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Kai Lange

Der Dienstag im Überblick Joe Kaesers Abstieg und Björn Guldens Aufstieg

Jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit Joe Kaesers Abstieg vom Olymp, dem Aufstieg Björn Guldens zum neuen Adidas Chef und dem mühevollen Umstieg der Schaeffler Gruppe zur Elektromobilität.

Als Chef des Industrieriesen Siemens ist man in Deutschland praktisch qua Amt die Nummer eins der heimischen Wirtschaftsbosse. Diesen Nummer-1-Job füllte auch der ehemalige Siemens-Chef Joe Kaeser äußerst selbstbewusst aus, bis er sein Amt im Frühjahr 2021 an seinen Nachfolger Roland Busch übergab. "König Joe" reichte das Zepter weiter – doch auf Glanz und Ruhm wollte er auch in seiner anschließenden Karriere als Aufsichtsrat nicht verzichten.

Nun, knapp zwei Jahre später, ist es recht ruhig geworden um Joe Kaeser. Der Manager erlebt die Rache der Deutschland AG für seine Egotouren: Als Aufsichtsrat führt er nicht etwa große Konzerne wie Siemens oder Mercedes, sondern lediglich die abgespaltenen Konzerntöchter Siemens Energy und Daimler Truck. Statt der Champions League, die Kaeser als sein Wohnzimmer betrachtet, bleibt ihm nur die zweite Liga.

Es zeigt sich: Die Granden der deutschen Wirtschaft können nachtragend sein. Sie haben Kaeser, der für höchste Posten gehandelt wurde, zurechtgestutzt. Aber Kaeser wäre nicht Kaeser, wenn er sich jetzt still ins Exil zurückziehen würde: Deutschlands ehemalige Nummer eins der Wirtschaft hat noch Ambitionen. Lesen Sie die ganze Geschichte unseres Kollegen Martin Noé über König Joes Abstieg vom Olymp.

Mal geht es aufwärts, mal eher nicht: Multiaufsichtsrat Joe Kaeser

Mal geht es aufwärts, mal eher nicht: Multiaufsichtsrat Joe Kaeser

Foto:

Gene Glover für manager magazin

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Puma-Chef Gulden wechselt direkt auf Adidas-Chefposten: Puma-Chef Björn Gulden übernimmt bereits zum 1. Januar den Chefposten von Adidas. Dass Gulden seinen glücklosen Vorgänger Kasper Rorsted bei Adidas ersetzt, hatte manager magazin bereits am Freitag exklusiv gemeldet. Der Wechsel ist spektakulär: Adidas und Puma gelten als harte Konkurrenten und treffen sich seit Jahren immer mal wieder vor Gericht. Trotzdem geht der Wechsel von Gulden fast freundschaftlich über die Bühne, wie unser Kollege Christoph Nesshöver erläutert. Offenbar entlässt Puma Gulden aus dem nachvertraglichen Wettbewerbsverbot.

  • Industriestaaten sagen bei Weltklimakonferenz Milliardenhilfen zu: Bei der Weltklimakonferenz in Ägypten haben Deutschland und andere Industriestaaten gemeinsame Milliardenhilfen an Südafrika für die Abkehr von der Kohle zugesagt. Die von Deutschland, Großbritannien, Frankreich, der Europäischen Union und den USA geplanten Hilfen in Höhe von 8,5 Milliarden Euro sollen unter anderem für die Stilllegung von Kohlekraftwerken und die Förderung erneuerbarer Energien verwendet werden. "Wir sind auf dem Highway zur Klimahölle", warnte UN-Generalsekretär António Guterres.

  • Razzia bei der UBS: Die Geldwäsche-Ermittlungen gegen den russischen Oligarchen und Putin-Vertrauten Alischer Usmanow betreffen nun auch die Schweizer Großbank UBS. Am Dienstag durchsuchten Ermittler Standorte der Großbank in Frankfurt am Main und in München. Es gebe jedoch keine Ermittlungen gegen die Bank selbst: Die Durchsuchung diene der Sicherstellung von Beweismitteln gegen Usmanow, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Umstieg auf Elektromobilität kostet 1300 Jobs bei Schaeffler: Der Autozulieferer Schaeffler im fränkischen Herzogenaurach ist Krisen gewohnt: An der Übernahme des Konkurrenten Continental im Jahr 2008 wäre Schaeffler beinahe zugrunde gegangen. Inzwischen ist der Anteil an Conti wieder gesunken, doch der Umstieg der Autoindustrie auf Elektromobilität setzt Schaeffler weiterhin zu. Rund 1300 Arbeitsplätze will Schaeffler weltweit streichen, davon rund 1000 in Deutschland. Der Jobabbau soll dabei helfen, pro Jahr rund 100 Millionen Euro einzusparen, sagt Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld.

Karrieretipp des Tages

  • Obacht beim Jahresgespräch: Bei vielen Mitarbeitern sorgt das jährliche Zielvereinbarungs-Gespräch für Unsicherheit: Sollte man im Jahresgespräch eine Gehaltserhöhung fordern, eigene Fehler eingestehen oder gar um ein Zwischenzeugnis bitten? Topcoach Ragnhild Struss kennt die Regeln. Unsere Kollegen vom Harvard Business manager haben die wichtigsten Tipps im Podcast zusammengefasst. Hören Sie doch mal rein!

Meine Empfehlung für den Abend:

Muss um die Mehrheit der Demokraten im Senat zittern: Vizepräsidentin Kamala Harris

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Foto: MARK STOCKWELL / POOL / EPA
  • Die Midterm-Wahlen und der Aktienmarkt: Heute wählen die US-Bürger die 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses, im US-Senat werden 35 von 100 Sitzen neu vergeben. Die sogenannten "Midterms" sind nach zwei Jahren Amtszeit von US-Präsident Joe Biden eine wichtige Standortbestimmung: Gewinnen die Republikaner in beiden Häusern die Mehrheit zurück, steigen auch die Chancen für eine erneute Kandidatur Donald Trumps im Jahr 2024. Doch abseits der politischen Kräfteverschiebungen lässt eine Untersuchung der US-Bank Bancorp aufhorchen: Seit rund 50 Jahren sind die Monate nach den Zwischenwahlen in den USA überwiegend positive Monate für die Börse. Unabhängig davon, ob Joe Biden oder die Republikaner unter Donald Trump triumphieren, könnte die Börse ein großer Gewinner der Zwischenwahlen sein. Unser Kollege Christoph Rottwilm erklärt, was das für Ihre private Anlagestrategie bedeutet.

Herzlich, Ihr Kai Lange

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