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Christoph Rottwilm

Der Mittwoch im Überblick "Denver-Clan" in München

Jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit Familie Thiele im Erbstreit, Wirecard-Aktionären im Abseits und Start-up-Investorin Janna Ensthaler im Podcast.

Liebe Leserin, lieber Leser,

erfolgreiche Unternehmer und Unternehmerinnen dabei zu beobachten, wie sie Millionen- oder gar Milliardenvermögen erschaffen, kann informativ und faszinierend zugleich sein. Geht es jedoch darum, ein solches Riesenvermögen im Erbfall unter den Nachkommen aufzuteilen, so kommt nicht selten noch ein nicht unerheblicher Unterhaltungsfaktor hinzu. Der Außenstehende fühlt sich dann mitunter an TV-Erlebnisse à la "Dallas" oder "Denver-Clan" aus den 1980er-Jahren erinnert.

Der Kampf um das Erbe des im vergangenen Jahr verstorbenen Heinz Hermann Thiele entwickelt sich in genau diese Richtung. Mit einem Vermögen von damals geschätzten 17 Milliarden Euro, bestehend aus Anteilen am Industriekonzern Knorr-Bremse, dem Bahntechnikhersteller Vossloh sowie einem Immobilienportfolio im Milliardenwert, gehörte Thiele zu den reichsten Menschen hierzulande. Erbinnen dieses Geldbergs sind Thieles Tochter Julia Thiele-Schürhoff sowie seine Witwe Nadia Thiele. Vor allem die ehemalige Gattin des Patriarchen scheint mit der Art, wie sich die Dinge entwickeln, höchst unzufrieden. Sie stößt sich am Testamentsvollstrecker, dem früheren Thiele-Vertrauten Robin Brühmüller, einem Wirtschaftsprüfer und Steuerberater aus München. Genauer: an dessen Honorarvorstellungen. Bis zu 300 Millionen Euro könnte Brühmüller am Ende auf seine Rechnung schreiben, berichten die Kollegen Michael Freitag, Dietmar Palan und Katharina Slodczyk in ihrem Inside-Report über die Erbschlacht . Um das zu verhindern, hat Nadia Thiele inzwischen bereits Anzeige erstattet, Ermittler rückten bei Brühmüller zu einer Razzia an.

Weitere illustre Protagonisten fehlen ebenfalls nicht in diesem Verteilungskampf auf höchstem Niveau: Rechtsanwalt Peter Gauweiler etwa mischt mit, bekannt aus Politik und verschiedenen Großverfahren, die er bereits in der Welt der Unternehmerdynastien begleitet hat. Ebenso Theodor Weimer, Chef der Deutschen Börse. Alle Details zum Streit um das Thiele-Erbe lesen Sie in unserem Report auf manager-magazin.de .

Paarlauf: Der verstorbene Unternehmer Heinz Hermann Thiele und Gattin Nadia Thiele

Paarlauf: Der verstorbene Unternehmer Heinz Hermann Thiele und Gattin Nadia Thiele

Foto:

BrauerPhotos / S.Brauer

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Schlechte Nachrichten für die Aktionäre von Wirecard: Nach der Pleite des Zahlungsdienstleisters hatten sich viele von ihnen Hoffnungen gemacht, im Rahmen des Insolvenzverfahrens als Gläubiger auftreten und ihre Verluste auf diesem Wege zumindest zum Teil ausgleichen zu können. Doch daraus wird womöglich nichts: Einem Urteil des Landgerichts München zufolge gelten Aktionäre im Fall Wirecard nicht als Gläubiger. Rund 22.000 Besitzer von Wirecard-Aktien hatten in dem Verfahren Forderungen in Höhe von insgesamt sieben Milliarden Euro angemeldet. Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen – vermutlich entscheidet am Ende der Bundesgerichtshof.

  • Gute Nachrichten für die Beschäftigten von Volkswagen: Das Management des Konzerns hat mit der IG Metall eine Tarifeinigung erzielt, die sich am Pilotabschluss für die Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg aus der Vorwoche orientiert. Das heißt in Kürze: Die 125.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Autobauers erhalten künftig 8,5 Prozent mehr Lohn und eine Einmalzahlung von 3000 Euro.

  • Mehr Geld für Uniper: Die Rettung des angeschlagenen Gasimporteurs wird für die deutschen Steuerzahler immer teurer. Wie Uniper heute mitteilte, benötigt das Unternehmen erneut bis zu 25 Milliarden Euro an frischem Eigenkapital. Damit würde sich die Gesamthilfe schon auf mehr als 51 Milliarden Euro summieren.

Was heute sonst noch wichtig war:

  • Mit dem Kauf von 100.000 Elektroautos vom chinesischen Hersteller BYD sorgte der Münchener Autovermieter Sixt kürzlich für Schlagzeilen und Kritik. Wenden sich die Brüder Alexander und Konstantin Sixt, die das Unternehmen führen, etwa gegen die hiesigen Hersteller? Diese und weitere spannende Fragen etwa zur Zukunft der Vermieterbranche oder zum boomenden US-Geschäft stellte Kollege Michael Freitag Alexander Sixt im Interview. Die ganze Gespräch lesen Sie auf manager-magazin.de .

  • Passend zur Fußball-WM kommt Bewegung in die europäischen Profiklubs. Genauer: in die britischen. Kürzlich wechselte bereits der Chelsea FC den Besitzer, dann wurde bekannt, dass womöglich ein Käufer für den FC Liverpool gesucht wird. Heute nun stellt sich heraus, dass die Eigentümer von Manchester United, die schwerreiche Glazer-Familie aus den USA, ebenfalls nach Alternativen suchen. Superstar Cristiano Ronaldo hatte mit Andeutungen in diese Richtung kürzlich noch seinen Rauswurf bei ManU beschleunigt – offenbar lag CR7 jedoch gar nicht so falsch.

Meine Empfehlung für den Abend:

Grüne Investorin: Janna Ensthaler will ihren Einsatz in zehn Jahren verfünffachen

Grüne Investorin: Janna Ensthaler will ihren Einsatz in zehn Jahren verfünffachen

Foto: Vlada Labzeyeva
  • Janna Ensthaler hat bereits verschiedene Start-ups gegründet und auch mit Internet-Serieninvestor Oliver Samwer von Rocket Internet zusammengearbeitet. Jetzt versucht sich Ensthaler selbst auf der Investorenseite: Gemeinsam mit einer Studienfreundin gründete sie den Green Generation Fund, ein Vehikel, das junge Unternehmen aus dem Food- und Nachhaltigkeitssektor finanzieren soll. Den Fonds haben Ensthaler und ihre Partnerin im Sommer mit einem Volumen von 100 Millionen Euro geschlossen, jetzt geht es auf die Suche nach Investmentzielen. Im Idealfall will Ensthaler den Einsatz in den kommenden Jahren verfünffachen. Wie das gelingen soll, hat sie unserer Kollegin Christina Kyriasoglou im neuen Podcast der Reihe "Deutschlands digitale Hoffnungsträger" erzählt, Sie erfahren es also hier.

Beste Grüße, Ihr Christoph Rottwilm

P.S.: Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de .

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