Eva Buchhorn

Der Freitag im Überblick: Eine aufgekratzte Hightech-Zeremonie in Peking

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit der Eröffnung der 24. Olympischen Winterspiele in China, einem Kurssprung für Amazon und Immobilienfieber in der virtuellen Welt.

Heute ist einer dieser Tage, an dem selbst die Unsportlicheren unter uns sich gerne von der Neugier auf ein spektakuläres Wettkampfereignis anstecken lassen würden: In Peking wurden die 24. Olympischen Winterspiele eröffnet. Ab 13 Uhr unserer Zeit zogen die Athletinnen und Athleten vor leeren Zuschauerrängen ins Nationale Hallenstadion der chinesischen Hauptstadt ein, bejubelt von unablässig tanzenden und winkenden chinesischen Statisten. Doch die aufgekratzte Hightech-Zeremonie ließ keinen Moment vergessen, unter welch schwierigen Bedingungen die Spiele stattfinden – nicht nur wegen Corona.

Zunehmend problematisch wird die Lage in China auch für westliche Sportartikelhersteller, allen voran Adidas und Nike. Die in Asien einst so begehrten Marken verlieren auf ihrem wichtigsten Absatzmarkt an Boden. Ein Grund: Sie haben im vergangenen Jahr gegen Zwangsarbeit Stellung bezogen. In der Folge boykottierten chinesische Kunden die Läden, der Absatz von Adidas und Nike brach empfindlich ein.

In die Lücke vorgestoßen sind zwei lokale Größen: Anta Sports und Li Ning Sie statten die chinesische Mannschaft mit Kleidung für die Spiele aus und finden hier die perfekte Bühne, um sich der Weltöffentlichkeit vorzustellen. Denn Anta und Li Ning haben große Pläne: Sie wollen nicht nur in der Volksrepublik massiv wachsen, sondern auch in Europa und Nordamerika. Adidas-CEO Kasper Rorsted hat also allen Grund dazu, sich warm anzuziehen. Genug Auswahl hat er ja.

Schick auf den Weltmarkt: Olympische Kreationen der chinesischen Sportmarke Anta

Schick auf den Weltmarkt: Olympische Kreationen der chinesischen Sportmarke Anta

Foto: VCG / VCG via Getty Images

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • 5,1 Prozent Inflationsrate – so etwas hat in der Bundesrepublik 30 Jahre lang nicht gegeben. Unternehmen und Privatanleger sind gleichermaßen aus der Übung: Wie kann die Wirtschaft mit der historischen Teuerungsrate umgehen? Wie können Anleger ihr Vermögen schützen? Unsere Kollegen Mark Böschen, Martin Noé und Sven Clausen haben sich darüber intensiv Gedanken gemacht. Ihre Erkenntnisse diskutieren sie in der heutigen Folge unseres wöchentlichen Podcasts "Das Thema".

Alles ganz schön bunt hier: So sieht Las Vegas im Metaversum aus

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Meine Empfehlungen für das Wochenende:

  • Es klingt immer noch ziemlich verrückt: Da geben Menschen Millionen aus, um sich Häuser oder gleich ganze Straßen zu kaufen, die sie niemals werden betreten können. Jedenfalls nicht physisch, sondern nur mithilfe elektronischer Avatare. Doch das Immobilienfieber im Metaversum ist real, wie unser Kollege Kai Lange beschreibt. Er hat sich zwei Plattformen in der virtuellen Welt angesehen, auf denen sich gelangweilte Superreiche und Profi-Investoren mit gut gefüllten Krypto-Geldbörsen gegenseitig die Filetstücke abjagen. Mehr als 500 Millionen Dollar wurden im "Decentraland" und der "Sandbox"  schon durch den Verkauf virtueller Grundstücke umgesetzt, die Preise steigen ständig. Die Wette ist immer dieselbe: Wenn der Besucheransturm auf den virtuellen Rummelplätzen erst richtig losgeht, sorgen die Investoren für das Entertainment – mit Einkaufszentren, Spielhallen, Schönheitstempeln, Konzertstadien.

  • Gerade unter Stress stellt uns unser Gehirn gerne mal ein Bein: Aus einem Problem wird eine Krise, aus einer Krise eine Katastrophe – und nach einem kritischen Satz des Chefs wähnen wir uns schon halb auf dem Arbeitsamt. Wie können wir solche Denkfallen überwinden? Wie bleiben wir gelassen, wenn andere den Kopf verlieren? Diesen Fragen widmen sich meine Kollegen von manage › forward in einem kostenlosen Webinar mit Executive Coach Karsten Drath. Hier können Sie sich anmelden!

Herzliche Grüße und einen entspannten Abend, Ihre Eva Buchhorn