Lukas Heiny

manage:mobility Daimlers Wiedergeburt

Liebe Leserin, lieber Leser,

unsere Themen in dieser Woche:

- Wie Ola Källenius den Daimler-Konzern umkrempelt.

- Wohin VDA-Chefin Hildegard Müller wechseln könnte.

- Wie die Städte die Scooter-Betreiber zurückdrängen.

Ich wünsche viel Spaß mit der ersten Ausgabe unseres Mobility-Newsletters, mit der unser Team aus erfahrenen Redakteurinnen und Redakteuren Sie nun jeden Donnerstag früh morgens über exklusive Recherchen, aktuelle Trends und die wichtigsten News informieren wird. Damit Sie früher und besser Bescheid wissen. Gern auch direkt in Ihr Postfach (hier geht es zur Anmeldung).

Top-Thema: Daimlers Wiedergeburt

"Ich habe eine leichte nordische Ader in meiner Persönlichkeitsstruktur": Daimler-CEO Ola Källenius

"Ich habe eine leichte nordische Ader in meiner Persönlichkeitsstruktur": Daimler-CEO Ola Källenius

Foto:

Daniel Delang für manager magazin

Daimler-Chef Ola Källenius baut den Autokonzern radikal um, inklusive Aufspaltung, hartem Sparprogramm und Ende für den Verbrennermotor. Und das Ganze ohne Krach. Die Investoren sind begeistert, und selbst Betriebsratschef Michael Brecht spricht in Bezug auf Källenius und Finanzvorstand Harald Wilhelm von "einem der besten Führungsduos, die Daimler je hatte". Wie der Manager agiert und Kurs hält, beschreiben Margret Hucko und Michael Freitag: Daimlers eiskalter Engel. 

Köpfe: Müller ++ Stars ++ Diess ++ Schäfer ++ Rawlinson

Persönliche Energiewende? VDA-Chefin Hildegard Müller könnte Karriere beim Stromkonzern machen

Persönliche Energiewende? VDA-Chefin Hildegard Müller könnte Karriere beim Stromkonzern machen

Foto: Sven Hoppe / picture alliance/dpa
  • Deutschlands oberste Autolobbyistin, VDA-Chefin Hildegard Müller, ist eine der Topkandidatinnen für einen Topjob in einem 20-Milliarden-Euro-Konzern: Die frühere CDU-Politikerin steht nach den Recherchen meines Kollegen Dietmar Student auf der Shortlist für den CEO-Job  beim Energieversorger EnBW, der im Herbst 2022 frei wird.

  • Hauke Stars, bis vor einem Jahr Vorständin der Deutschen Börse, soll in den Vorstand von Volkswagen  einziehen und dort das neue Ressort IT und Organisation übernehmen. Allerdings hängt die Personalie an einer anderen....

  • ...nämlich der von Herbert Diess. Dessen Managementstil – Leadership by provocation – hat zum Vertrauensbruch im Aufsichtsrat und auf Arbeitnehmerseite geführt. Im Wolfsburger Klassenkampf wird Diess zur Last für den Konzern.  Es gehe um dessen "allerallerallerletzte Chance", zitiert mein Kollege Michael Freitag einen Insider.

  • Nebenan, bei Continental in Hannover, hat Finanzvorstand Wolfgang Schäfer übrigens am Mittwoch nach außerordentlicher Sitzung des Aufsichtsrats seinen Job verloren. Gefeuert wegen Stichworten, die man in Wolfsburg nur allzu gut kennt: Dieselskandal, Abschaltvorrichtung, staatsanwaltliche Ermittlungen. Im O-Ton der Conti-Aufseher: "Defizite bei der andauernden Aufklärung".

  • Peter Rawlinson, CEO von Lucid Motors, legte erstmals seit dem Spac-Börsengang im Sommer Quartalszahlen vor. Zwar fehlt weiter der Beweis, dass der E-Autobauer ein belastbares Geschäftsmodell hat (erst Anfang des Monats hat Rawlinson die ersten Autokäufer persönlich begrüßt), aber der Börsenkurs explodierte: Lucid ist 92 Milliarden Dollar wert, mehr als BMW, Ford oder GM.

Zahl der Woche: 110.000

Mindestens so viele, zumeist elektrische Shared Motorroller surren über die Straßen dieser Welt. Die drittmeisten übrigens in Deutschland (13.000), nur in Spanien und Taiwan gibt es mehr. 

