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Christoph Rottwilm

Der Donnerstag im Überblick Noch laufen die Geschäfte

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit einer Airline, die nicht mehr leidet, einem Tech-Investor, der Silicon-Valley-Start-ups meidet, und dem Rezept, mit dem Ihr Team besser abschneidet.

Der Krieg in der Ukraine, die Energiekrise, die Inflation sowie verschiedene Lieferengpässe lassen dunkle Wolken über der Wirtschaft aufziehen. Die Konjunktur, soviel scheint absehbar, dürfte demnächst zunehmend schwächeln, möglicherweise droht sogar eine Rezession. Die Geschäftsergebnisse, die zahlreiche Unternehmen in diesen Tagen vorlegen, zeigen jedoch: Noch laufen die Geschäfte in vielen Fällen rund. Gleich eine ganze Reihe deutscher Großkonzerne präsentierte an diesem Donnerstag seine Halbjahresbilanz, aus dem Dax waren beispielsweise Adidas, Beiersdorf sowie Zalando dabei. Die Mehrheit der Firmen erfreute die Investoren und sorgte für Kursgewinne am Aktienmarkt.

Besonders bemerkenswert erscheint das Comeback der Lufthansa. Die Fluggesellschaft gehörte zu den größten Verlierern der Corona-Krise und musste vom Staat gerettet werden. Inzwischen zieht das Fluggeschäft jedoch wieder so stark an, dass es die Pandemie-gebeutelten Airlines sogar überfordert. Tausende Urlauber, die in diesen Wochen viele Stunden in Abflughallen verbringen müssen oder deren Flüge gleich vollends gestrichen werden, wissen das nur zu gut. Der Lufthansa gelang es in diesem Umfeld, erstmals seit dem Corona-Ausbruch wieder einen Quartalsgewinn zu erzielen. Ausschlaggebend dafür war allerdings vor allem das boomende Frachtgeschäft. Im Passagierverkehr schreibt Deutschlands größte Fluggesellschaft weiterhin großteils rote Zahlen.

Auch für das zweite Halbjahr ist Lufthansa-Chef Carsten Spohr optimistisch. Er traut seinem Konzern nun sogar einen Jahresgewinn zu. Um das Chaos auf den Flughäfen in den Griff zu bekommen, will Spohr zudem in den kommenden Monaten rund 5000 neue Mitarbeiter einstellen.

Erster Gewinn seit Pandemiebeginn: Lufthansa-Chef Carsten Spohr ist optimistisch

Erster Gewinn seit Pandemiebeginn: Lufthansa-Chef Carsten Spohr ist optimistisch

Foto:

SASCHA STEINBACH / EPA

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Gute Stimmung verbreitet auch der weltgrößte Rohstoffhändler Glencore. Der Schweizer Konzern profitierte im ersten Halbjahr von der weltweiten Energiekrise und gestiegenen Rohstoffpreisen. Glencore erzielte einen Halbjahresgewinn von beachtlichen 18,9 Milliarden Dollar, eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Seine Aktionäre erfreut das Unternehmen mit einer Sonderausschüttung von 1,45 Milliarden Dollar. Das sind immerhin 11 Cent je Aktie.

  • Der Dax-Konzern Bayer legte heute ebenfalls seine Geschäftszahlen vor. Doch in diesem Fall zeigten sich die Investoren wenig amüsiert, die Aktie verlor deutlich. Bayer macht zwar vor allem im Agrarbereich operativ gute Geschäfte und hob sogar die Prognose für das Gesamtjahr an. Hohe Rückstellungen und Milliardenabschreibungen, die in erster Linie mit Rechtsstreitigkeiten rund um die 2018 übernommene US-Tochter Monsanto zusammenhängen, sorgten im abgelaufenen Quartal jedoch erneut für einen Konzernverlust.

Was heute sonst noch wichtig war:

  • Das Dilemma kennen viele Führungskräfte: Sie wissen, wie wichtig es ist, dass ihr Team Ideen entwickelt und dass diese Ideen auch umgesetzt werden. Aber zugleich fällt es ihnen schwer, eine Kultur zu schaffen, in der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermutigt werden, ihre Ideen einzubringen und zu verwirklichen. Die Kollegen vom Harvard Business manager haben sich mit diesem Problem auseinandergesetzt und Lösungen entwickelt. Sie finden die Ansätze auf manager-magazin.de .

Meine Empfehlung für den Abend:

"Wenn es irgendwie geht, gründe nicht dort": Eric Benhamou hat Vorbehalte gegenüber dem Silicon Valley

"Wenn es irgendwie geht, gründe nicht dort": Eric Benhamou hat Vorbehalte gegenüber dem Silicon Valley

Foto: Daniel Acker / Bloomberg / Getty Images
  • Das Silicon Valley in Kalifornien ist die Geburtsstätte einiger der bedeutendsten und erfolgreichsten Tech-Unternehmen unserer Zeit. Doch Eric Benhamou sagt: "Das ist der schlechteste Ort, um ein Unternehmen zu gründen. Wenn es irgendwie geht, gründe nicht dort." Benhamou ist nicht irgendjemand in der Tech-Branche. Der gebürtige Algerier, der in Frankreich aufwuchs, brachte es vor vielen Jahren bis an die Spitze des US-Netzwerkausrüsters 3Com, der inzwischen zu HP gehört. Seit knapp 20 Jahren betätigt sich Benhamou nun schon als Investor und steckt Geld in Tech-Start-ups. Warum er dabei vor allem auf Neugründungen von Immigranten setzt, und was er gegen das Silicon Valley hat, obwohl sein eigenes Investmentunternehmen ebenfalls dort sitzt, hat er unserem Kollegen Mark Böschen in einem ausführlichen Interview verraten .

Beste Grüße, Ihr Christoph Rottwilm

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