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Kai Lange

Der Mittwoch im Überblick Wertvolle Geldanlagetipps und persönliche Geschenke

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit klugen Geldanlagestrategien, neuen Konkurrenten für den Lieferdienst Gorillas und ganz persönlichen Geschenktipps für Ihre Freunde und Bekannte.

Wer mit Joel Tillinghast spricht, kann viel über erfolgreiche Geldanlage lernen. Die Investorenlegende des Fondshauses Fidelity hat mit seinem Fonds seit 1989 doppelt so viel Rendite geliefert wie der US-Index S&P 500. Wer vor 33 Jahren 10.000 Dollar bei Tillinghast angelegt hätte, besäße heute Fondsanteile im Wert von fast 450.000 US-Dollar. Mit Interviews ist der Altmeister sehr sparsam, doch mit unserem Kollegen Mark Böschen hat der 64-Jährige ausführlich gesprochen und tiefe Einblicke in die Kunst der Geldanlage gegeben.

Tillinghast ist wie Warren Buffett ein Value Investor: Er kauft unterbewertete Unternehmen mit stabilem Cashflow, denen er starkes Wachstum zutraut. Trotz des jüngsten Kursrutsches hält er viele US-Techaktien noch immer für zu teuer. In Zeiten hoher Inflation hält er es eher mit Herstellern von Lebensmitteln oder kurzfristigen Konsumgütern, die mit starken Marken Kunden binden. Tillinghasts Mentor Peter Lynch hatte in den inflationsgeplagten 70er Jahren zum Beispiel in den Einzelhändler Wal Mart investiert, dessen Wert sich dann verzehnfachte. "Aldi würde ich heute kaufen, wenn die an der Börse wären", sagt Tillinghast.

Die Chancen, inmitten von Inflation und Börsen-Depression solche "Verzehnfacher" aufzuspüren, seien gar nicht so schlecht, erklärt er. Das Problem sei, jetzt durch die schlimmste Phase zu kommen, bis die Menschen das Gefühl haben, dass die Inflation wieder unter Kontrolle sei. "Dann wird es absolut fantastisch werden." Auf welche Aktien er setzt, wie er sie auswählt und was ihm sonst noch wichtig ist – lesen Sie hier: Die Inflationsstrategie des Altmeisters.

Fidelity-Manager Joel Tillinghast: "Trotz Inflation haben manche Aktien ihren Kurs verzehnfacht"

Fidelity-Manager Joel Tillinghast: "Trotz Inflation haben manche Aktien ihren Kurs verzehnfacht"

Foto:

Tony Luong

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Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • BASF will 500 Millionen Euro sparen: Der weltgrößte Chemiekonzern BASF will ab 2023 pro Jahr 500 Millionen Euro einsparen und die Kosten vor allem in Deutschland und Europa deutlich senken. "Das deutsche Geschäft hat sich besonders verschlechtert", sagte BASF-Chefin Martin Brudermüller, als er heute die Details des historischen Schrumpfprogramms erläuterte. An den Plänen, mehr als eine Milliarde Euro für eine neue "Megafabrik" in China zu investieren, hält er gleichzeitig fest. Diese Pläne hatten zuletzt für einen Kulturkampf bei BASF gesorgt.

  • Cosco steigt beim Hamburger Hafen ein: Das Bundeskabinett hat den Einstieg der chinesischen Staatsreederei Cosco bei einem Container-Terminal im Hamburger Hafen erlaubt. Nach langem Streit wurde nun mit einer so genannten "Teiluntersagung" ein Kompromiss gefunden: Die Beteiligung der Chinesen darf nur bei 24,9 Prozent liegen, sodass Cosco keine Entscheidungen der Betreibergesellschaft blockieren kann. Mit dem Kompromiss setzt sich Bundeskanzler Olaf Scholz, der sich für eine Beteiligung ausgesprochen hatte, kurz vor Beginn seiner China-Reise gegen die Bedenken aus seinen Fachministerien durch.

