Jonas Rest

manage:mobility Batterie-Nöte und Robo-Lkw

Liebe Leserin, lieber Leser,

unsere Themen der Woche:

  • Warum der Autoindustrie noch zehn Jahre Batterie-Engpässe drohen

  • Wieso Dieter Zetsche Top-Verdiener bei Mercedes-Benz bleibt

  • Wie Einride für seine autonomen Lkw einen neuen Beruf erschafft

Ich wünsche viel Spaß mit der neuen Ausgabe unseres wöchentlichen Mobility-Newsletters.

Top-Thema: Northvolts Gigafactory und die Batterie-Not

Gigameister mit düsterer Prognose: Northvolt-CEO Peter Carlsson

Gigameister mit düsterer Prognose: Northvolt-CEO Peter Carlsson

Foto: Tove Eriksson / AFP

Northvolt-CEO Peter Carlsson (51) will in Heide in Schleswig-Holstein ab 2026 Batterien für Millionen Elektroautos bauen. Seine Gigafactory ist eines der größten deutschen Industrieprojekte der Nachkriegszeit. Im Gespräch  mit Margret Hucko und Michael Freitag verrät er, warum er das Werk ohne seinen Investor Volkswagen baut, was ihn zügig an die Börse treibt – und wieso der Autoindustrie bei ihrer Transformation noch harte Zeiten bevorstehen.

Köpfe: Zetsche ++ Diess ++ Danielski

Bleibt Top-Verdiener: Ex-Daimler-Boss Dieter Zetsche

Bleibt Top-Verdiener: Ex-Daimler-Boss Dieter Zetsche

Foto: JOHN MACDOUGALL/ AFP
  • Dieter Zetsche (68) schied zwar bereits im Mai 2019 als Vorstandsvorsitzender der Daimler AG aus, und sein Russland-Kurs macht dem Unternehmen heute Probleme. Trotzdem verdiente er 2021 mehr als fast jeder andere Mercedes-Manager .

  • Herbert Diess (63) wird für die stark verbesserten Geschäftszahlen von VW mit einer Gehaltserhöhung belohnt: Inklusive den Aufwendungen für die Altersvergütung stiegen die Bezüge des Volkswagen-Konzernchefs im Jahr 2021 auf 10,3 Millionen Euro.

  • Annette Danielski (56), Finanzchefin bei Traton, freut sich über ein so gut wie noch nie gefülltes Auftragsbuch. Nun erhöht Volkswagens Truck-Tochter die Investitionen in Elektro-LKWs bis 2026 um eine Milliarde Euro auf 2,6 Milliarden Euro.

Unternehmen: Mercedes-Benz ++ BMW ++ Volkswagen ++ Ford

Made in the USA: Mercedes-Benz produziert in Alabama nun auch Batteriezellen für den EQS-SUV

Made in the USA: Mercedes-Benz produziert in Alabama nun auch Batteriezellen für den EQS-SUV

Foto: STAFF / REUTERS
  • Mercedes-Benz hat die erste Batteriefabrik in den USA eröffnet. Das Werk in Bibb County im Bundesstaat Alabama soll die Akkus für die elektrischen SUV liefern, die Mercedes künftig im nahen Tuscaloosa bauen will. Das Ziel der vollelektrischen SUVs "Made in the USA" ist allerdings noch entfernt. In die Batteriezellenfertigung einsteigen wird Mercedes dort erst Mitte des Jahrzehnts.

  • BMW will gemeinsam mit Partnern fünf Gigafabriken für Elektroauto-Batterien aufbauen. Das erklärte der Konzern am Mittwoch. Details: noch unklar. Wegen des Ukraine-Kriegs erwarten die Münchener für 2022 eine etwas niedrigere Gewinnmarge als die 10,3 Prozent 2021: zwischen 7 und 9 Prozent werde die Rendite liegen

  • Ford rückt näher an Volkswagen heran: Der US-Autobauer will künftig ein zweites E-Auto auf Basis der VW-Elektroplattform MEB bauen. Zwischen 2023 und 2029 will der Autobauer 1,2 Millionen dieser Stromer in Köln herstellen.