Unternehmen: Deutz ++ Stellantis ++ Lufthansa

Fossil: Bislang baut man bei Deutz in Köln nur zu vier Prozent grüne Aggregate

Fossil: Bislang baut man bei Deutz in Köln nur zu vier Prozent grüne Aggregate

Foto: Nils Hendrik Mueller / Deutz
  • Der Kölner Motorenbauer Deutz wird künftig, na klar, mehr grüne Motoren bauen. Statt mit Diesel sollen schon 2031 mehr als die Hälfte der verkauften Maschinen mit Wasserstoff oder Strom betrieben werden. Das sei für Deutz "eine einmalige Chance", sagte CEO Frank Hiller meinem Kollegen Christoph Neßhöver.

  • Der Protest gegen die "Zerschlagung" von Opel hatte Erfolg. Die Werke in Rüsselsheim und Eisenach sollen nicht ausgegliedert werden, wie der Mutterkonzern Stellantis zeitweise geplant hatte. Die Belegschaft soll zum Jahresbeginn wieder vollständig an die Bänder zurückkehren.

  • Die Lufthansa hat erstaunlich schnell die Staatshilfen zurückgezahlt, doch ein Zurück ins alte Geschäftsmodell wollen die Investoren nicht. Im Aufsichtsrat steigt der Druck auf Konzernchef Carsten Spohr, sich besser auf die neue Mobilitätswelt einzustellen. Heißt: andere Buchungssysteme, bessere Verbindungen, womöglich Abkehr vom klassischen Drehkreuzmodell. 

Neue Mobilitätswelt: E-Scooter ++ Leihfahrräder ++ Schnellzüge

"Unhaltbare Zustände": Wie hier in Berlin sieht auch es bisweilen auch in Düsseldorf, Köln, Hamburg oder München aus.

"Unhaltbare Zustände": Wie hier in Berlin sieht auch es bisweilen auch in Düsseldorf, Köln, Hamburg oder München aus.

Foto: Jochen Eckel / imago images
  • Europaweit gehen zahlreiche Städte gegen die Wild-West-Manier der Scooter-Verleiher vor. Mit Parkverboten, Geschwindigkeitsbegrenzungen und drastisch erhöhten Gebühren versuchen die Kommunen, Ordnung ins Elektroroller-Chaos zu bringen. An diesem Donnerstag will etwa Düsseldorf die Flotten in der Stadt halbieren.

  • Angesichts dieser Lage können gute Kontakte in die Stadtverwaltungen nicht schaden. Marktführer Tier Mobility hat sie sich gerade eingekauft, quasi auf dem Gepäckträger des lokal sehr gut vernetzten Leihfahrradanbieters Nextbike, den die Berliner übernehmen.

  • Für Reisen quer durch Europa steigen die meisten Menschen in Auto oder Flugzeug. Die Angebote von Deutscher Bahn, SNCF, ÖBB und anderen sind zu teuer, die Fahrpläne sind zu wenig abgestimmt, die Buchungen zu umständlich. Die EU will den Verkehr in Hochgeschwindigkeitszügen bis 2030 verdoppeln – auch um die ambitionierten Klimaziele überhaupt erreichen zu können. Warum das noch ein sehr weiter Weg ist, lesen Sie hier. 

Deep Drive: Studie der Woche

Das Fraunhofer Institut ISI in Karlsruhe hat – auf Basis von Daten der Rewe-Gruppe – erforscht, ob batteriegetriebene Lkw schon heute den Lieferverkehr ersetzen könnten.  Ergebnis: Technisch geht das im städtischen Verkehr fast immer, im Regionallieferverkehr auf der Hälfte der Strecken. Und bei immerhin 42 Prozent der betrachteten Fahrzeuge wäre die Batterie-Variante heute auch schon ökonomisch attraktiver. Fußnote: allerdings nur, wenn die staatliche Förderung so hoch bleibt wie sie aktuell ist.

Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Newsletter haben, schreiben Sie uns an gern an manage.mobility@manager-magazin.de . Ebenso natürlich, wenn Sie Hinweise oder Anregungen zu Recherchen haben. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Geisterfahrer der Woche

Foto:

Delivery Hero / dpa

Niklas Östberg, CEO von Delivery Hero (eines Dax-Konzerns also, der selbst noch nie Gewinn gemacht hat und rund 32 Milliarden Euro wert ist), kommentiert den Hype um den amerikanischen Elektroautobauer Rivian. Das Start-up, seit einer Woche an der Börse, war dort zwischenzeitlich mehr wert als Volkswagen. Östberg trocken via Twitter : "Und ich dachte, Essenslieferdienste wären eine gute Idee..."

Wir wünschen Ihnen eine bewegte Woche!

Herzliche Grüße, Ihr Lukas Heiny

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