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Kai Lange

Der Mittwoch im Überblick Wie man im Börsencrash Geld verdient

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit einem Fondsmanager, der an Börsencrashs bestens verdient, einem Tech-Riesen, der im Payment-Geschäft mitverdient, und einem Pflege-Thema, das mehr Aufmerksamkeit verdient.

Wenn Aktienkurse in den Keller sausen, schlägt die Stunde der Hedgefonds-Superstars. Einer von ihnen ist Ken Griffin, dessen US-Hedgefonds Citadel rund 51 Milliarden US-Dollar verwaltet. Seit 1990 beschert Griffin seinen Anlegern im Schnitt 19 Prozent Rendite pro Jahr. Nur in zwei Jahren wies er Verluste aus. Griffin sagt: "Die nächsten Monate werden unglaublich hart."

Der Citadel-Gründer wettet auf weitere Kurseinbrüche an den Börsen. Fast immer hat er an den Crashs letztlich hervorragend verdient. Seine Methode: Er bunkert Kapital, sichert seine Positionen durch Terminkontrakte ab. Um dann an dem Tag mit vollen Taschen dazustehen, wenn niemand mehr kaufen will. Dann wird Citadel auch diesmal zuschlagen.

Aus den Erfahrungen des Multimilliardärs können Privatanleger gerade jetzt Nutzen ziehen. Griffins Siege verraten, worauf es ankommt, um gegen den Trend erfolgreich zu investieren. Zu Griffins Erfolgsregeln gehört: Vertraue Dir selbst, nicht den vermeintlichen Experten. Vertraue auf mathematische Modelle, nicht auf Deine Emotionen. Und außerdem: Sorge für ausreichend Reserven und nutze die Schwäche der anderen. Unser Kollege Mark Böschen beschreibt im Detail, wie Privatanleger Griffins Erfolgsstrategie nachahmen können – und auf diese Weise ihr Geld beschützen und aus der Krise Kapital schlagen.

Kommandozentrale: Hedgefonds-Gründer Ken Griffin unterhält im Citadel Center von Chicago eine Videowand. Griffin gilt als einer der besten Datenfüchse auf dem Kapitalmarkt.

Kommandozentrale: Hedgefonds-Gründer Ken Griffin unterhält im Citadel Center von Chicago eine Videowand. Griffin gilt als einer der besten Datenfüchse auf dem Kapitalmarkt.

Foto: E. Jason Wambsgans / imago images/ZUMA Wire

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Keine Verbrenner mehr ab 2035: Die EU-Staaten wollen ab dem Jahr 2035 nur noch Neuwagen ohne CO2-Emissionen zulassen. Darauf haben sich die Energie- und Umweltminister der EU in der Nacht zum Mittwoch geeinigt. Die Vereinbarung lässt auf Drängen Deutschlands aber die Möglichkeit offen, dass mit sogenannten E-Fuels betriebene Neuwagen mit Verbrennungsmotoren auch nach 2035 zugelassen werden können. Damit seien "die Weichen für mehr Klimaschutz gestellt", sagte Bundesumweltministerin Steffi Lemke.

  • Chaos an den Flughäfen: Bislang ist nur Nordrhein-Westfalen in die Sommerferien gestartet. Doch schon jetzt kommt es an den Flughäfen zu stundenlangen Wartezeiten, weil Arbeitskräfte beim Check-in und bei der Gepäckabfertigung fehlen. Die Bundesregierung will nun den Einsatz von Hilfskräften aus dem Ausland erleichtern. Arbeitsminister Hubertus Heil und Innenministerin Nancy Faeser bekräftigten, dass es schnelle Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse geben solle, aber keine Abstriche bei der Sicherheit. Zudem müssten die Hilfskräfte – gedacht sind vor allem an Helfer aus der Türkei – nach Tariflohn bezahlt werden.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Apples Angriff auf die Fintechs: Mit einem neuen Bezahlsystem tritt Apple in Konkurrenz zu den gehypten "Buy Now, Pay Later"-Diensten. Schon jetzt hat der Tech-Riese klare Vorteile gegenüber jungen Unternehmen wie Klarna und Co. Selbst Riesen wie Paypal müssen Apples Einstieg ins Finanzgeschäft fürchten. Wie Apple-Chef Tim Cook das lukrative Payment-Geschäft ausbauen will, beschreibt unsere Kollegin Sina Osterholt.

Die Personalie des Tages:

  • Gorbach plant Großes: Andreas Gorbach, Technologievorstand bei Daimler Truck, steuert die Elektro-Offensive des weltgrößten Truck-Herstellers. Bis 2030 sollen bis zu 60 Prozent der Neu-Lkw-Flotte bei Daimler Truck CO2-neutral unterwegs sein. Gorbach peitscht deshalb die Elektrifizierung voran. Sein nächster Plan: eine Gigafabrik für Batteriezellen. Eine Möglichkeit wären Partnerschaften mit Spezialisten wie CATL aus China, Northvolt aus Schweden oder LG aus Korea, um die Zellen der Zukunft gemeinsam zu entwickeln – oder vielleicht auch gemeinsam zu bauen. Die Entscheidung, ob Daimler künftig Zellen produziert, soll noch in diesem Jahr fallen.

Meine Empfehlung für den Abend:

Pflegt Eltern und Schwiegereltern: Bosch-Topmanagerin Vera Schneevoigt

Pflegt Eltern und Schwiegereltern: Bosch-Topmanagerin Vera Schneevoigt

Foto: Bosch
  • Tausche Karriere gegen Care-Arbeit: Bosch-Topmanagerin Vera Schneevoigt hat gekündigt. Sie gibt mit 57 Jahren ihre Konzernkarriere auf, um ihre Eltern und Schwiegereltern zu pflegen. "Die eine Hälfte war beeindruckt von meiner Entscheidung, die andere Hälfte schockiert", erzählt Schneevoigt im Podcast von Harvard Business manager. "Ich stellte fest: Insbesondere Männer meines Alters haben sich keine Gedanken gemacht, ob sie jemals bereit wären, ihre Eltern zu pflegen." Wie Schneevoigt den Übergang plant, erfahren Sie in unserem Führungs-Podcast. Hören Sie doch mal rein!

Herzlich, Ihr Kai Lange

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