Marleen Gründel

Der Freitag im Überblick Künstlerische Aufsteiger und erratische Absteiger

Jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit den Picassos der Zukunft, den Entlassungen der Gegenwart und dem CEO der Vergangenheit.

Ein Warhol langweilt Sie, einen Monet haben Sie schon längst in Ihrem Salon hängen? Vielleicht sind diese Kunstwerke aber auch außerhalb ihrer Budgetvorstellungen, schließlich ging das Bild "Shot Sage Blue Marilyn" von Andy Warhol jüngst für satte 195 Millionen Dollar über den Auktionstisch – das zweitteuerste jemals versteigerte Kunstwerk.

Stattdessen sollten Sie sich dringend einmal bei jungen Künstlerinnen und Künstlern wie der US-Amerikanerin Avery Singer, dem Schweizer Nicolas Party oder Aboudia Diarrassouba aus der Elfenbeinküste umschauen. Diese aufstrebenden Schöpfer waren im vergangenen Jahr die größten Gewinner im wackeligen Kunstmarkt, wie unser Kunstexperte Roman Kräussl berichtet. Kräussl erstellt seit 2015 exklusiv für manager magazin den Kunstindex, indem er jährlich mehr als fünf Millionen Verkäufe von mehr als 700 Auktionshäusern analysiert.

Sein Fazit: Im vergangenen Jahr hat der Börsen- und Krypto-Crash den Kunstmarkt heftig erschüttert, die Preise für ehemalige Sammler-Lieblinge wie Basquiat, Banksy oder Beeple stürzten ab. Viele junge Talente konnten sich dagegen behaupten. Das Spitzentrio aus Warhol, Claude Monet und Pablo Picasso thront allerdings mächtiger als je zuvor über allem. Wer die größten Aufsteiger sind, wer die größten Umsatzverlierer und wer zu den teuersten Künstlern der Welt gehört, erfahren Sie im neuen mm-Kunstindex mit umfangreichen Tabellen und Grafiken. 

Aufsteigerin: US-Künstlerin Avery Singer entwirft ihre Werke am Rechner. Sie gehört zu den Top 20 der größten Gewinner am Auktionsmarkt, die für Investoren besonders attraktiv sind.

Aufsteigerin: US-Künstlerin Avery Singer entwirft ihre Werke am Rechner. Sie gehört zu den Top 20 der größten Gewinner am Auktionsmarkt, die für Investoren besonders attraktiv sind.

Foto: Brad Ogbonna / Redux / laif

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Chefwechsel bei Twitter: Nach einem halben Jahr gibt Elon Musk endlich die Führung bei dem Kurznachrichtendienst ab. Übernehmen soll eine Frau, den Namen hat der umstrittene Multimilliardär noch nicht verraten. Verschiedenen Medienberichten zufolge soll es sich um die NBC-Werbeexpertin Linda Yaccarino handeln. Keine leichte Aufgabe, schließlich hat Musk mit seiner erratischen Führung eine große Zahl Werbekunden verprellt.

  • Subventionspaket für Northvolt: Die Befürchtungen waren groß, ob der Batteriehersteller nach Ankündigung des milliardenschweren US-Subventionspakets "Inflation Reduction Act" seine geplante Fabrik nicht doch lieber in den USA hochzieht statt im schleswig-holsteinischen Heide. Nun hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck seinerseits Förderungen zugesagt – und Northvolt-CEO Peter Carlsson bekennt sich zu Heide. Das Werk in den USA ist damit allerdings noch nicht vom Tisch.

  • Entlassungen bei P&C: Der angeschlagene Modehändler will 350 der 1500 Jobs in der Düsseldorfer Zentrale streichen. Unseren Informationen zufolge laufen ähnliche Entlassungswellen auch bei wichtigen Tochtergesellschaften von Peek & Cloppenburg. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kaufhäusern sollen dagegen nicht betroffen sein.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Die Milliardenwette der Lebensmittelindustrie: Mithilfe von Vertical Farming soll die immer weiter wachsende Weltbevölkerung auch in Zukunft ernährt werden können. Auch der Handelsgigant Lidl prüft den Einstieg in die vermeintliche Zukunftstechnik, wie wir jüngst an dieser Stelle berichtet hatten.  In einer neuen Folge unseres Podcasts "Das Thema" klärt Handelsexpertin Margret Hucko über die Hightech-Variante der guten, alten Gewächshäuser auf.

  • Der mögliche Börsengang der OLB: Stefan Barth hat die Oldenburgische Landesbank auf links gedreht. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Institut eine Eigenkapitalrendite von satten 15 Prozent, der Nettogewinn stieg um gut 70 Prozent auf knapp 200 Millionen Euro. Meine Kollegin Katharina Slodczyk berichtet, wie der CEO die OLB nun an die Börse bringen will – trotz der aktuellen Krise im Bankensektor. 

  • Der Mehrwert von KI: Es gibt wohl kaum noch ein Unternehmen, dass derzeit nicht mit künstlicher Intelligenz experimentiert. Aber welche Investitionen lohnen sich wirklich, welche sind nur Zeitverschwendung? Die Kollegen vom Harvard Business manager haben für Sie eine Checkliste erstellt, mit der Sie erkennen können, ob sie auf das richtige Projekt setzen. 

Die besten Originaltexte aus dem "Economist":

Meine Empfehlung für den Abend:

Umstritten: Herstellern ungesunder Speisen drohen Werbeverbote

Umstritten: Herstellern ungesunder Speisen drohen Werbeverbote

Foto:

Matthias Tödt / picture alliance / ZB

  • Bevor Sie es sich heute Abend mit Ihrer Familie und einem Stück Schokolade auf der Couch gemütlich machen, lege ich Ihnen noch dieses Interview ans Herz: Unser Handelsinsider Martin Mehringer hat mit dem langjährigen Ferrero-Manager Enrique Strelow über dessen Forderung gesprochen, Werbung für Süßigkeiten, die sich an Kinder richtet, zu verbieten. Als Brancheninsider weiß Strelow, wovon er spricht – und ihm geht die Forderung von Bundesernährungsminister Cem Özdemir nicht weit genug. Strelow fordert: "Werbung für Süßwaren, Alkohol und Tabak sollte generell verboten werden." Wie er zu der Einschätzung kommt, warum er seine Zeit bei Ferrero bereut und warum wir Menschen den Reizen der Lebensmittelkonzerne so schlecht widerstehen können, lesen Sie hier.

Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende, Ihre Marleen Gründel

Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de .

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