Corinna Scheying

Newsletter "Der Tag" Der Tag mit den Lieblingsautos der Deutschen

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit den meistverkauften Automodellen 2020, Rupert Stadler im Dieselprozess und dem Rückzug von Ford aus Brasilien.

Ford war der erste große in Brasilien tätige Autobauer. Mit Fordlândia in Amazonien trägt sogar eine Stadt den Namen des Autokönigs: Eine Kleinstadt für die Arbeiter nach US-amerikanischem Vorbild, die 1928 aus dem Urwald gestampft wurde. Die Vision scheiterte, heute gilt der Ort mit seinen wenigen Bewohnern als Geisterstadt. Nun, nach etwas mehr als 100 Jahren Präsenz in Brasilien und zuletzt jahrelangen Verlusten, quittieren Henry Fords Nachfolger dem Geschäft in dem Land den Misserfolg und stellen die Produktion ein. Die drei noch in Brasilien verbliebenen Werke werden geschlossen, zwei davon sofort. Vorstandschef Jim Farley spricht von einer "sehr schweren, aber notwendigen" Entscheidung, die Schließungspläne werden am Ende Tausende Mitarbeiter ihre Jobs kosten.

Die wichtigsten Wirtschaftsthemen des Tages:

  • Am 19. Verhandlungstag seines Prozesses im Abgasskandal hat Ex-Audi-Chef Rupert Stadler erstmals selbst gesprochen. Fast emotional richtete sich der eher spröde Betriebswirt gegen die Ermittler - und offenbarte Überforderung im Management des Autokonzerns. Angela Maier war im Gerichtssaal dabei, hier lesen Sie ihren Bericht aus Stadelheim.

  • Für die deutschen Autohändler war das Corona-Jahr 2020 hart. Deutschlandweit brachen die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr um ein knappes Fünftel auf 2,9 Millionen Neuwagen ein, auch wenn es bei Elektroautos kräftige Zuwächse gab. In unserer Bildergalerie zeigen wir die der Krise trotzenden meistverkauften Autos und die Top 5 der Elektroauto-Modelle. Spoiler: Das Lieblingsauto der Deutschen bleibt mit (man muss allerdings sagen: nur) 136.324 Neuzulassungen nach wie vor der VW Golf.

  • Auf dem Automarkt in China müssen die deutschen Premiumhersteller um ihre Dominanz bangen. Der US-Elektroautopionier Tesla attackiert mit einem niedrigeren Preis für sein neues Model Y. Hinzukommt, dass der Boom der E-Autos auch in China staatlich gefördert wird.

  • In den letzten Tagen seiner Amtszeit wendet sich die Business-Elite von US-Präsident Donald Trump ab. Nicht nur Facebook, Amazon und Twitter, sondern auch Shopify, PayPal und Airbnb stellen sich nach dem Sturm auf das Kapitol gegen ihn und fordern seine sofortige Ablösung. Einige Beobachter glauben allerdings, dass die Anti-Trump-Kampagne vor allem den Konzernen selbst nutzen soll. Eine "billige PR-Show", das glaubt auch Philipp Alvares de Souza Soares: Hier lesen Sie seinen Kommentar.

  • Die Firma Checkout.com ist wohl nur wenigen ein Begriff, zugleich aber ist sie aktuell das wertvollste "Einhorn" Europas. Nach einer Kapitalerhöhung ist seine Bewertung auf rund 15 Milliarden Dollar gestiegen. Das Fintech-Start-up wickelt Zahlungen für Onlinehändler ab und bedient damit einen stark wachsenden Markt.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

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Foto:

Frosta

  • Der Markt für vegane Lebensmittel boomt. Nachdem die Supermarktregale bereits mit vielfältigen Fleischersatzprodukten gefüllt sind, wendet sich die Industrie nun Alternativen für Fisch zu. Einer der die Entwicklung lange beobachtet hat und nun seine Chance in der Nische "Veggie-Fisch" sucht, ist Frosta-Chef Felix Ahlers. Er hat sich unter die Start-up-Unternehmer gewagt und "Fisch vom Feld" gegründet. Mein Kollege Martin Mehringer berichtet über den Hoffnungsmarkt. 

Meine Empfehlung für den Abend:

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Foto:

Joanne S. Lawton

  • Sie ist eine der wenigen Deutschen, die es in den USA bis ganz nach oben geschafft haben. In den Vorstand eines der verschwiegensten und erfolgreichsten Konzerne des Landes – und noch dazu als Juristin in einem fremden Rechtssystem. Stefanie Straub macht beim US-Riesen Mars als Chefanwältin Karriere, engagiert sich als Mentorin und setzt sich gegen den Ideenklau der Reimann-Milliardäre ein. Mehr über die deutsche Juristin im Mars-Vorstand lesen Sie hier. 

Herzlich, Ihre Corinna Scheying

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