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Marleen Gründel

Der Montag im Überblick Die Meisterin der Kläger und der Meister des Marketings

Marleen Gründel
Von Marleen Gründel, Redakteurin manager magazin
Jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit einer Staranwältin, die sich mit dem reichsten Mann der Welt anlegt, einem Unternehmer, der mit seinem Marketingkonzept für Aufsehen sorgt, und einem Finanzchef, der das eigene Unternehmen verklagt.

Liebe Leserin, lieber Leser,

die US-Techbranche steht vor der größten Massenentlassung des Jahres. Nach dem Stellenabbau bei Microsoft, Snap und Twitter sollen nun auch beim Facebook-Konzern Meta mehrere Tausend Stellen gestrichen werden, wie verschiedene US-Medien berichten. Es wäre der erste umfassende Personalabbau in der 18-jährigen Geschichte des Unternehmens.

Meta-Chef Mark Zuckerberg stellt sich dabei hoffentlich klüger an als der neue Twitter-Chef Elon Musk, der die Mitarbeiter Ende vergangener Woche in einer Rundmail über ihre Kündigung informiert hatte. Denn eigentlich müssen große Unternehmen ihre Beschäftigten entweder rechtzeitig über Massenentlassungen informieren oder Abfindungen zahlen. Bei Twitter war das offenbar teilweise nicht der Fall. Deswegen haben einige Twitter-Mitarbeiter nun eine Sammelklage eingereicht.

Vertreten werden sie von keiner geringeren als der US-Staranwältin Shannon Liss-Riordan, besser bekannt als "Sledgehammer Shannon" ("Vorschlaghammer-Shannon"). Die bekannte Arbeitsrechtlerin zwang bereits zahlreiche US-Techriesen in die Knie. Unsere Kollegin Anna Driftschröer hat die Ausnahmejuristin und Kämpferin für die Arbeitnehmerrechte hier für Sie porträtiert.

Legt sich mit dem reichsten Mann der Welt an: Staranwältin Shannon Liss-Riordan vertritt die Twitter-Kläger

Legt sich mit dem reichsten Mann der Welt an: Staranwältin Shannon Liss-Riordan vertritt die Twitter-Kläger

Foto: Jim Davis / Boston Globe via Getty Images

Übrigens: Wie Sie Entlassungen und andere Krisen nicht nur durchstehen, sondern gestärkt aus ihnen hervorgehen, hinderliche Antreiber erkennen und souverän die eigene Komfortzone verlassen, erklärt Ihnen ein neuer Videokurs unserer Kollegen von manage › forward. In neun Modulen können Sie dort gemeinsam mit Executive Coach Karsten Drath eine ganz persönliche Strategie für mehr mentale Stärke und Resilienz entwickeln. Der-Tag-Leser erhalten mit dem Code "DERTAG50" 50 Euro Rabatt! Hier gibt es weitere Informationen.

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Chaos bei Corestate: In der Führungsetage der Immobilienfirma brodelt es gewaltig. Finanzchef Udo Giegerich hat eine Klage gegen das eigene Unternehmen eingereicht. Wie unsere Kollegin Hannah Steinharter erfahren hat, wehrt sich der CFO gegen eine Abmahnung. Das angeschlagene Unternehmen steckt offenbar in Finanzierungsschwierigkeiten, Gläubiger fordern den Einsatz eines Restrukturierungsexperten. Doch Corestate-Chef Stavros Efremidis ist dagegen und steht anscheinend so sehr unter Druck, dass er ständig seine Mitarbeiter anbrüllt.

  • Geldwäsche bei der Deutschen Bank: Die Finanzaufsicht Bafin droht dem Geldinstitut mit Zwangsgeldern, falls es die regulatorischen Vorgaben in Sachen Geldwäsche nicht fristgerecht umsetzt. Die Maßnahme ist die jüngste Eskalation im jahrelangen Ringen um wirksame Kontrollen bei der Deutschen Bank. Bisher glänzt das Institut in dieser Angelegenheit leider nur mit Dilettantismus.

