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Marleen Gründel

Der Dienstag im Überblick Vergoldete Talentjäger und versilberte Veggie-Aktien

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit Headhuntern im Goldrausch, Oligarchen im Fusionsfieber und Veggie-Aktien im Delirium.

Personalberatungen erleben derzeit einen nie gekannten Boom. Digitalisierung, Transformation, und jetzt auch noch Zeitenwende – viele Unternehmen suchen händeringend nach geeigneten Fachkräften. So verbucht die internationale Consultingbranche mit den Marktführern Korn Ferry, Egon Zehnder, Russle Reynolds, Spencer Stuart und Heidrick & Struggles in diesem Jahr Wachstumsraten von mehr als 50 Prozent.

Egon Zehnder, die einzige europäische Headhunting-Truppe von Weltrang mit Sitz in Zürich, kämpft allerdings mit den veränderten Anforderungen. Zuletzt häuften sich die Fehler der Recruiter. Konkurrenten wie Russel Reynolds jagen Zehnder Marktanteile und Mitarbeiter ab. Und auch junge Firmen, die sich komplett der Digitalwirtschaft verschrieben haben, reüssieren.

Unsere Kollegin Eva Buchhorn ist tief in diese Branche eingetaucht und beschreibt anhand zahlreicher Beispiele aus der Wirtschaft, welche Stärken und Schwächen die Global Player haben, womit die Headhunter am meisten Geld verdienen und was zu tun ist, wenn die Berater tatsächlich anrufen: Die irre Jagd nach den besten Führungskräften .

"Ein Mann, der nicht stört, den man aber auch schnell wieder vergisst": Hanns Goeldel führt die deutsche Einheit der Personalberatung Egon Zehnder

"Ein Mann, der nicht stört, den man aber auch schnell wieder vergisst": Hanns Goeldel führt die deutsche Einheit der Personalberatung Egon Zehnder

Foto: Florian Thoss für manager magazin

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • BYD schlägt Tesla: Der chinesische E-Autohersteller BYD hat im ersten Halbjahr dieses Jahres 641.350 Fahrzeuge verkauft. Das waren viermal so viele wie im gleichen Zeitraum vor einem Jahr. Damit entthronten die Chinesen den Elektroautopionier Tesla als erfolgreichsten Verkäufer von Elektroautos, der in den ersten sechs Monaten nur 564.000 Pkw verkaufte. Tesla-Chef Elon Musk musste damit erstmals seit Langem wieder einen Rückgang der Absatzzahlen im Vergleich zum Vorquartal verkünden. Zu diesem Thema legen wir Ihnen auch noch einmal unseren umfangreichen Branchen-Report über den Angriff der chinesischen Autobauer in Europa ans Herz .

  • Nornickel will Rusal: Der russische Oligarch Wladimir Potanin möchte den von ihm kontrollierten Rohstoffkonzern Nornickel mit dem russischen Aluminiumriesen Rusal fusionieren und zu einem "nationalen Champion" formen. Damit will der Putin-Freund sein Imperium stabiler gegen die westlichen Sanktionen machen.

Die Personalie des Tages:

  • Fluktuation bei Flaconi: CEO Christoph Honnefelder und COO Benjamin Ludigs verlassen  das Online-Beauty-Unternehmen, das haben unsere Kollegen Jonas Rest und Martin Mehringer herausgefunden. Damit setzt sich der Manager-Exodus bei der ProSiebenSat.1-Beteiligung fort. Schon Ende vergangenen Jahres hatte Flaconi zwei Mitglieder der Geschäftsführung verloren.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • LNG unter Dampf: Deutschland soll so schnell wie möglich unabhängig von russischem Gas werden. Um die Versorgungslücke zu schließen, ruhen viele Hoffnungen auf dem Flüssiggas LNG (Liquefied Natural Gas), das bequem per Schiff aus fernen Ländern importiert werden soll. In Windeseile werden in Wilhelmshaven und Brunsbüttel zwei Terminals hochgezogen, die zum Jahreswechsel in Betrieb gehen sollen. Doch die Erwartungen an das Flüssiggas sind viel zu hoch, analysiert unser Kollege Helmut Reich.

  • Europcar vor Runderneuerung: Der Autobauer Volkswagen kann den Vermieter Europcar wie geplant zum 13. Juli von der Börse nehmen. Die Wolfsburger wollen das Unternehmen danach in eine Superapp für Mobilität umbauen, wie unser Kollege Christoph Seyerlein berichtet. Neben der Autovermietung soll Europcar dann auch Carsharing, Auto-Abos und Fahrdienste anbieten. Besonders für das autonome Fahren scheint VWs Zeitplan allerdings überambitioniert.

Meine Empfehlung für den Abend:

Fehlrezept: Finanzvorständin Alexandra Vázquez Bea vom Berliner Veggie-Pionier Veganz verlor an der Börse in einem halben Jahr rund 80 Prozent an Wert

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Foto: PR
  • Vom Teller ins Depot: Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine vegane oder zumindest vegetarische Ernährung. Ein gigantischer Markt, in dem sich Start-ups ebenso wie Nahrungsmittelschwergewichte tummeln. An der Börse hat sich der Trend allerdings als Hype entpuppt: Die Aktienkurse der Vorzeige-Pioniere Beyond Meat, Oatly und Veganz befinden seit Monaten im Sinkflug. Warum die etablierten Nahrungsmittelkonzerne mit ihren fleischfreien Produkten auf dem Parkett besser punkten und worauf Veggie-Investoren achten sollten, erfahren Sie in unserem aktuellen Geldanlage-Tipp .

Guten Appetit und einen schönen Feierabend, Ihre Marleen Gründel

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