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Christoph Rottwilm

Der Montag im Überblick 20 Milliarden für Porsche und 500 Millionen für Pink Floyd

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit dem größten Börsengang seit Jahren, dem ehemals wertvollsten Start-up Europas und einer der erfolgreichsten Bands der Welt.

Der größte Börsengang in Deutschland seit mehr als 25 Jahren steht jetzt kurz bevor: Wie Volkswagens Gremien am Sonntagabend beschlossen, wird die Porsche AG ihr seit Langem vorbereitetes Debüt am Aktienmarkt am 29. September geben, also Donnerstag in einer Woche. Dabei sollen stimmrechtslose Vorzugsaktien des Stuttgarter Sportwagenbauers im Volumen von bis zu 9,4 Milliarden Euro bei Anlegern platziert werden. Die Deutsche Telekom hatte 1996 Papiere im Wert von zusammen 9,65 Milliarden Euro platziert, seither gab es in dieser Größenordnung nichts mehr.

Dabei hat die Gesamttransaktion, die Volkswagen und Porsche im Zuge des Börsengangs durchziehen wollen, ein noch viel größeres Volumen. Schon vorige Woche hatte der Konzern PR-trächtig bekanntgegeben, dass Porsches Grundkapital in insgesamt 911 Millionen Aktien aufgeteilt wird, in Anspielung auf das berühmte Erfolgsmodell 911 aus Zuffenhausen. Bei diesen 911 Millionen Anteilsscheinen handelt es sich zur Hälfte um Vorzugsaktien und zur anderen Hälfte um Stammaktien. An den Aktienmarkt kommen lediglich 25 Prozent der stimmrechtslosen Vorzugsaktien, also insgesamt rund 114 Millionen Aktien, und zwar zu einem Kurs von bis zu 82,50 Euro das Stück. Daraus ergibt sich das Emissionsvolumen von bis zu 9,4 Milliarden Euro.

Parallel dazu veräußert Volkswagen jedoch auch noch gut 25 Prozent der Stammaktien des Unternehmens. Diese Papiere gehen an die Holding-Firma Porsche SE, die bereits Hauptaktionärin von Volkswagen ist. Hinter der Porsche SE wiederum stehen die Familien Porsche und Piëch. Sie erhalten auf diesem Wege zehn Jahre nach der Übernahmeschlacht um Volkswagen wieder direkten Einfluss auf die ertragsstarke Autofirma, die Familienahn Ferdinand Porsche vor vielen Jahrzehnten gegründet hatte. Weil die Stammaktien von Porsche etwas teurer sind als die Vorzugsaktien, bringt dieses Paket noch einmal weitere bis zu 10,1 Milliarden Euro auf die Waage.

Das Porsche-IPO mit allem Drumherum kommt also auf ein Volumen von beinahe 20 Milliarden Euro. Der Sportwagenbauer insgesamt wird dabei mit bis zu 75 Milliarden Euro bewertet. Wem das noch nicht genug wissenswerte Zahlen zum Börsengang des Jahres sind – auf manager-magazin.de gibt es weitere.

Auf der Zielgeraden: VW- und Porsche-Chef Oliver Blume will am 29. September die Erstnotiz an der Frankfurter Börse feiern

Auf der Zielgeraden: VW- und Porsche-Chef Oliver Blume will am 29. September die Erstnotiz an der Frankfurter Börse feiern

Foto:

Jan Huebner/Ulrich / imago images/Jan Huebner

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Vergangene Woche deuteten bereits steigende Insolvenzzahlen auf Probleme in der Baubranche hin. Heute kommt ein neuer Warnruf: Laut dem Münchener Ifo-Institut werden im Wohnungsbau immer mehr Aufträge storniert. Grund seien hohe Baukosten und steigende Kreditzinsen, so die Forscher. Die Erwartungen der Branche an die Zukunft, die das Ifo-Institut in einem eigenen Indikator verfolgt, sind so schlecht wie seit mehr als 30 Jahren nicht mehr.