  • Exportrückgang in China: Erstmals seit mehr als zwei Jahren sind die Exporte der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt im Oktober gesunken. Auch die Einfuhren entwickelten sich rückläufig. Pekings strikte Null-Covid-Politik bremst die heimische Wirtschaft, zusätzlich belastet eine schwere Immobilienkrise. Die Schwäche Chinas bekommt auch Deutschland deutlich zu spüren.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Das CO2-Feuerwerk der Superreichen: Passend zu der am Sonntag gestarteten Weltklimakonferenz im ägyptischen Scharm el Scheich hat die Nichtregierungsorganisation Oxfam die CO₂-Emissionen der 125 reichsten Menschen der Welt untersucht. Demnach verursachen die Milliardäre nicht nur durch ihren eigenen Konsum mit Privatjets, Jachten und Luxusvillen Emissionen, sondern auch durch ihre Investments.

  • Das Geschäftsmodell der Deutschland AG: Drei starke Säulen des deutschen Geschäftsmodells brechen derzeit weg: günstige Energie aus Russland, Sicherheit und Verteidigung aus den USA sowie die Wachstumslokomotive China. Deutschland läuft nun Gefahr, die massivsten Wohlstandsverluste seit Generationen zu erleben. Walter Sinn, Deutschlandchef der Unternehmensberatung Bain & Company, erklärt in einem Gastbeitrag, in welchen fünf Bereichen die Politik umsteuern muss, um den erreichten Wohlstand langfristig zu sichern.

Das Neueste aus dem Harvard Business manager:

  • Diversität in Aufsichtsräten: In viele Führungsetagen hat das Thema Diversität eine hohe Priorität. Nicht nur der politische Druck wächst, inzwischen belegen auch viele Studien, dass heterogene Gruppen die Qualität der Entscheidungsfindungen erhöhen. Auf die Unternehmensergebnisse schlägt das allerdings häufig nicht durch. Unsere Kolleginnen und Kollegen vom Harvard Business manager geben Entscheidungsträgern Empfehlungen, wie sie das ändern können .

Meine Empfehlung für den Abend:

Anpassungsfähiger Geschäftsmann: Engin Ergün nennt seine Zielgruppe liebevoll die "Bros", das ist Rappersprech für Brüder – Schwestern heißen Sis oder sind bei den Bros gleich mitgemeint.

Anpassungsfähiger Geschäftsmann: Engin Ergün nennt seine Zielgruppe liebevoll die "Bros", das ist Rappersprech für Brüder – Schwestern heißen Sis oder sind bei den Bros gleich mitgemeint.

Foto: Max Slobodda für manager magazin
  • Der Meister des Marketings: Vielleicht kennen Sie ihn von ihren pubertierenden Kindern, vielleicht haben Sie ihn sogar schon einmal selbst probiert: den 4Bro Ice Tea Bubble Gum. Der pinkfarbene Eistee schmeckt in der Tat in erster Linie nach Kaugummi, ist dennoch oder gerade deswegen aber sehr beliebt bei der jungen, Social-Media-affinen Zielgruppe. Engin Ergrün hat die Eisteemarke 4Bro 2020 gegründet und traf damit den Nerv der Teenager. Das Getränk ist hierzulande sogar beliebter als Red Bull oder Monster. Noch in diesem Jahr will Ergrün die Umsatzmarke von 100 Millionen Euro knacken. Kollege Finn Walter hat den Firmengründer im nordrhein-westfälischen Lünen besucht und beschreibt, wie Ergrün als Gastarbeiterkind den Aufstieg schaffte und was Unternehmerinnen und Unternehmer von seiner Strategie lernen können .

Herzliche Grüße und einen schönen Feierabend, Ihre Marleen Gründel

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