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Marleen Gründel

Der Mittwoch im Überblick Ein ehrgeiziger Aufsteiger und ein erfolgloser Absteiger

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit einem smarten Überflieger, einem disziplinlosen Kostenjäger und einem gechassten Skandalsammler.

Eigentlich wollen wir uns derzeit gar nicht mit dem Thema beschäftigen. Wir möchten in den Urlaub fahren, das gute Wetter genießen und endlich wieder ohne FFP2-Maske unsere Freunde treffen. Doch die schwierige wirtschaftliche Lage begegnet uns leider überall: In den langen Schlangen am Flughafen, wo das Personal fehlt, beim Blick auf die hohen Preise an der Tankstelle und im Supermarkt oder beim monatelangen Warten auf das neue Auto.

Es wird deutlich, dass wir uns an einem Wendepunkt in der Konjunktur befinden. Eine Reihe von Frühindikatoren weisen auf einen Abschwung hin, erst heute wieder der Index der Gesellschaft für Konsumforschung. Mit minus 30,6 Punkten war die Stimmung unter den Verbrauchern so schlecht wie noch nie seit Beginn der Erhebung für Gesamtdeutschland im Jahr 1991. Die Furcht vor einem Gasmangel im Winter, die hohe Inflation, die gestörten Lieferketten - das alles belastet die Konsumenten.

Hinzu kommen die Auswirkungen der angespannten Situation in der größten Volkswirtschaft der Welt, den USA. Während ein Unternehmen nach dem anderen einen Gewinnrückgang oder einen Einstellungsstopp verkündet, versucht die US-Notenbank Federal Reserve mit großen Zinsschritten die Inflation wieder unter Kontrolle zu bekommen. Im Laufe dieses Abends werden die Währungshüter den Leitzins wohl erneut um 0,75 Prozentpunkte anheben.

Wir haben uns die gesamtwirtschaftliche Lage einmal genauer angeschaut und zusammengefasst, warum in den USA und in Deutschland eine Rezession droht. Wie ernst die Lage ist, wird auch im Verlauf der Woche sichtbar werden, wenn beide Länder ihre Wachstumsdaten für das zweite Quartal veröffentlichen. Wie Sie Ihr Unternehmen auf den Abschwung vorbereiten, erfahren Sie in unserem Interview mit dem renommierten Preisstrategen Hermann Simon .

Störungen in den Lieferketten: Die neuen Einschränkungen durch die Corona-Lockdowns in China haben im zweiten Quartal die durch die Pandemie ohnehin schon geschwächte Wirtschaft weiter belastet

Störungen in den Lieferketten: Die neuen Einschränkungen durch die Corona-Lockdowns in China haben im zweiten Quartal die durch die Pandemie ohnehin schon geschwächte Wirtschaft weiter belastet

Foto: Christian Charisius/ DPA

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Deutsche Bank kassiert Prognose: Auch Deutschlands größtes Geldhaus reiht sich ein in die Riege der Pessimisten. Zwar konnte die Deutsche Bank ihren Gewinn im zweiten Quartal noch kräftig steigern, aber der Ausblick verdüsterte sich. Vorstandschef Christian Sewing verwarf das Kostenziel für das laufende Jahr und stellte auch die angepeilte Rendite von 8 Prozent infrage. Warum unsere Kollegin Katharina Slodczyk der Meinung ist, dass die Probleme entgegen allen Beteuerungen hausgemacht sind und die Bank gerade in alte Unsitten verfällt, erfahren Sie hier.

  • Regierung kürzt Umweltprämie: Wenn Sie zu den Personen gehören, die auf ihr neues Elektroauto warten, könnte Sie auch diese Meldung bedrücken: Ab 2023 sinkt die staatliche Förderung für die Stromer, für Plug-in-Hybride soll sie sogar ganz wegfallen. Nur wer es schafft, sein Auto noch in diesem Jahr zuzulassen, erhält den Umweltbonus in voller Höhe. Scharfe Kritik kommt natürlich von der Autoindustrie und ihrer Verbandspräsidentin Hildegard Müller.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Noch einmal die Deutsche Bank: Anfang Juni wurde Stefan Hoops quasi über Nacht Nachfolger des zuletzt von Skandalen verfolgten Asoka Wöhrmann, bis dato Chef der Deutsche-Bank-Tochter DWS. Wie Hoops die Fondstochter nun aus der Krise führen soll, hat unsere Kollegin Katharina Slodczyk recherchiert. Sie weiß auch: Sollte der 42-jährige Betriebswirt das hinkriegen, könnte es der begnadete Verkäufer sogar auf den Chefposten des Mutterkonzerns schaffen. Ihr Porträt: "Captain Future von der DWS." 

Die Personalie des Tages:

  • Vorstandswechsel bei der Credit Suisse: Beim Schweizer Geldhaus sind die Probleme ebenfalls hausgemacht. CEO Thomas Gottstein konnte das krisengeschüttelte Schweizer Geldhaus nicht in ruhigeres Fahrwasser bringen. Nach dem dritten Quartalsverlust in Folge trennt sich die Credit Suisse nun nach rund zweieinhalb Jahren von Gottstein und übergibt die Geschäfte an Ulrich Körner. Der Sanierungsexperte arbeitet seit 2021 für die Bank und versuchte bisher, als Chef der Sparte Asset Management das Geschäft nach dem Debakel um den Grensill-Fonds wieder in die Spur zu bringen.

Meine Empfehlung für den Abend:

Vorreiter der digitalen Transformation: Microsoft-Chef Satya Nadella

Vorreiter der digitalen Transformation: Microsoft-Chef Satya Nadella

Foto: Christophe Morin/IP3 / Getty Images
  • Digitale Transformation: Tüfteln bei Ihnen noch kleine Gruppen von IT-Profis in ihrem stillen Kämmerlein oder arbeiten diverse Teams aus Topmanagerinnen und Mitarbeitern gemeinsam an neuen Ideen? Microsoft-CEO Satya Nadella und Marco Iansit, Professor an der Harvard Business School, haben 150 Unternehmen untersucht und herausgefunden, wie Firmen digitale Innovationen fördern können und worauf sie dabei achten sollten. 

Ein Hinweis in eigener Sache:

  • Auch wir bei manager magazin und dem Harvard Business manager arbeiten permanent daran, besser zu werden - im Team natürlich, aber auch mit unserer Leserinnen und Lesern. Deswegen brauchen wir heute Ihre Hilfe! Wir möchten unser digitales Angebot verbessern – und gezielter an den Bedürfnissen und Wünschen unserer Leserinnen und Leser ausrichten. Wir würden uns daher sehr freuen, wenn Sie sich fünf Minuten Zeit nehmen für unsere Befragung, die Sie hier finden.  Vielen Dank im Voraus für Ihre Teilnahme!

Herzliche Grüße und einen schönen Feierabend, Ihre Marleen Gründel

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