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Oliver Hollenstein

Der Donnerstag im Überblick Die reichsten Deutschen und ihr vergesslicher Kanzler

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit den 500 reichsten Deutschen, einer unschönen Prognose zum Chipmangel und einem Kanzler mit Filmrissen zum richtigen Zeitpunkt.

Seit 2001 ermittelt das manager magazin jedes Jahr, wie sich die größten Vermögen Deutschlands entwickeln. Wer besitzt wie viel? Wer ist ärmer geworden, wer vermögender? Für die jährlich im Herbst vorgestellte Rangliste der reichsten Deutschen  vertiefen sich unsere Kolleginnen und Kollegen um Vermögensexperte Christoph Neßhöver wochenlang in Archiven, Handels- und Immobilienregistern, sie sprechen mit Vermögensverwaltern, Anwälten und Bankern – und auch mit etlichen der Gelisteten selbst.

Trotz einiger Schwankungen ließ sich in der Vergangenheit ein stabiler Trend beobachten: Die Reichen wurden immer reicher. Die Zahl der Milliardäre im Land hat sich seit 2001 von 69 auf inzwischen 212 erhöht. Vor zehn Jahren war das Gesamtvermögen der 100 reichsten Deutschen gerade einmal halb so hoch wie heute.

Und in diesem Jahr voller Krisen, in dem viele Menschen sich in ungekannter Weise Sorgen um ihren Wohlstand machen müssen? Sind auch die Spitzenvermögen geschrumpft, um 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Reichen stehen damit allerdings deutlich besser da als Aktienanleger: Der Dax büßte mit 17 Prozent mehr als doppelt so viel ein. Und einige Hochvermögende konnten ihren Wohlstand sogar trotz Krieg, Lieferkettenproblemen, Zinschaos und Inflation deutlich steigern. Dazu gehören vor allem so Stoiker wie Händler oder Hühnerzüchter.

An der Spitze der Liste hat es in diesem Jahr übrigens einen Wechsel gegeben. Mit einem geschätzten Buchvermögen von 36 Milliarden Euro – das sind rund 2,5 Milliarden mehr als im Vorjahr – steht dort Lidl-Gründer Dieter Schwarz, ein persönlich durchaus bescheidener Mann , wie unsere Kollegin Margret Hucko beschreibt. Der Unternehmer aus Neckarsulm hat damit die BMW-Großaktionäre Susanne Klatten und Stefan Quandt abgelöst; sie landen mit 33,3 Milliarden Euro nun auf Rang drei. Platz zwei mit 34 Milliarden Euro (rund 4,5 Milliarden mehr als 2021) eroberte die Familie Reimann, die über ihre JAB Holding Anteile an mehreren Konsumgüterherstellern hält. Aber lesen Sie selbst: Die gesamte Liste mit den 500 reichsten Deutschen können Sie hier sehen .

Foto:

Álex López für manager magazin

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

Hunger nach Chips: Elektroautos benötigen viel mehr Halbleiter als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Hunger nach Chips: Elektroautos benötigen viel mehr Halbleiter als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Foto: Sebastian Kahnert / dpa
  • Warum der Chipmangel noch mindestens bis 2025 anhalten wird. Eigentlich wollte die Autoindustrie ihr Halbleiterproblem in der zweiten Jahreshälfte 2022 in den Griff bekommen. Doch laut einer Studie von Porsche Consulting, die manager magazin vorab exklusiv vorliegt, ist keine Besserung in Sicht. Im Gegenteil: Bis mindestens 2025 bleibt das Problem wohl virulent. Unser Kollege Christoph Seyerlein hat sich angeschaut, warum das so ist, und welche Maßnahmen die Branche nun ergreifen sollte .

  • Darf ich Ihnen kurz was sagen? Wir alle hätten hin und wieder gern Feedback von unseren Kolleginnen oder Vorgesetzten: Wie gut war unser Auftritt, wie wirken wir auf andere? Doch selbst anderen Leuten zu sagen, was sie verbessern könnten – nein, das ist eine unangenehme Situation, die wir oft lieber vermeiden. Tatsächlich unterschätzen wir gewaltig, wie sehr sich andere Menschen eine Rückmeldung über ihre professionelle Leistung wünschen. Das hat ein Team von Wissenschaftlerinnen der Harvard Business School in einer Serie von Experimenten herausgefunden. 

Unsere Empfehlung für den Abend:

Im Reinen mit sich: Bundeskanzler Olaf Scholz im August vor dem Hamburger Untersuchungsausschuss

Im Reinen mit sich: Bundeskanzler Olaf Scholz im August vor dem Hamburger Untersuchungsausschuss

Foto: Clemens Bilan / EPA
  • Hat Scholz im Untersuchungsausschuss gelogen? Mit Olaf Scholz und seiner bekanntesten Gedächtnislücke haben wir uns an dieser Stelle schon häufiger beschäftigt. Zur Erinnerung: Der Bundeskanzler sagt, er könne sich nicht mehr daran erinnern, dass er sich in seiner Zeit als Hamburger Bürgermeister mehrmals mit den Eigentümern einer Privatbank getroffen hat, als die gerade wegen mutmaßlicher Steuerbetrügereien Probleme mit Staatsanwaltschaft und Finanzamt hatten. Die Filmrisse schiebt der sonst äußerst penible Scholz vor, seit er begründen muss, warum er die aus seiner Sicht harmlosen Treffen dem Parlament verschwiegen hat. Richtig plausibel erscheinen die Gedächtnislücken vielen nicht: 70 Prozent der Deutschen haben kürzlich in einer Umfrage gesagt, sie nähmen Scholz die Erklärung nicht ab. Nun wecken Dokumente weitere Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Scholz. Hat der Kanzler eine uneidliche Falschaussage geleistet? Lesen Sie mehr dazu hier. 

Ich wünsche Ihnen trotz allem einen schönen Abend!

Ihr Oliver Hollenstein

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