Christoph Rottwilm

Newsletter "Der Tag" Der Tag mit einem Wal am Strand

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit der heißlaufenden US-Wirtschaft, einem Einheizer für aktivistische Investoren und einem brennenden Tesla.

Heute möchte ich unseren Newsletter mit einem kleinen "Chapeau" an meine Kollegen Margret Hucko und Martin Mehringer beginnen. Der Lidl-Konzern gehört sicher nicht zu den Unternehmen, bei denen man den Pressesprecher anruft, um spannende Neuigkeiten oder gar Interna zu erfahren. Im Gegenteil: Europas größter Einzelhändler ist sicher eines der verschlossensten Häuser hierzulande, allein das Bemühen, Fotos von Gründer Dieter Schwarz aus der Öffentlichkeit fernzuhalten, ist legendär.

Die Kollegen Hucko und Mehringer wussten dennoch bereits vor Wochen von dem sich anbahnenden Coup, der heute öffentlich wurde: Klaus Gehrig, Chef der Schwarz-Gruppe und seit Langem die Nummer eins im Konzern, muss gehen. Mit eigenwilligen Personalentscheidungen, bei denen auffallend häufig junge Managerinnen eine Rolle spielten, hat der "Killerwal" (Lidl-interner Spitzname) offenbar den Unmut von Gründer Schwarz auf sich gezogen. Bis es dem nun zu bunt wurde: Schwarz dankte Gehrig in einer internen Mitteilung für dessen jahrzehntelange Aufbauleistung – Lidl ist mit 125 Milliarden Euro Jahresumsatz heute die Nummer vier in der Welt – und beurlaubte ihn.

Mehr Interesse am Krach im Hause Schwarz/Lidl? Hier finden Sie die Nachricht zum heutigen Abgang Gehrigs, und dazu – als besonderen Leckerbissen – die interne Lidl-Mitteilung im Original-Wortlaut. Und hier noch einmal die Gründe und Hintergründe zu Gehrigs Abgang  – aufgeschrieben von den Kollegen Hucko und Mehringer schon vor einigen Wochen.

Gestrandeter Killerwal: Schwarz-Chef Klaus Gehrig muss gehen

Gestrandeter Killerwal: Schwarz-Chef Klaus Gehrig muss gehen

Foto: Hannibal Hanschke / REUTERS

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Was heute sonst noch wichtig war:

Gefürchteter Salon-Aktivist: Thomas Schweppe

Gefürchteter Salon-Aktivist: Thomas Schweppe

Foto: Thomas Pirot für manager magazin

Meine Empfehlung für den Abend:

  • Sind Sie auch in Aufbruchstimmung? Nach mehr als einem Jahr Pandemie und Krise, die sich nun offenbar allmählich ihrem Ende zuneigen, wäre das gut nachvollziehbar. Und ein Blick aus der Vogelperspektive zeigt: Sie sind mit dieser Stimmung nicht allein. So viel Aufbruch und Umbruch, wie in den ersten sechs Monaten dieses Jahres, war nämlich auch auf volkswirtschaftlicher Ebene lange nicht. Und dabei ist die Rede keineswegs nur vom Comeback aus der Corona-Krise. Meine Kollegen Sven Clausen und Martin Noé sehen vielmehr noch weitere Trends, die in dieses Bild passen: Die Autoindustrie verabschiedet sich von ihrer Gründungstechnologie, nachhaltiges Wirtschaften findet breite Akzeptanz, das Quantencomputing weckt ebenfalls Hoffnungen. Interesse geweckt? Für alles Weitere hören Sie sich am besten unseren neuen Podcast an: Zeitenwende in der Wirtschaft.

Beste Grüße, Ihr Christoph Rottwilm

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