Christoph Rottwilm

Newsletter Der Tag mit allerlei Auflösungserscheinungen

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit zwei Großkonzernen, die vielleicht zerschlagen werden, zwei Milliardärsbrüdern mit Problemen und zwei Toppersonalien.

Es gibt wohl kaum jemanden, der in den vergangenen Monaten nicht hin und wieder von dem Gefühl beschlichen wurde, dass sich Gewohntes auflöst und Neues bildet - die Welt scheint einfach nicht mehr die gleiche zu sein, die sie vor Corona war. Die Veränderungen in Corporate-Deutschland, von denen wir Ihnen heute exklusiv berichten können, sind aber noch einmal von einer eigenen Qualität. Als da wären: Ein Dax-Konzern, der womöglich vor der Zerschlagung steht, eines der großen Familienunternehmen, das einen Streit in der Eignersippe wohl nicht als Ganzes überstehen wird, und schließlich noch eine weitere der bekanntesten Unternehmerdynastien hierzulande, bei der das Lebenswerk in Gefahr gerät.

Fall eins ist der Gesundheitskonzern Fresenius. Dort rechnen die Eigner und das Management gerade nach, ob die Einzelteile des Unternehmens eventuell mehr wert sein könnten als der Konzern als Ganzes. CEO Stephan Sturm inszeniert sich inzwischen als Treiber einer Bewegung, die anfangs gegen ihn zu laufen schien – schließlich hat er mit Michael Sen einen gefährlichen Rivalen im eigenen Vorstand. Und der ist Spaltungsexperte. Die Details zur Lage erfahren Sie von meinem Kollegen Dietmar Palan: Warum Fresenius die eigene Zerschlagung auslotet 

Fall zwei: Auch die vielseitig aktive Oetker Gruppe (Pudding, Hotels, Bier und weiteres) scheint den Streit, den sich die Mitglieder der Eignerfamilie inzwischen schon seit einigen Jahren liefern, nicht als zusammenhängender Konzern zu überstehen. Kollege Martin Mehringer hat herausgefunden, dass Deutschlands größter Nahrungsmittelkonzern unter den Eignern aufgeteilt werden soll, im Grundsatz steht der Deal fest. Wäre da nur nicht das Problem mit dem zur Gruppe gehörenden Bankhaus Lampe. Welches Problem? Das verrät Mehringer hier: Oetker soll zerschlagen werden 

Puddingspender bei Oetker in Bielefeld: Der Mischkonzern könnte wegen der Fehde innerhalb der Eignerfamilie bald in seine Teile zerlegt werden

Puddingspender bei Oetker in Bielefeld: Der Mischkonzern könnte wegen der Fehde innerhalb der Eignerfamilie bald in seine Teile zerlegt werden

Foto: Michael Gottschalk / ddp/Michael Gottschalk

Und dann sind da noch – Fall drei – die Herren Michael und Wolfgang Herz, Milliardärsbrüder mit Hoheit über Beiersdorf und Tchibo. Über die Führungskrise beim Nivea-Konzern, die kürzlich im abrupten Abgang von CEO Stefan De Loecker gipfelte, sind Sie durch uns bereits informiert. Doch jetzt droht den Herzens auch noch der Kaffee anzubrennen: Auch Tchibo-Chef Thomas Linemayr verlässt das Unternehmen. Da gehen also die beiden wichtigsten Manager innerhalb weniger Wochen. Riskieren die Herz-Brüder gerade tatsächlich ihr Lebenswerk? Kollege Thomas Werres verrät es Ihnen hier .

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Was heute sonst noch wichtig war:

Meine Empfehlung für den Abend:

Luxusyacht "Dilbar" des usbekischen Milliardärs Alisher Usmanov: Der Verkauf solcher Privatschiffe floriert derzeit wie lange nicht

Luxusyacht "Dilbar" des usbekischen Milliardärs Alisher Usmanov: Der Verkauf solcher Privatschiffe floriert derzeit wie lange nicht

Foto: Peter Seyfferth / imago images / Peter Seyfferth
  • Die einen sitzen im Keller, Pardon: Homeoffice und tippen am Notebook, die anderen liegen auf dem Sonnendeck einer 120-Meter-Yacht und schlürfen am Cocktail: Wir leben in einer Welt der Gegensätze. Was sich am Cocktail-Ende tut, können Sie heute bei uns nachlesen: Weil die Corona-Krise zwar die Wirtschaft erschüttert hat, nicht aber die Börsen, sind die Superreichen noch vermögender geworden. Einen Teil ihres Geldes stecken sie offensichtlich in riesige Luxusyachten, deren Verkäufe geradezu explodiert sind. Einer, der sich ein besonders exquisites Exemplar bestellt haben soll, ist der weltweit reichste Mensch, Amazon-Gründer Jeff Bezos. Weiteres Namedropping finden Sie hier: Superreiche im Yachten-Kaufrausch

Beste Grüße, Ihr Christoph Rottwilm

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.