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Marleen Gründel

Der Freitag im Überblick Pessimistische Altmeister und optimistische Ozeanretter

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit Anlagetipps von Profis, Investments mit Meeresschutz und Lektionen fürs Leben.

Für Anleger ist die aktuelle Lage so komplex wie kaum jemals zuvor: Inflation und drohende Rezession, die Zinswende der Notenbanken, dazu Krieg in der Ukraine und Energiekrise, globales Lieferkettenchaos und nach wie vor die Corona-Pandemie.

Dementsprechend düster sehen die Halbjahresbilanzen an den weltweiten Börsen aus: Der deutsche Leitindex Dax verzeichnete die schwächste erste Jahreshälfte seit 2008, der US-Leitindex Dow Jones verlor so viel wie seit 1962 nicht mehr und der Technologieindex Nasdaq 100 schnitt so schlecht ab wie noch nie.

Ein Ende dieses Bärenmarktes ist leider nicht in Sicht: Die drei Altmeister der deutschen Geldanlage-Szene – DJE-Kapital-Gründer Jens Ehrhardt, DWS-Urgestein Klaus Kaldemorgen und Vermögensverwalter Bert Flossbach – erwarten weitere Kursverluste an den Börsen. Die Haudegen haben immerhin Erfahrung: In ihrer Karriere haben sie so einige Crashs live erlebt, nicht bloß im Lehrbuch nachgelesen. Unser Kollege Mark Böschen beschreibt, wie die drei Profis in diesen schwiegen Zeiten Verluste vermeiden , warum sie trotz allem nicht auf Aktien verzichten und auf welche Branchen sie jetzt setzen.

Strömungsmesser: Vermögensverwalter Jens Ehrhardt von DJE Kapital analysiert die Fülle oder Knappheit des Kapitals am Finanzmarkt, um Aufschluss über die Börsenaussichten zu erhalten

Strömungsmesser: Vermögensverwalter Jens Ehrhardt von DJE Kapital analysiert die Fülle oder Knappheit des Kapitals am Finanzmarkt, um Aufschluss über die Börsenaussichten zu erhalten

Foto: Thomas Dashuber/laif

Kollege Böschen hat aber nicht nur mit diesen Profiinvestoren gesprochen, sondern auf verschiedenen Investorentreffen tief in die Branche hineingehorcht. Seine Erkenntnisse teilt er im Podcast mit unserem Chefredakteur Sven Clausen – und natürlich auch mit Ihnen. Hören Sie doch mal rein: "Wie Anleger jetzt ihr Geld schützen können."

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Siemens mit Milliardenabschreibung: Die Probleme bei der spanischen Windkrafttochter Siemens Gamesa schlagen über Siemens Energy bis zum Mutterkonzern Siemens durch. Dieser muss nun eine außerordentliche Abschreibung in Höhe von 2,8 Milliarden Euro vornehmen, weil der Marktwert von Siemens Energy deutlich unter dem Buchwert der Energietochter liegt. Siemens droht sogar ein Quartalsverlust.

  • Europa mit Rekordinflation: Die Verbraucherpreise im Euroraum sind im Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,6 Prozent gestiegen. Erneut war der massive Anstieg der Energiepreise Haupttreiber der hohen Inflation. Die Europäische Zentralbank hat im Kampf gegen die Teuerung bereits eine Zinswende in Aussicht gestellt.

  • Krypto-Queen auf FBI-Liste: Die Erfinderin der angeblichen Digitalwährung "OneCoin", Ruja Ignatova, soll Investoren weltweit um Milliardenbeträge betrogen haben. Die US-Bundespolizei FBI setzte die unter dem Namen "Krypto-Queen" bekannt gewordene Bulgarin nun auf die Liste der zehn meistgesuchten Flüchtigen. Um Fälle wie den um den "OneCoin" künftig zu vermeiden, hat sich das EU-Parlament offenbar zudem auf eine Regulierung des Krypto-Markts geeinigt.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Investments ins Blaue: Wie kann der Schutz der Meere auch für private Investoren attraktiv werden? Darüber beraten gerade rund 5000 Teilnehmer auf der UN-Ozeankonferenz in Lissabon. Mit dabei ist unsere Kollegin Maren Jensen, die sich ausführlich mit dem Thema der sogenannten "Blue Bonds" beschäftigt hat. Welche Ideen die Initiatoren haben und welche Risiken bei der Anlageform noch drohen, erklärt sie hier.

Die besten Originaltexte aus dem aktuellen "Economist":

  • Sterben im Silicon Valley: Nach dem Techcrash an der Börse ist im Silicon Valley nichts mehr wie es war. Start-ups und Investoren stellen sich auf schlimme Jahre ein. "Es ist, als wäre hier eine Blendgranate eingeschlagen", sagt ein Investor. Erfahren Sie in der großen, datengestützten Analyse des britischen "Economist", wer sich im Hotspot der Techindustrie sicher fühlen kann – und wer zum Scheitern verurteilt ist .

  • Wagniskapital in China: Mit viel Geld hat die kommunistische Regierung eine der größten Start-up-Szenen der Welt geschaffen. Nach "Economist"-Zählung haben 32 der 56 Einhorn-Firmen des Landes staatliches Kapital erhalten. Nun soll der Technologiesektor umgeformt werden – nach Leitlinien und Willen der Regierung. Nur verändert das nicht alles zum Besseren, denn die Investoren und Gründer haben sich der Logik des Systems angepasst. Lesen Sie selbst: Der Aufstieg von Chinas VC-industriellem Komplex. 

Das Neueste aus dem Harvard Business manager:

  • Lektion über Führung: Die Kommunikationsexpertin Sonika Bakshi hat am eigenen Leib erfahren, wie prägend gute Führung sein kann. Als Berufsanfängerin vor 20 Jahren machte sie einen folgenschweren Fehler – und stieß auf Verständnis statt auf Wut. Wie es dazu kam und warum der Umgang mit diesem Fehler die wichtigste Lektion ihres Lebens war, erzählt sie bei unseren Kollegen vom Harvard Business manager .

Meine Empfehlung für den Abend:

Schloss verschlossen: Fiona Streve-Mülhens Achenbach zieht vor Gericht

Schloss verschlossen: Fiona Streve-Mülhens Achenbach zieht vor Gericht

Foto: Ralf Klodt
  • Schloss-Streit in den feinen Kölner Kreisen: Haben Sie schon einmal von "Sternkönig" oder "Star Appeal" gehört? Nein? Dann gehören Sie vermutlich wie ich nicht wirklich zu den Fans von Galopprennen oder gar zu dem erlesenen Kreis von Pferdeliebhabern, die sich auf dem Gestüt Röttgen in Köln tummeln. Auch Fiona Streve-Mühlens Achenbach, eine Nachfahrin der Mühlens-Familie, die das berühmte Kölnisch Wasser 4711 erfunden hat, wäre gern öfters dort. Doch der Geschäftsführer der Mehl-Mühlens-Stiftung, der Gestüt und angrenzendes Schloss verwaltet, verwehrt ihr den Zutritt. Nun zieht die Familienerbin vor Gericht .

Herzliche Grüße und ein entspanntes Wochenende, Ihre Marleen Gründel

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