Oliver Hollenstein

Der Dienstag im Überblick Zoff unterm Kranich und Durchblick bei Bremsen und Deckeln

Jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit einem Blick hinter die guten Zahlen der Lufthansa, einem weiteren Solarauto-Desaster und der Frage, was Zeitmanagement überhaupt bringt.

Liebe Leserin, lieber Leser,

auf den ersten Blick wirkt es so, als sei die Krise bei der Lufthansa vorbei. Zum Jahresende wandte sich Vorstandschef Carsten Spohr an seine Crew: Nach den schweren Prüfungen der Pandemie sei 2022 wieder ein gutes Jahr gewesen, frohlockte er, das sechstbeste in der Geschichte der Airline. Schade nur für Spohr, dass seine positive Bilanz intern kaum zu interessieren schien.

Es knirscht gewaltig bei Europas größtem Airline-Konzern. Viele Beobachter hatten gehofft, die Erfahrung der Beinahepleite hätte die Lufthanseaten zusammenrücken lassen. Das Gegenteil ist der Fall. Jetzt herrscht erst recht ein Gefühl der Unverwundbarkeit. Mit den schwarzen Zahlen kam der Streit zurück. Management, Piloten, Kabinen- und Bodenpersonal, alle maulen und wollen mehr – allein in Deutschland gibt es schließlich 140 Tarifverträge im Konzern. Jeder gegen jeden.

Dabei hätte die Lufthansa, deren Gewinne übrigens gar nicht mehr von der Flotte mit dem Kranich am Heck stammen, eigentlich genügend handfeste Probleme zu lösen: Die Verwaltung ist schwerfällig, die Belegschaft latent arrogant und vor lauter Innenschau bleibt wenig Aufmerksamkeit für die Belange der Kunden. Wie Spohr nun den mentalen Neuanfang schaffen will, erklärt unser Kollege Michael Machatschke in seinem großen Insiderreport.  Sein Titel: "Die Zank AG".

Umkehrschub: Konzernlenker Carsten Spohr ist den ewigen Lagerkampf in seinem Unternehmen leid

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Foto:

Felix Schmitt / stern / ddp images

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

Neuer Versuch: Allianz Leben-Chefin Katja de la Viña führte für den Versicherungsverband GDV eine Arbeitsgruppe zur Zukunft der Altersvorsorge

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Foto: Allianz Deutschland
  • Neuer Anlauf bei der privaten Altersvorsorge: Die Riester-Rente gilt als gescheitert. Zwar existieren bundesweit noch 10,5 Millionen Verträge, aber Spaß machen sie fast niemandem. Die Politik will etwas Neues – und nun zaubert die Versicherungswirtschaft eine Idee hervor: die "Bürgerrente". Interne Papiere zeigen, wie sie funktionieren soll – und dass sie gar nicht sooo anders ist als die Riester-Rente. Ein Versuch, weiter im Geschäft zu bleiben , wie Kollege Lutz Reiche beschreibt.

  • Mehr Durchblick in der Energiepolitik: Vor lauter Deckeln und Bremsen konnte man in Sachen Strom, Öl und Gas in den vergangenen Monaten schon einmal leicht den Überblick verlieren. Was gilt jetzt eigentlich? Was soll das bringen? Und funktioniert es? Diese Fragen hat für Sie unsere Energieexpertin Anna Driftschröer aufgeschlüsselt.

Meine Empfehlung für den Abend:

Mathias Fischedick erklärt im Podcast, warum Energiemanagement mehr bringt als der Fokus auf Termine

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Foto: Armin Zedler
  • Wir bleiben beim Thema Energie: Für manche Menschen scheint der Tag 36 statt 24 Stunden zu haben. Sie arbeiten viele Stunden, gehen abends noch ins Theater und unternehmen ausgiebige Reisen. Woher nehmen solche Menschen die Energie? Wie schafft man solch ein Zeitmanagement? Jedenfalls nicht mit klassischem Zeitmanagement, sagt Mathias Fischedick. Der Coach erklärt: "Erfolgreiche Managerinnen und Unternehmer haben oft ein herausragendes Energiemanagement." In unserem Führungspodcast "Team A" berichtet er, was das ist – und wie man das macht. Wichtigster Tipp: "Wer eine To-do-Liste anlegt, sollte sich vorher überlegen, warum diese Aufgabe wichtig ist." Hören Sie doch mal rein! 

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend!

Ihr Oliver Hollenstein

PS: Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de .

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