  • Bessere Nachrichten kommen dagegen vom verarbeitenden Gewerbe, das sich allen Rezessionssorgen zum Trotz derzeit noch über eine Flut an Aufträgen freuen kann. Der Bestand an Bestellungen sei im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent gewachsen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es sogar einen Zuwachs von 12,6 Prozent. Die Betriebe kommen mit dem Abarbeiten der Orders kaum nach. Ob das Auftragspolster allerdings hilft, die drohende Rezession zu verhindern, erscheint Experten zufolge dennoch fraglich.

Was heute sonst noch wichtig war:

  • Steigende Preise für Gas, Strom und anderen Alltagsbedarf sind momentan das Thema Nummer eins in Deutschland und anderen Ländern. Viele Menschen bekommen Schwierigkeiten, ihre Rechnungen zu bezahlen. Umso besser, wenn man das Zahlungsziel mit einem Fingertipp unkompliziert verlängern kann. Der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna, bis vor Kurzem noch wertvollstes Start-up Europas, ermöglicht genau das seinen Kunden. Und weil diese davon momentan ausgiebig Gebrauch machen, ist Klarna in Schwierigkeiten geraten. Kollegin Sina Osterholt hat den Fall recherchiert und berichtet Ihnen, wie schlimm es um Klarna steht.

  • Die Beisetzung von Queen Elizabeth II. in London findet heute selbstverständlich auch bei uns ihre Würdigung. Anlässlich des Ereignisses in London, zu dem zahlreiche Staatsgäste einflogen und das von Menschen in ganz Großbritannien sowie rund um die Welt verfolgt wurde, haben die Royals eine neue Bildergalerie der verstorbenen Queen veröffentlicht. Sie finden sie auf manager-magazin.de.

Veranstaltungstipp:

  • Altersgemischte Teams – das klingt nach guter, diverser Zusammensetzung. Dennoch gibt es in solchen Gruppen viele Vorurteile über die verschiedenen Generationen. Da ist von bornierten Boomern, anspruchsvollen Millennials oder gar zu vielen Narzissten in der Generation Z die Rede. Dominieren solche Vorurteile, entgeht den Unternehmen wichtiges Potenzial. Wie Führungskräfte lernen, dieses Potenzial zu heben und die verschiedenen Generationen gut zu führen, erfahren Sie im virtuellen Event "Open House" unserer Kollegen vom Harvard Business manager. Am 22. September um 17 Uhr diskutieren Leadership-Professorin Jennifer Jordan und Generationen-Expertin Rachele Focardi zum Thema "Vier Generationen zusammen führen – wie Boomers, X, Y und Z gemeinsam zum Unternehmenserfolg beitragen". Die Veranstaltung wird von HBm-Redakteurin Christiane Sommer moderiert, hier geht es zur Anmeldung.

Meine Empfehlung für den Abend:

Katalog zu verkaufen: Pink Floyd in der Stammbesetzung mit David Gilmour, Roger Waters, Nick Mason und Richard Wright (✝) beim Auftritt 2005 in London (v.l.)

Katalog zu verkaufen: Pink Floyd in der Stammbesetzung mit David Gilmour, Roger Waters, Nick Mason und Richard Wright (✝) beim Auftritt 2005 in London (v.l.)

Foto:

JOHN D MCHUGH/ AFP

  • Pink Floyd, das ist eine Band, die 1965 gegründet wurde und deren Mitglieder zum Teil bereits verstorben oder seit vielen Jahren zerstritten sind. 2005 stand die Gruppe bei einer Wiedervereinigung in London letztmals in Stammbesetzung auf einer Bühne. Zugleich ist Pink Floyd aber auch eine Band, die momentan mit Interessenten über den Verkauf der Rechte an ihrer Musik verhandelt. Die Gespräche finden hinter verschlossenen Türen statt, aber ein möglicher Wert von 500 Millionen Dollar für den sogenannten "Back"-Katalog ist bereits an die Öffentlichkeit gedrungen. Wie kann es also sein, dass Pink Floyd heute noch eine halbe Milliarde Dollar wert ist? Wir haben uns in den boomenden Markt für Investments in Musikrechte begeben und nach einer Antwort auf diese Frage gesucht. Sie finden sie heute auf manager-magazin.de .

Beste Grüße, Ihr Christoph Rottwilm

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