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Marleen Gründel

Der Dienstag im Überblick Ein gieriger Wüstenstaat und ein volltrunkener Finanzchef

Jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit der Gasstrategie der Kataris, der Investmentstrategie von Warren Buffett und der Entschuldigungsstrategie von John Randal Tyson.

Liebe Leserin, lieber Leser,

nachdem wir Sie gestern angesichts der bevorstehenden Fußball-WM an dieser Stelle bereits ausführlich über das gewaltige Vermögen des Emirats Katar  informiert haben, richten wir heute unseren Blick auf die Gasstrategie der Kataris. Schließlich gehört das kleine Land mit seinen 2,7 Millionen Einwohnern nach den USA, Russland, China und Iran zu den fünf größten Erdgasproduzenten der Welt.

Kein Wunder, dass sich auch Wirtschaftsminister Robert Habeck für die arabische Monarchie interessiert. Als Ersatz für russisches Erdgas wollte der Grünen-Politiker möglichst viel Flüssigerdgas (LNG) aus dem Wüstenstaat nach Deutschland importieren – zumindest so lange, bis die Bundesrepublik genügend Energie aus nachhaltigen Quellen wie Sonne, Wasser und Wind gewinnen kann.

Doch das passt so gar nicht in die Strategie des Emirats, berichtet Kollege Kai Lange. Emir Hamad Al Thani forderte von Berlin, das Erdgas über einen Zeitraum von 20 Jahren abzunehmen. Der Wüstenstaat wollte Deutschland zudem verbieten, überschüssiges LNG an andere Staaten weiterzuverkaufen oder Lieferungen zu stornieren. Habeck ließ den Deal daraufhin platzen. Warum die Kataris ihre Gaskunden über Jahrzehnte binden wollen, welches andere europäische Land auf die Bedingungen des Wüstenstaats einging und warum Katars Energieminister Saad al-Kaabi der Europäischen Union droht, erfahren Sie hier: "Warum der WM-Gastgeber Deutschland auflaufen lässt ."

Kein Gas aus Katar: Der Bückling von Robert Habeck im Frühjahr in Doha hat nicht geholfen. Katar (im Bild mit Handelsminister Mohammed bin Hamad bin Kasim al-Abdullah Al Thani) hat andere Prioritäten, als Deutschland kurzfristig zu helfen

Kein Gas aus Katar: Der Bückling von Robert Habeck im Frühjahr in Doha hat nicht geholfen. Katar (im Bild mit Handelsminister Mohammed bin Hamad bin Kasim al-Abdullah Al Thani) hat andere Prioritäten, als Deutschland kurzfristig zu helfen

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Buffett investiert in TSMC: Die US-Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway des Milliardärs Warren Buffett hat für mehr als 4,1 Milliarden US-Dollar Aktien des weltgrößten Chip-Auftragsfertigers TSMC gekauft. Nachdem Buffett dem Techsektor lange Zeit äußerst kritisch gegenüber gestanden hatte, findet er nun offenbar Gefallen daran: Das taiwanesische Unternehmen ist nunmehr der vierte Techkonzern, den der Value-Investor in sein Portfolio aufgenommen hat.

  • Bird schockt die Investoren: Der E-Scooter-Verleiher hat zwei Jahre lang seine Umsätze zu hoch ausgewiesen. Bird sind die "Phantomeinnahmen" offenbar erst jetzt bei der Prüfung der Jahresbilanzen 2021 und 2022 aufgefallen. Damit spitzt sich die Krise für das in den USA ansässige Unternehmen nach sinkenden Erlösen und Entlassungen im Sommer zu. Aus Deutschland hat sich Bird bereits zurückgezogen, der Aktie droht die Verbannung von der US-Börse.

Die Personalie des Tages:

  • Blackrock-Ökonomin wechselt ins Wirtschaftsministerium: Die Makroökonomin Elga Bartsch soll künftig die Grundsatzabteilung im Bundeswirtschaftsministerium leiten. Das verlautete am Dienstag aus Ministeriumskreisen in Berlin. Dort soll sie Robert Habeck beim Kampf gegen die Energie- und Wirtschaftskrise unterstützen. Zuvor hatte Bartsch die Volkswirtschafts- und Kapitalmarktforschung beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock geführt.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Der Skandal bei Tyson Foods: Erst seit wenigen Wochen ist John Randal Tyson Finanzchef bei Tyson Foods – und sorgt schon für einen handfesten Skandal bei dem US-Fleischkonzern. Der Urenkel des Firmengründers wurde Anfang November volltrunken in einem Bett aufgefunden, in dem er nichts zu suchen hatte. Nun muss er sich gegen Vorwürfe der öffentlichen Trunkenheit sowie des Hausfriedensbruchs verteidigen. Tyson Junior entschuldigte sich zwar bei Mitarbeitern und Investoren, die Zweifel an seiner Qualifikation für den Posten des CFOs wachsen aber.

Ein Hinweis in eigener Sache:

  • Ab heute gibt es all unsere Nachrichten und Analysen nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Hören. Mithilfe einer künstlichen Intelligenz werden unsere Artikel automatisiert vertont und in lebensechter Sprache vorgelesen. Zum Start unseres neuen Angebots können Sie auf ausgewählte Artikel der vergangenen Woche zugreifen und das neue Angebot ausführlich testen. Ab sofort kommen dann täglich alle neuen Texte hinzu. Probieren Sie es gerne aus, zum Beispiel mit diesem Text .

Meine Empfehlung für den Abend:

Immer dagegen? Zynismus ist Sprengstoff für jede Unternehmenskultur

Immer dagegen? Zynismus ist Sprengstoff für jede Unternehmenskultur

Foto:

iStockphoto / Getty Images

  • Neid und Missgunst in Unternehmen: Der Softwarekonzern Microsoft ist ein trauriges Beispiel dafür, wie Unternehmen unter Zynismus leiden. Der Glaube, dass andere egoistisch, gierig und unaufrichtig seien, zerstörte im Jahr 2014 die Moral im Konzern und erstickte Innovationen im Keim. Microsoft-CEO Satya Nadella konnte das Ruder glücklicherweise herumreißen. Doch viele andere Unternehmen kämpfen heute mit ähnlichen Herausforderungen. In der neuen Titelgeschichte des Harvard Business managers beschreibt Stanford-Professor Jamil Zaki, was Führungskräfte gegen Zynismus tun können und wie sie dafür sorgen können, dass sich Mitarbeitende und Manager wieder vertrauen .

Herzliche Grüße und einen schönen Feierabend, Ihre Marleen Gründel

Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de .

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