  • Audi steigt mit Schweizer Rennstall Sauber in die Formel 1 ein: Die VW-Tochter Audi wird in der Formel 1 ab 2026 als Werksteam antreten und dabei mit dem Schweizer Rennstall Sauber zusammenarbeiten. Audi übernimmt einen Anteil an der Sauber Group. Laut Branchenkreisen dürfte der Einstieg in die Formel 1 rund eine Milliarde Euro kosten. Verhandlungen mit McLaren waren zuvor geplatzt. Auch die Audi-Schwester Porsche hatte mit einem Einstieg in die Formel 1 geliebäugelt, doch die Verhandlungen mit dem Red-Bull-Rennstall des kürzlich verstorbenen Unternehmers Dietrich Mateschitz waren ebenfalls gescheitert.

  • Die wichtigsten Quartalszahlen im Überblick: Die US-Techkonzerne Alphabet und Microsoft wachsen zwar noch, aber langsamer als prognostiziert und mit enttäuschendem Ausblick – die Investoren werteten das als Alarmsignal. Mercedes-Benz dagegen freut sich über einen verdoppelten Gewinn, weswegen CEO Ola Källenius noch mehr für die Zukunft verspricht als ohnehin schon. Und auch die Deutsche Bank überrascht mit einem sehr starken Quartal – wobei die traditionell breitbeinig daherkommenden Investmentbanker so wenig Umsatz lieferten wie seit der Lehman-Krise nicht mehr. Alles in allem bleibt für heute festzuhalten: Die Zahlen sind besser als die Stimmung. Wir werden sehen, wie es weitergeht.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Der Vermögensatlas der Superreichen: Krieg, Börsenkrise und Inflation haben auch die Superreichen bislang nur kurzfristig getroffen. Ihre Vermögen dürften langfristig weiter wachsen. Wir zeigen Ihnen in prägnanten Grafiken, wo die Hochvermögenden zu finden sind, bis wann sich die Zahl der "Ultra-high-networth-individuals" mit einem Vermögen von mehr als 30 Millionen Dollar verdoppeln wird, welche Milliardärs-Hauptstädte New York die Führungsrolle streitig machen, in welche Finanzzentren außerhalb der Schweiz das Geld fließt - und vieles mehr.

Meine Empfehlung für den Abend:

Radikaler Expansionskurs: Knuspr-Chef Erich Comor im 2021 eröffneten Lager bei München. In drei Jahren will er 30 Millionen deutsche Kundinnen und Kunden beliefern.

Radikaler Expansionskurs: Knuspr-Chef Erich Comor im 2021 eröffneten Lager bei München. In drei Jahren will er 30 Millionen deutsche Kundinnen und Kunden beliefern.

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Finn Winkler

  • Angriff der neuen Lieferdienste: Auf dem Markt für Lebensmittel-Lieferdienste geschieht derzeit Erstaunliches. Die gefeierten Express-Anbieter wie Gorillas oder Flink ziehen sich aus vielen Städten zurück, weil Investoren verstärkt auf Profitabilität achten und mit frischem Geld knausern. Zugleich eröffnen neue Lieferdienste wie Knuspr oder Picnic neue Warenlager in deutschen Metropolen und setzen auf rasante Expansion. Dahinter stehen andere, aber womöglich nachhaltig erfolgreichere Geschäftsmodelle. Knuspr etwa liefert nicht binnen zehn Minuten, sondern bringt den Wocheneinkauf binnen drei Stunden. Und auch die Supermarktkette Rewe mischt mit. Der Lieferboom ist nicht beendet, schreibt unser Kollege Jonas Rest in seiner Hintergrundgeschichte. Der Markt für Lieferdienste wird aber neu sortiert, und die neuen Angreifer werden auch für die stationären Supermärkte zur Gefahr.

Herzlich, Ihr Kai Lange

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