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Kai Lange

Der Donnerstag im Überblick Oliver Blumes Prinzipien und ein historischer Zinsschritt

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit den Führungsprinzipien des VW-Chefs, einer historischen Zinserhöhung der EZB und dem Rückzug eines Online-Autohändlers aus Deutschland.

Der neue Volkswagen-Chef Oliver Blume hat gleich an seinem ersten Tag im neuen Amt das Topmanagement zusammengerufen, um eine Art Regierungserklärung abzugeben. Im Kutschenmuseum von Lissabon hat Blume unter tosendem Beifall seine Führungsprinzipien erklärt, die er selbst seine "Big Five" nennt. Damit setzt Blume den Ton für seine Amtszeit.

Unser Kollege Michael Freitag hat Blumes "Big Five" für Sie zusammengefasst: Dem neuen Chef geht es darum, das Profil aller zehn Konzernmarken zu schärfen und daraus zusätzliche Profitquellen zu erschließen. Zudem will Blume die künftigen Modelle stärker vom Kunden aus denken und die Qualität der Produkte verbessern: Dazu gehört auch die Rückkehr der berühmten Abnahmefahrten, bei denen Hunderte VW-Mitarbeiter neue Modelle bei teils extremen Wetterbedingungen testen.

Weiterhin will Blume das Teamplay verbessern und das Unternehmertum im Riesenkonzern VW fördern: Er will nur Leitplanken setzen, denn die Marken wüssten selbst, wie sie das Beste herausholen. Natürlich steht auch das Thema Nachhaltigkeit auf der Agenda des neuen VW-Chefs: Wie Blume Volkswagen mithilfe der "Big Five" zum Erfolg führen will, lesen Sie hier.

"Leadership vorleben": Der neue Volkswagen-Chef Oliver Blume schwört sein Management auf eine neue Kultur ein

"Leadership vorleben": Der neue Volkswagen-Chef Oliver Blume schwört sein Management auf eine neue Kultur ein

Foto: Sebastian Gollnow / picture alliance/dpa

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • EZB wagt den großen Zinsschritt: Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins im Euro-Raum um 0,75 Prozentpunkte auf jetzt 1,25 Prozent angehoben. Es ist die größte Zinserhöhung seit Bestehen des Euro. EZB-Chefin Christine Lagarde stellte weitere Zinserhöhungen in Aussicht, um die Rekordinflation in der Eurozone zu bekämpfen. Die Währungshüter erwarten für das laufende Jahr eine Inflationsrate von 8,1 Prozent. Der Dax baute seine Verluste nach der EZB-Entscheidung aus und notiert nur noch knapp über seinem Jahrestief.

  • Habeck verspricht Energie-Schutzschirm für Unternehmen: Angesichts steigender Strom- und Gaspreise hat Wirtschaftsminister Robert Habeck den Unternehmen in Deutschland Hilfen zugesagt. "Wir werden die deutschen Unternehmen und den deutschen Mittelstand schützen", sagte Habeck in der Haushaltsdebatte im Bundestag. Staatliche Programme, um die Energiekosten der Industrie zu dämpfen, sollen nun auch für kleinere und mittlere Unternehmen geöffnet werden. Die Subventionen sollen für eine begrenzte Zeit ausgezahlt werden, um eine Pleitewelle in Deutschland zu verhindern.

  • Ökonomen erwarten Rezession in Deutschland: Trotz verschiedener Hilfs- und Entlastungspakete der Politik wird die deutsche Wirtschaft in eine Rezession rutschen. Dies erwarten die Ökonomen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. Wegen der hohen Energiepreise und ihrer Folgen werde die Wirtschaftsleistung in Deutschland im kommenden Jahr um 0,7 Prozent zurückgehen, so die Erwartung des IfW. Mit den hohen Importpreisen für Energie rolle eine "konjunkturelle Lawine" auf Deutschland zu.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Autohändler Cazoo zieht sich aus Deutschland zurück: Cazoo-Chef Alex Chesterman hatte große Pläne mit dem Online-Autohändler und Auto1-Konkurrenten Cazoo. Doch wie Leser des manager magazins bereits seit Wochen wissen, muss Cazoo jetzt ein paar Gänge herunterschalten. Das Unternehmen hat Informationen unseres Kollegen Christoph Seyerlein jetzt bestätigt, dass sich Cazoo aus Deutschland zurückzieht und nur noch in Großbritannien die Geschäfte weiterführt. Bis Ende 2023 will der Autohändler so aus den roten Zahlen kommen. Zudem will sich Cazoo künftig aufs Kerngeschäft konzentrieren: Dem Ankauf, der Aufbereitung und Vermarktung von Gebrauchtwagen.

Meine Empfehlung für den Abend:

Einmal vollmachen: Wallboxen können E-Autos mit Strom füllen - und unter Umständen auch das eigene Konto mit Geld

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Foto: Martin Bäuml Fotodesign / IMAGO
  • Windige Deals mit der Wallbox: Eine Prämie für Elektroauto-Ladestationen sorgt für Aufregung. Wer eine Ladestation hat und diese auch anderen Fahrerinnen und Fahrern von Elektroautos zur Verfügung stellt, kann dank des sogenannten THG-Quotenhandels mehrere Hundert Euro aus dem staatlich regulierten Emissionshandel kassieren. Die Sache, erst seit Kurzem öffentlich bekannt, hat nicht nur einen merkwürdigen Namen. Die Gesetzgebung dazu hat auch manche Lücke. Mehrere Anbieter nutzen die Schlupflöcher bereits für ihre Geschäfte. Über die dubiosen Deals mit den E-Auto-Ladestationen berichtet meine Kollegin Anna Driftschröer.

Herzlich, Ihr Kai Lange

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