwaltet, eine Sperrminorität an dem Sportwagenbauer erhalten – die Porsche AG würde zurück in die Familie kommen.

Fest steht momentan weder ein Termin für die entscheidende Aufsichtsratssitzung noch ein möglicher Zeitpunkt für den Gang aufs Parkett. Doch wie unser Kollege Michael Freitag erfahren hat, haben sich die Mächtigen im Hintergrund bereits auf ein Grundgerüst geeinigt. Die spektakulären Details des geplanten Porsche-Börsengangs erfahren Sie hier .

Clan-Chefs, an denen bald keiner mehr vorbeikommt: Hans Michel Piëch und Wolfgang Porsche sind Enkel des Autobauers Ferdinand Porsche

Clan-Chefs, an denen bald keiner mehr vorbeikommt: Hans Michel Piëch und Wolfgang Porsche sind Enkel des Autobauers Ferdinand Porsche

Foto: Niels Starnick / BILD am Sonntag

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Kriegsangst an den Börsen: Allen Warnungen zum Trotz hat Russlands Präsident Wladimir Putin die Entsendung von Truppen in den umkämpften Osten der Ukraine befohlen. Zugleich hat der Kreml-Chef die beiden von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiete Donezk und Luhansk als unabhängige Staaten anerkannt. Als Reaktion darauf hat Bundeskanzler Olaf Scholz das Genehmigungsverfahren für die umstrittene Gaspipeline Nord Stream 2 gestoppt. Auch die EU und die USA haben Sanktionen angekündigt. Die Börsen reagierten zunächst mit deutlichen Verlusten auf die Nachrichten aus Osteuropa. Der deutsche Leitindex Dax stürzte zeitweise auf das tiefste Niveau seit einem Jahr, bevor er sich wieder etwas erholte. Auch in Russland und Asien brachen die Aktienmärkte ein. Die Ölpreise klettern unterdessen weiter Richtung 100-Dollar-Marke.

  • Cum-Ex-Pate auf dem Weg nach Deutschland: Der Steueranwalt Hanno Berger wird an die deutsche Justiz überstellt. Das hat das Schweizer Bundesamt für Justiz heute entschieden. Berger gilt als das Mastermind der betrügerischen Cum-Ex-Geschäfte, mit denen der deutsche Fiskus jahrelang um Milliarden an Steuereinnahmen gebracht wurde. Er selbst bestreitet die Vorwürfe.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Lufthansas Geheimplan: Konzernchef Carsten Spohr möchte bekanntlich gern gemeinsam mit der Reederei MSC die italienische Airline Ita Airways übernehmen – eigentlich als Juniorpartner. Doch wie unser Kollege Michael Machatschke nun herausfand, verfolgt Spohr höhere Ziele: Der Kranich-Kapitän will mindestens die Mehrheit an der Alitalia-Nachfolgerin übernehmen, am liebsten sogar alle Anteile. Doch um dieses Ziel zu erreichen, ist er auf Hilfe des italienischen Reeders Gianluigi Aponte angewiesen. Alles über die geheimen Italien-Pläne der Lufthansa erfahren Sie hier .

  • Versicherer im Sturmtief: Gleich drei Stürme fegten in der vergangenen Woche über Deutschlands Dächer. Nach den Orkantiefs "Ylenia" und "Zeynep" richtete am Sonntagabend "Antonia" zahlreiche Schäden an. Die Einschläge kommen dabei immer näher. Schon 2021 war laut einer Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft mit 12,5 Milliarden Euro das teuerste Jahr für die Assekuranz. Allein "Ylenia" könnte deutsche Versicherer weitere rund 500 Millionen Euro kosten. Da die Abstände zwischen schadensarmen und schadensreichen Jahren immer kürzer werden, fordert der Verband nun die Einführung einer flächendeckenden Wohngebäudeversicherung.

Der Veranstaltungstipp des Tages:

  • Krisen nicht nur durchstehen, sondern gestärkt aus ihnen hervorgehen; hinderliche Antreiber erkennen; souverän die eigene Komfortzone verlassen – darum geht es im aktuellen Videokurs unserer Kollegen von manage › forward. In neun Modulen können Sie dort gemeinsam mit Executive Coach Karsten Drath eine ganz persönliche Strategie für mehr mentale Stärke und Resilienz entwickeln. Interessiert? Der-Tag-Leser erhalten mit dem Code DERTAG50 rund 50 Euro Rabatt! Hier finden Sie alle wichtigen Informationen dazu.

Meine Empfehlung für den Abend:

"Die Menschen überschätzten, was sie kurzfristig erreichen können und unterschätzten, was sie langfristig bewirken können": Dieser Spruch von Microsoft-Gründer Bill Gates ist ein Leitgedanke von GoStudent-Chef Felix Ohswald

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Foto: Stefan Knittel / picture alliance/dpa/GoStudent

Herzliche Grüße und einen schönen Feierabend, Ihre Marleen Gründel