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Kai Lange

Der Tag im Überblick Baumeister der Meta-Welt, Zahlenzauber in der Apple-Welt

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit einem realen Goldrausch im digitalen Metaversum, einer bitteren Werftpleite in Deutschland und einem sagenhaften Zahlenspiel bei Apple.

Steht ihr Haus schon im Metaversum? Die Frage ist weniger verrückt, als sie klingt. Immer mehr Menschen und Unternehmen treiben sich in der virtuellen Parallelwelt herum, in die allein Facebook-Chef Mark Zuckerberg im vergangenen Jahr zehn Milliarden Dollar investiert hat. Die Folge des Hypes: Die Grundstückspreise schießen im digitalen Jenseits durch die Decke, ganz wie im richtigen Leben.

An Ideen, um im Virtuellen ganz reales Geld zu verdienen, mangelt es nicht. Findige Unternehmen wie die US-Firma Matterport vermessen schon jetzt mit 3-D-Kameras reale Gebäude, um sie dann digital nachzubauen. Das kann Vorteile haben: Falls Sie ihr Zuhause beispielsweise mal komplett umräumen wollen, können Sie erst einmal ihr Avatar-Ego auf dem neuen Sofa virtuell Probe liegen lassen, bevor Sie sich beim Möbelrücken einen Bandscheibenvorfall holen.

Neben Facebook – Entschuldigung, die heißen inzwischen natürlich "Meta" – bauen zahlreiche Konzerne am Internet der Zukunft mit. Der Software-Riese Microsoft etwa bastelt mit seiner 3-D-Konferenzsoftware "Mesh" an einer Business-Parallelwelt. Sie können also künftig entspannt im Homeoffice bleiben und ihren Avatar ins Büro schicken. Auch Gaming-Firmen wie Roblox oder Chiphersteller wie Nvidia investieren kräftig.

Wenn Sie nun schon Ihren Umzug ins Virtuelle planen oder zumindest Ihr Geld dort anlegen wollen – wir haben ein paar Tipps für Sie, welche Baumeister des Metaversums schon jetzt reale Renditechancen bieten. 

Virtuelle Parallelwelt: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg steckte allein 2021 zehn Milliarden Dollar in den Aufbau des Metaversums, wo Kunden künftig nicht nur spielen, sondern vor allem Geld ausgeben sollen

Virtuelle Parallelwelt: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg steckte allein 2021 zehn Milliarden Dollar in den Aufbau des Metaversums, wo Kunden künftig nicht nur spielen, sondern vor allem Geld ausgeben sollen

Foto: youtube.com/meta

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Punktsieg für Djokovic: Der serbische Tennisprofi Novak Djokovic darf sein Quarantänehotel verlassen und nach Australien einreisen, obwohl er keinen Impfnachweis gegen das Corona-Virus erbracht hat. Für die Regierung ist die Entscheidung des Gerichts in Melbourne hochnotpeinlich. Für viele Menschen, die wegen der Pandemie monatelang von ihren Familien getrennt waren, ist sie ein Schlag ins Gesicht. Djokovic wird nun wahrscheinlich bei den Australian Open antreten können. Ob er nach seinem umstrittenen Punktsieg vor Gericht auch beim Publikum punkten kann, bleibt offen.

  • Aus für die MV Werften: Die MV Werften in Mecklenburg-Vorpommern haben Insolvenz angemeldet. Damit verlieren 1900 Werftarbeiter in Rostock, Wismar und Stralsund vorerst ihre Jobs. Der Bund und das Land wollten die Werft mit Steuergeld stützen, doch der asiatische Eigentümer Genting Hongkong zog nicht mit. Dadurch wird nun auch das größte Vorhaben der Werften erst einmal nicht gebaut: die "Global Dream I", das größte Kreuzfahrtschiff der Welt.

  • 280 Milliarden Dollar Schäden durch Naturkatastrophen: Stürme, Feuer und Hochwasser haben im vergangenen Jahr weltweit Schäden von 280 Milliarden Dollar angerichtet. Weniger als die Hälfte davon war versichert, berichtet der weltgrößte Rückversicherer Munich Re. Der Klimawandel zwingt nun auch die Versicherer, neu zu kalkulieren.

  • Neuer Chef für Ford Deutschland: Der Autohersteller Ford bündelt sein Pkw-Geschäft in Europa und Deutschland unter einer neuen Führung. Ab Mitte des Jahres übernimmt der langjährige Audi-Manager Martin Sander den Chefsessel.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Kantersieg für Apple: Der iPhone-Konzern kann mit einem Börsenwert von rund 3 Billionen Dollar vor finanzieller Kraft kaum noch gehen. Umso erstaunlicher ist, dass sich Apple im milliardenschweren Streaming-Wettlauf noch immer vornehm zurückhält. Warum beim Streaming eher Netflix, Amazon und Disney im Rampenlicht stehen und sich Apple-Chef Tim Cook lieber Backstage aufhält, haben unsere Kollegen vom britischen Economist erklärt.

    Apropos Tim Cook: Der Mann führt Apple seit etwas mehr als zehn Jahren und hat im vergangenen Jahr rund 100 Millionen Dollar verdient. Die Börsenbewertung von Apple ist im gleichen Zeitraum um 2,7 Billionen Dollar gestiegen . Das wiederum bedeutet: Während der 3800 Tage, an denen Cook im Amt ist, ist der Börsenwert von Apple im Durchschnitt JEDEN TAG um 700 Millionen Dollar gestiegen. JEDEN Tag. Und wenn Sie jetzt schon den Taschenrechner in der Hand haben, um das zu überprüfen, rechnen Sie auch gleich mal aus, was aus 1000 Euro Einsatz in Apple-Aktien im Laufe von 10 Jahren geworden wären. Bei einer Rendite von durchschnittlich 33 Prozent – pro Jahr. Die Zahl ist groß genug, um Cook sein astronomisches Einkommen zu gönnen.

Meine Empfehlung für den Abend:

  • Von nun an können Sie diesen Newsletter auch hören. Unseren "Der Tag"-Podcast finden Sie täglich ab 18 Uhr auf manager-magazin.de und überall, wo es Podcasts gibt, zum Beispiel bei Spotify  und Apple . Hören Sie doch mal rein!

Herzlich, Ihr Kai Lange

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