Christoph Rottwilm

Der Montag im Überblick Effizienz statt Verteilung, dienen statt anleiten

Jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit dem Blick in Deutschlands Zukunft, Mietern in Sorge und Führungskräften in neuer Rolle.

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Jahreswechsel ist die Zeit der Rück- und Ausblicke. Unser Kolumnist Henrik Müller hat aus dem Grund das Fernglas mit besonders großer Reichweite zur Hand genommen: Er fragt sich (und Sie), wie Deutschland eigentlich in 30 Jahren aussehen soll.

Müllers Bestandsaufnahme zum Auftakt 2023 stimmt mit Blick auf diese Überlegung nicht allzu optimistisch: Nach drei Jahren Pandemie, Krieg, Energiekrise und geopolitischer Zeitenwende ist Verunsicherung zum Dauerzustand geworden. Jahrzehntelange Gewissheiten gelten plötzlich nicht mehr. So haben sich die Bundesbürger etwa angewöhnt, eine gute Wirtschaftsentwicklung als gesetzt anzunehmen. Anstatt über Effizienz und Dynamik zu diskutieren, drehte sich die öffentliche Debatte nur noch um Verteilung, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit.

Das muss sich nun wohl ändern. Deutschland braucht einen Innovationsschub, konstatiert Müller. Eine Runderneuerung der in die Jahre gekommenen Wirtschaftsstrukturen. Zwar verfügt das Land über einen leistungsfähigen Wissenssektor als Basis für den Neustart. Mehr Individualismus, Unternehmer- und Entdeckergeist sowie eine allgemein optimistische Orientierung werden jedoch ebenfalls benötigt. Zudem sind grundlegende Herausforderungen wie der demografische Wandel oder die Umstellung auf neue Energien noch längst nicht gemeistert.

Die OECD forderte die Bundesrepublik übrigens kürzlich ebenfalls auf, eine Vision "Deutschland 2030 und 2050" zu entwickeln. Henrik Müllers Beitrag dazu lesen Sie hier. Und schreiben Sie uns gerne an chefredaktion@manager-magazin.de , was aus Ihrer Sicht in solch einer Zukunftsvision stecken sollte.

Zukunftssuche: Deutschland braucht eine Vision für die kommenden Jahrzehnte

Zukunftssuche: Deutschland braucht eine Vision für die kommenden Jahrzehnte

Foto: imago/Westend61

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Was heute sonst noch wichtig war:

  • Seit Anfang Dezember gilt bereits ein EU-Embargo für russisches Öl, das per Tanker geliefert wird. Nun trat auch der Verzicht auf Rohöl, das per Pipeline aus Russland kommt, in Kraft. Die EU-Politik will auf diese Weise Moskaus Kriegsfinanzierung unterminieren. Doch was bedeuten die Maßnahmen für die Versorgung hierzulande und für den Ölpreis? Wir beantworten die wichtigsten Fragen und Antworten.

  • Managerin Vanessa Stützle hat den vorläufigen Höhepunkt ihrer Karriere erreicht: Die ehemalige Digitalchefin der Parfümeriekette Douglas, die zuvor schon bei Esprit und S. Oliver Station gemacht hatte, ist seit drei Monaten Chefin des Lampenhändlers Luqom. Dort will sie beweisen, dass sie mehr kann, als Traditionsunternehmen zu digitalisieren, schreibt Kollege Martin Mehringer in seinem Kurzporträt . Noch arbeitet sich Stützle bei Luqom ein, das Fernziel hat sie aber schon im Blick: Die 44-Jährige soll das Unternehmen an die Börse bringen.

Endlich Nummer eins: Die ehemalige Douglas-Digitalchefin Vanessa Stützle führt seit drei Monaten den Lampenhändler Luqom

Endlich Nummer eins: Die ehemalige Douglas-Digitalchefin Vanessa Stützle führt seit drei Monaten den Lampenhändler Luqom

Foto: PR

Meine Empfehlung für den Abend:

  • Wer in Fragen des Managements oder der Mitarbeiterführung auf dem neuesten Stand bleiben möchte, ist beim Harvard Business manager stets an der richtigen Adresse. Das Jahr beginnen die Kollegen mit ihrer "Winter School", einer Reihe der wichtigsten Artikel über Teamführung, Strategie, Diversity, Nachhaltigkeit und Change-Management. Den Auftakt macht heute ein Text über den jüngsten Trend in der Führung: das Coaching. Die Erwartungen an Führungskräfte haben sich verschoben, heißt es darin. Sie sollen dienen statt anleiten, zuhören statt Ansagen machen, unterstützen statt kontrollieren. Viele Führungskräfte, die sich nach diesen Maximen richten möchten, müssen ihr Verhalten wohl komplett umstellen. Alle Details dazu erfahren Sie hier. 

Beste Grüße, Ihr Christoph Rottwilm

PS: Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de .

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