Marleen Gründel

Der Tag im Überblick Eine Familienfehde à la Denver-Clan

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit einem machthungrigen Clan-Chef, einem in Geld schwimmenden Tesla-Chef und einer neuen DGB-Chefin.

Sie lieben Familienfehden à la Denver-Clan? Dann haben wir hier ein ganz besonderes Schmankerl für Sie: die Modekette Peek & Cloppenburg. Zunächst sollten Sie wissen, es gibt zwei Firmen mit diesem Namen. Die Schwesterfirmen P&C Nord mit Sitz in Hamburg und P&C West mit Sitz in Düsseldorf sind sich seit Jahrzehnten in gegenseitiger Abneigung verbunden. Doch das ist noch nicht alles. Auch innerhalb der Düsseldorfer Linie fliegen die Fetzen.

Patrick Cloppenburg, der jüngste Sohn des schwer erkrankten Patriarchen Harro Uwe, versucht mit allen Mitteln, sich und seiner Schwester Catharina die Macht über den verschachtelten Konzern zu verschaffen. Die Familie des Patriarchen hält 75 Prozent der Anteile, die restlichen 25 Prozent liegen in den Händen von rund 80 Verwandten, die schon jetzt kaum etwas zu sagen haben. Nun versucht der Clanchef die Sippschaft aus dem Unternehmen zu drängen.

Die Verwandten sollen für wenig Geld ihre Anteile an Tochterfirmen an eine Gesellschaft mit Sitz im Schweizer Niedrigsteuerkanton Zug verkaufen. Dort will der 39-Jährige die neue Schaltzentrale von P&C West errichten – die selbstverständlich er selbst kontrolliert. Die Gebote haben Anwälte der Minderheitsgesellschafter bereits als "absurd" bezeichnet. Doch in Zeiten pandemiebedingt niedriger Erträge und einem Geschäftsmodell, das aus der Zeit zu fallen droht, könnten sie für das ein oder andere Familienmitglied vielleicht doch noch von Interesse sein.

Unser Kollege Martin Mehringer hat die Familienfehde für Sie aufgeschrieben und erklärt, wie Cloppenburg seine Mitgesellschafter brüskiert .

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Reichster Mann der Welt: Elon Musk schreibt mit Tesla (Erfolgs-)Geschichte

Reichster Mann der Welt: Elon Musk schreibt mit Tesla (Erfolgs-)Geschichte

Foto: MICHELE TANTUSSI / REUTERS
  • Reich, reicher, Elon Musk: Der Tesla-Chef ist mit einem Vermögen von 237 Milliarden Dollar derzeit der reichste Mensch der Welt. Ende dieses Jahres werden es wohl noch einmal etliche Milliarden mehr sein. Wie der US-Sender CNN berichtet, wird Musk im laufenden Jahr weitere vier Aktienoptions-Tranchen erhalten, weil Tesla die vereinbarten Finanzziele erreichen wird. Damit hat Musk das Recht, Aktien seines Unternehmens zu einem Preis von 70,01 US-Dollar zu erwerben – bei einem aktuellen Kurs von 920 Dollar je Tesla-Aktie kein schlechtes Geschäft.

  • Spekulativ, volatil, Bitcoin: Im September vergangenen Jahres hat El Salvador als erstes Land der Welt die Kryptowährung als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt. Nun fordert der Internationale Währungsfonds (IWF) den mittelamerikanischen Staat auf, der Cyberdevise diesen Status wieder zu entziehen. Mit der Verwendung seien große Risiken verbunden – für die Finanzstabilität, die finanzielle Integrität und den Verbraucherschutz, kritisiert der IWF.

Die Personalie des Tages:

  • Führungswechsel beim Deutschen Gewerkschaftsbund: Yasmin Fahimi soll neue Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes werden. Mit der SPD-Politikerin an der Spitze würde erstmals eine Frau den DGB führen. Fahimi war lange Zeit für die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie tätig und sitzt seit 2017 im Bundestag. Der bisherige Vorsitzende Reiner Hoffmann scheidet aus Altersgründen aus.

Langjährige Erfahrung als Gewerkschafterin und Politikerin: SPD-Politikerin Yasmin Fahimi

Langjährige Erfahrung als Gewerkschafterin und Politikerin: SPD-Politikerin Yasmin Fahimi

Foto: Andre Germar / imago images/Andre Germar

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Lehren aus dem Wirecard-Skandal: Seit eineinhalb Jahren steht Stevan van Rijswijk an der Spitze der niederländischen Großbank ING. Der CEO schlägt nach den Verlusten durch die Wirecard-Pleite einen vorsichtigen Kurs ein und zieht sich aus unprofitablen Märkten lieber zurück. Seinen Mitarbeitern rät er zudem, Kredite nur an Unternehmen zu vergeben, die sie richtig verstehen. Warum sich die Bank auch beim Thema Kryptowährungen zurückhält, hat van Rijswijk unserer Kollegin Katharina Slodczyk im Interview erzählt .

  • Transparenz für den Bundestag: Seit dem 1. Januar gibt es in Deutschland das neue Lobbyregister. Dort müssen sich alle professionellen Interessenvertreter registrieren, wenn sie mit Politkern sprechen möchten. Noch gibt es allerdings relativ wenige Einträge. Das Bußgeld von maximal 50.000 Euro wird große Konzerne auch kaum abschrecken. Hartmut Bäumer, Deutschland-Chef der Antikorruptionsorganisation Transparency International, erklärt im Interview mit unserem Kollegen Helmut Reich, was Philipp Amthor mit dem Gesetz zu tun hat und warum es deshalb dringend überarbeitet werden muss.

Meine Empfehlung für den Abend:

Das wird nichts mehr: "Scheitere lieber schnell und dann kümmere dich um die nächste große Idee" - ein Leitspruch aus dem Silicon Valley

Das wird nichts mehr: "Scheitere lieber schnell und dann kümmere dich um die nächste große Idee" - ein Leitspruch aus dem Silicon Valley

Foto:

Jonathan Kirn / Getty Images

  • Vielleicht kennen Sie das aus Ihrem eigenen Unternehmen: Viele Projekte werden weiter vorangetrieben, obwohl sie nicht mehr ganz so vielversprechend aussehen wie ursprünglich angenommen. Je näher der Launch-Termin rückt, desto unwilliger sind viele Managerinnen und Manager, alles noch einmal auf den Prüfstand zu stellen. Damit werden allerdings Ressourcen für Ideen gebunden, die in der Priorisierung schon weiter oben stehen. Im schlimmsten Fall wird so das ganze Unternehmen gefährdet. Wie stoppt man Projekte rechtzeitig? Das erfahren Sie hier am Beispiel von Sony Ericsson .

Herzliche Grüße und einen entspannten Feierabend, Ihre Marleen Gründel

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