Corinna Scheying

Newsletter "Der Tag" Hyperhybrid, Superfood und ein gefallener Mobility-Star

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit dem Hybrid-Tesla vom Bodensee, dem Absturz von Uber und einem Feldversuch auf der ehemaligen Windhorst-Farm in Sambia.

Vor fünf Jahren schien Uber kurz davor, die ganze Mobilitätswelt zu erobern. In schwindelerregendem Tempo wuchsen Umsatz und Finanzierung des kalifornischen Start-ups und der Traum, ein Amazon für Mobilität zu werden, schien zum Greifen nah. Nur sind seither auch die Verluste gewachsen, auf mittlerweile über 21 Milliarden Dollar. Von der ursprünglichen Vision einer Multimobilitätsplattform der Zukunft ist nur noch wenig übrig – der Taxidienst krankt, die Abteilungen für autonomes Fahren und Flugtaxis hat CEO Dara Khosrowshahi verkauft.

Vom Versprechen der schönen neuen Uber-Welt bleibt das Liefergeschäft. Uber soll künftig "alles" liefern, "was man in seinem Haus haben möchte", lockt Khosrowshahi die Investoren. Allerdings ist auch in diesem hochdefizitären Geschäft die Konkurrenz mörderisch. Mein Kollege Jonas Rest hat das Lehrstück über einen Markt im Hyperwettbewerb dokumentiert. 

Mission verfehlt: Uber-CEO Dara Khosrowshahi sollte das Geld der Risikokapitalgeber retten

Mission verfehlt: Uber-CEO Dara Khosrowshahi sollte das Geld der Risikokapitalgeber retten

Foto:

Akio Kon / Bloomberg

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Per Instagram-Selfie haben FDP und Grüne von der Aufnahme ihrer Koalitionsgespräche Kunde getan. Die beiden kleinen Parteien können bei den Regierungsverhandlungen SPD und Union gehörig unter Druck setzen – ein klassisches Dilemma aus der Spieltheorie. Wir haben Verhaltensökonom Axel Ockenfels gefragt, welche Strategie bei derartigen Verhandlungen zum Erfolg führt, wo die Fallstricke sind – und welche Optionen SPD und Union haben.

  • Mit der berauschenden Story von einer Riesenfarm in Sambia begeisterte Investor Lars Windhorst Investoren. Doch das Gewinnversprechen seines Hochrisikoprojekts namens Amatheon konnte mit der Realität nicht mithalten, Windhorst selbst stieg aus. Nun wollen neue Eigentümer mit neuer Strategie endlich Geld verdienen. Ein Ortsbesuch auf dem afrikanischen Megaacker für Chili, Quinoa und Chia. 

Meine Empfehlung für den Abend:

Innovation aus Österreich: Die Firma Obrist hat ein Tesla Model 3 umgerüstet

Innovation aus Österreich: Die Firma Obrist hat ein Tesla Model 3 umgerüstet

Foto: Marcel Hagen / Obrist
  • Der Elektroantrieb als Schlüssel zur grünen Autozukunft - bei Obrist in Österreich bezweifelt man das. Die Ingenieure vom Bodensee halten die handelsüblichen Elektro- und Hybridmotoren für wenig effizient, insbesondere wegen der notwendigen schweren Batterien. Als Antwort darauf haben sie einen eigenen Hybridantrieb entwickelt, der ohne die Schwächen der Konkurrenz auskommen soll. Und um zu demonstrieren, dass das Konzept praktikabel ist, haben die Österreicher ihren "Hyperhybrid powertrain" in so etwas wie das gegenwärtige Vorzeigemodell unter den Elektroautos eingebaut – einen Tesla Model 3.

Herzlich, Ihre Corinna Scheying

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