  • Auch Volkswagen und Toyota müssen ihre Produktion in China mindestens für einige Tage stoppen. Die Ausbreitung der Omikron-Variante sorgt für Lockdowns.

New Mobility: Robo-Trucks ++ Uber +++ Volvo +++ Starbucks

Robo-LKW: Zur Fernsteuerung der Laster stellt Einride nun Trucker ein

Robo-LKW: Zur Fernsteuerung der Laster stellt Einride nun Trucker ein

Foto: Jonas Ingman @ Bruksbild/ dpa
  • Das autonome Trucking-Startup Einride aus Schweden stellt erfahrene Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer  ein. Name des neuen Berufs: "Remote Pod Operator". Die Trucker sollen die Robo-Lkw im Zweifel aus der Ferne lenken. Meine Kollegin Margret Hucko hat das Start-up im vergangenen Jahr porträtiert: "Göttin Thor aus der Trucker-Welt ".

  • Volvo und Starbucks kooperieren beim Aufbau eines Schnellladenetzes. In einem ersten Pilot werden 60 Schnellladestationen an 15 Starbucks-Filialen  zwischen Denver und Seattle aufgebaut. Die begleitende Botschaft: Es sei gut denkbar, dass ähnliche Kooperationen  bald folgen werden.

  • Der Fahrdienst Uber reagiert auf die hohen Spritpreise. In den USA und Kanada erhebt Uber einen "vorübergehenden Treibstoffzuschlag " von 45 bis 55 Cent pro Fahrt. In Deutschland sei der Preis gar um 80 Cent pro Fahrt erhöht worden, so ein Uber-Sprecher auf mm-Anfrage. Das gilt auch für Fahrten mit Elektro-Autos.

Deep Drive: Corsa-Fahren kostet 600.000 Euro

Was kostet es eigentlich, sein ganzes Leben lang Golf, Corsa oder Mercedes GLC zu fahren? Das hat ein Forscherteam um Professor Stefan Gössling von der schwedischen Lund-Universität berechnet. Resultat: Bei einer typischen deutschen Fahrleistung von 15.000 Autokilometern pro Jahr liegen die Gesamtkosten des Autobesitzes über die gesamte Lebensdauer (50 Jahre) zwischen 599.082 Euro für einen Opel Corsa und 956.798 Euro für einen Mercedes GLC . Ein Golf kommt auf 644.551 Euro. Fazit: Der Besitz eines Privatfahrzeugs sei mitunter so teuer wie das Wohnen – auch wenn die Kosten ganz anders eingeschätzt würden.

Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Newsletter haben, schreiben Sie uns an gern an manage.mobility@manager-magazin.de . Ebenso natürlich, wenn Sie Hinweise oder Anregungen zu Recherchen haben. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Zahl der Woche: 50 Prozent

Neuseeland halbiert  die Fahrpreise für den öffentlichen Nahverkehr – als Reaktion auf die stark gestiegenen Benzinkosten. So solle für Familien eine Alternative zu teuren Tankrechnungen geschaffen werden – und nebenbei würden die CO2-Emissionen reduziert. Das ist übrigens auch sozial gerechter  als das alleinige Subventionieren von Diesel- und Benzin-Tankfüllungen.

Geisterfahrer der Woche

Foto: Brendan Smialowski / AFP

Tesla-CEO Elon Musk (50) weiß auch den Ukraine-Krieg für die eigene Selbstdarstellung zu nutzen. Erst hatte er Russlands Präsidenten Wladimir Putin (69) "zu einem Kampf von Mann zu Mann" herausgefordert, "Einsatz: Ukraine". Daraufhin hatte Ramsan Kadyrow (45), Machthaber in Tschetschenien und bekannt als Putins "Bluthund", einen halben Essay  dazu verfasst, wieso Putin "Elona" fertig machen würde. Nun legte der Tesla-Boss, der sich auf Twitter nun Elona Musk nennt, nach: Wenn Putin Angst habe, würde er auch "nur mit der linken Hand"  kämpfen. Sicher ist: Eher gibt es den Zweikampf tatsächlich als Twitter-Trends ohne Elon Musk.

Ich wünsche Ihnen eine friedliche Woche!

Herzlichst, Ihr Jonas Rest