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Eva Buchhorn

Der Freitag im Überblick Showtime bei Tesla und Stress bei Twitter

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit Elon Musk in einer Doppelrolle, einem Streit um das Gehalt von VW-Größe Bernd Osterloh und Lauftipps bei Hitze.

Wie wertvoll ist die Arbeit von Betriebsrätinnen und Betriebsräten? Die Arbeitnehmervertreter selbst würden sagen: Sie kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Die Frage, was ein Betriebsrat in seinem Ehrenamt verdienen darf, ist damit allerdings noch nicht beantwortet - über die Antwort streiten Juristen seit Jahren.

Die Sache ist nicht so trocken, wie Sie jetzt vielleicht meinen. Nehmen Sie den einst wohl prominentesten Betriebsrats-Boss Deutschlands: Bernd Osterloh von VW, inzwischen Personalvorstand bei der VW-Tochter Traton. Er kassierte in Spitzenjahren samt Bonus um die 750.000 Euro. Einer aktuellen Urteilsbegründung des Landgerichts Braunschweig zu Folge könnte solch ein Topgehalt – das ja ohnehin immer den Geschmack der Günstlingswirtschaft hat – rechtswidrig sein.

Denn Osterloh sei nun mal kein Manager mit Management-Know-how und könne diesen daher nicht gleichgestellt werden, meinen die Richter. VW hätte sich bei Osterlohs Gehaltspaket an der Entwicklung vergleichbarer Arbeitnehmer orientieren müssen. Der Verdienst des gelernten Industriekaufmanns wäre dann wohl sehr viel bescheidener ausgefallen.

Aber wäre das sinnvoll? Immerhin sind Top-Betriebsräte weltweit agierender Konzerne in bedeutende Entscheidungen eingebunden und verhandeln ständig auf Augenhöhe mit der Unternehmensführung. Die Diskussion geht nun in die nächste Runde, zum Bundesgerichtshof. Die Details zu dem nicht ganz unkomplizierten Kasus, der prinzipiell für jeden deutschen Großkonzern relevant ist, finden Sie heute hier bei uns.

Zu gut bezahlt? Das Gehalt des früheren VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh sorgt weiter für Diskussionen

Zu gut bezahlt? Das Gehalt des früheren VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh sorgt weiter für Diskussionen

Foto: Fabian Bimmer/ REUTERS

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Aktiensplit bei Tesla: Mit einem Umtausch von Tesla-Papieren im Verhältnis 3 für 1 will Tesla-Boss Elon Musk sein Unternehmen attraktiver für Kleinanleger machen. Die Aktionäre gaben ihrem umjubelten Idol auf der Hauptversammlung heute Nacht in Texas grünes Licht für den geplanten Split. Musk gab außerdem das Ziel aus, in jedem Jahr zwei Millionen Elektroautos produzieren zu wollen. Auch den Bau mindestens einer neuen Fabrik kündigte der CEO an, ohne einen Standort zu nennen.

  • Schlammschlacht bei Twitter: Nach dem Rückzug seines 44 Milliarden US-Dollar schweren Übernahmeangebots für den Kurznachrichtendienst hat Tesla-Chef Elon Musk nun Klage gegen Twitter eingereicht. Er reagiert damit auf eine Klage des Twitter-Managements. Musk behauptet, Twitter habe bei den werberelevanten täglichen Nutzerzahlen betrogen. Er hat bereits die Investmentbanken Goldman Sachs und JPMorgan Chase vorladen lassen, die Twitter beraten haben. Twitter weist Musks Darstellung als Verdrehung von Tatsachen zurück. Am 17. Oktober treffen sich die Parteien in Delaware vor Gericht.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Big Tech-Dämmerung: Jahrelang schienen bestimmte Grenzen der Betriebswirtschaft für Apple, Amazon, Alphabet, Meta und Microsoft nicht zu gelten, sie wucherten scheinbar unbegrenzt. Damit könnte es vorbei sein, meinen unsere Kollegen vom britischen Wirtschaftsmagazin Economist. Sie analysieren in einem Stück, das wir Ihnen hier exklusiv anbieten, warum typische Probleme der Old Economy nun auch Amerikas Digital-Riesen in den Zangengriff nehmen: "Verliert Big Tech seine Sonderstellung in der Weltwirtschaft?" 

  • Entspannter anlegen: Fallende Weltbörsen, steigende Zinsen und die Störungen der Weltökonomie bereiten furchtsamen Anlegerinnen und Anlegern gerade schlaflose Nächte. Wäre es nicht besser, vorübergehend die Finger von Aktieninvestments zu lassen und den Sparplan einfach mal auszusetzen? Wer so handelt, tappt in typische Anlegerfallen, die Verhaltensökonomen seit Jahren erforschen. Unser Autor Kai Lange trägt die gefährlichsten Denkmuster von Aktiensparern zusammen. Sein Fazit: "Wer Ruhe bewahrt, wird eher reich." 

Unbesiegbar: Auch bei extremer Hitze kann Joggen einen guten Trainingseffekt haben

Unbesiegbar: Auch bei extremer Hitze kann Joggen einen guten Trainingseffekt haben

Foto: Marijan Murat/ dpa

Meine Empfehlung für den Abend:

  • Gesünder trainieren: Eine Hitzewelle hat Deutschland gerade überstanden, die nächste kommt bestimmt. Laufen im Hochsommer sei mit dem Training mit einer Gewichtsweste zu vergleichen, sagt die erfolgreiche Marathon- und Ultraläuferin Sonja von Opel: Mit jedem Grad Hitze legt sich der Sportler oder die Sportlerin ein paar Kilo mehr auf die Brust. Daher lieber runter mit dem Tempo und den eigenen Ansprüchen. Für Fitness-Begeisterte, die auch unter extremen Wetterbedingungen nicht von ihrer Trainingsroutine Abstand nehmen wollen, hat Lauf-Coach von Opel ein paar wertvolle Tipps. Sie finden Sie hier: "Laufen bei Hitze - worauf Sie achten müssen."

Herzliche Grüße, Ihre Eva Buchhorn

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