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Oliver Hollenstein

Der Donnerstag im Überblick Zinswende, Preiskampf und ein brüchiger Frieden

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit dem Ende der Strafzinsen, dem Preiskampf der Supermärkte und Nachsitzen in Wolfsburg.

Wer alltäglich die Inflation erleben will, muss nur auf die Preisschilder im Supermarkt schauen. Im Juni waren Lebensmittel im Schnitt fast 13 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. Für viele Haushalte ein Schock. Unsere Kolleginnen Margret Hucko und Hannah Steinharter haben recherchiert, wie hart der Kampf um die Supermarktpreise hinter den Kulissen aussieht : Unter dem Druck der Inflation eskaliert der Streit zwischen Markenartiklern und Supermarktketten.

Produzenten wie Kellogg, Coca-Cola oder Lorenz Snack-World rufen derzeit enorme Preiserhöhungen auf – und betreiben damit Inflationswucher, wie ihnen gleich zwei Supermarktketten vorwerfen. "Zahlreiche Konzerne versuchen, auf der aktuellen Inflationswelle mitzureiten", wütet Edeka-Chef Markus Mosa. Er beobachte "immer häufiger unfaire Industriepraktiken". Nicht anders klingt es bei Rewe-Einkaufschef Hans-Jürgen Moog: "Einige nationale und internationale Großkonzerne haben offenkundig die Kundenorientierung über ihren fast schon scham- und konzeptlos anmutenden Forderungen aus den Augen verloren."

Die Europäische Zentralbank ist unterdessen in den Kampf gegen die Inflation eingestiegen. Zum ersten Mal seit rund elf Jahren steigen die Zinsen in der Eurozone wieder. Der Leitzins werde in einem großen Schritt von 0 auf 0,5 Prozent, erklärte EZB-Chefin Christine Lagarde. Zudem sind die Strafzinsen Geschichte. Banken müssen nicht mehr draufzahlen, wenn sie überschüssiges Geld bei der EZB parken. An der Börse gewannen die Bankenaktien nach der Entscheidung deutlich. Was die Zinswende unterdessen für Sparer Häuslebauer bedeutet, haben wir hier für Sie erklärt.

Historischer Schritt: EZB-Chefin Christine Lagarde und der EZB-Rat haben den Leitzins in der Eurozone erhöht

Historischer Schritt: EZB-Chefin Christine Lagarde und der EZB-Rat haben den Leitzins in der Eurozone erhöht

Foto: STEPHANIE LECOCQ / EPA

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Die Personalie des Tages:

Gut bezahlt: Roche-Chef Severin Schwan hat im vergangenen Jahr 11,5 Millionen Franken (11,6 Millionen Euro) verdient

Gut bezahlt: Roche-Chef Severin Schwan hat im vergangenen Jahr 11,5 Millionen Franken (11,6 Millionen Euro) verdient

Foto: GEORGIOS KEFALAS / EPA

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Wer nachhaltig baut, kann beim Kreditzins sparen: Steigende Bauzinsen bereiten Hauskäufern sowie Bauherren und -frauen Kopfzerbrechen. Doch wer auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz achtet, kann Geld sparen: Manche Bank räumt dafür bessere Konditionen ein, erklärt unser Kollege Christoph Rottwilm.

Unsere Empfehlung für den Abend:

Nicht schon wieder: Volkswagen-Chef Herbert Diess geht in die nächste Runde der Softwarediskussionen

Nicht schon wieder: Volkswagen-Chef Herbert Diess geht in die nächste Runde der Softwarediskussionen

Foto: Volker Crone / DER SPIEGEL
  • Brüchiger Frieden: Nach der jüngsten Aufsichtsratssitzung der Volkswagen AG Anfang Juli blieb es erstaunlich ruhig. Ein wenig Gemurmel war zu vernehmen, mehr nicht. Dabei ging es mal wieder um das heißeste Streitthema des Autokonzerns überhaupt: die massiven Probleme bei der Entwicklung der Software für die künftigen Modellgenerationen. Im Mai war Konzernchef Herbert Diess bei den Aufsehern noch durchgefallen mit seinem Notfallplan. Nun haben sich die Beteiligten immerhin ganz grob geeinigt. Volkswagen investiert massiv: drei Milliarden Euro nur für die Softwareentwicklung, 2700 zusätzliche Entwickler sollen zum Noteinsatz bei der Softwaretochter Cariad einrücken. Ist nun also alles gut? Mitnichten. Unser Kollege Michael Freitag hat im Konzern recherchiert und erklärt, warum der scheinbare Wolfsburger Softwarefrieden brüchig ist, vorsichtig formuliert.  Und warum die Aufseher ihren CEO schon wieder zum Nachsitzen einbestellt haben.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend!

Ihr Oliver Hollenstein

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