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Marleen Gründel

Der Mittwoch im Überblick Der Stachel im Fleisch der Finanzbranche

Marleen Gründel
Von Marleen Gründel Redakteurin manager magazin
Jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit einer angriffslustigen Aktivistin, einem optimistischen Krisenmanager und einer den Ego-Kult anprangernden Personalberaterin.

Liebe Leserin, lieber Leser,

erinnern Sie sich noch an den Greenwashing-Skandal bei der DWS? Die größte Fondsgesellschaft Deutschlands wurde im vergangenen Jahr von dem Vorwurf erschüttert, ihre Fonds grüner angemalt zu haben als es der Realität entsprach. Kurz danach rückte die Staatsanwaltschaft zu einer Razzia bei der Deutsche-Bank-Tochter an, der damalige CEO Asoka Wöhrmann verlor seinen Job und inzwischen ermitteln auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin und die amerikanische Wertpapieraufsicht SEC.

Die Frau, die dieses Beben ausgelöst hat, ist inzwischen zur Aktivistin geworden. Sie hat aus der Not eine Tugend gemacht. Denn seitdem Desiree Fixler von Wöhrmann unrühmlich gefeuert wurde, hat sie keinen neuen Job in der Finanzbranche gefunden. Und so ging sie an die Öffentlichkeit und machte ihre interne Kritik publik.

Inzwischen reist die Managerin, die mehr als 20 Jahre im Finanzsektor gearbeitet hat, von einer Konferenz zur nächsten und spricht über die Frage, wie nachhaltig die Geldbranche wirklich ist. Unsere Kollegin Katharina Slodczyk erzählt ihre Geschichte und berichtet von ihren neuen Zielen: "Wie die frühere DWS-Managerin Desiree Fixler zur Aktivistin wurde." 

"Vom Chief Sustainability Officer zum Chief Trouble Officer": Die ehemalige DWS-Managerin Desiree Fixler ist seit dem Greenwashing-Skandal der "Stachel im Fleisch" der Finanzbranche

"Vom Chief Sustainability Officer zum Chief Trouble Officer": Die ehemalige DWS-Managerin Desiree Fixler ist seit dem Greenwashing-Skandal der "Stachel im Fleisch" der Finanzbranche

Foto:

Ossi Piispanen für manager magazin

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • DWS erhöht Gewinnziele: Der neue DWS-Chef Stefan Hoops versucht unterdessen, die kriselnde Deutsche-Bank-Tochter wieder auf Kurs zu bringen. Mit Sparmaßnahmen sollen Investitionen finanziert werden, die den Gewinn bis Mitte des Jahrzehnts deutlich steigern sollen. Von der verbesserten Ertragslage werden dann auch die Aktionäre in Form einer erhöhten Dividende profitieren, so die Ankündigung des Topmanagers. Anleger reagierten erwartungsgemäß begeistert.

  • China lockert Corona-Maßnahmen: Die massiven Proteste der chinesischen Bevölkerung gegen die strikte Null-Covid-Politik der Regierung zeigen Wirkung. Der Staatsrat verkündete heute in einem Zehn-Punkte-Plan für das gesamte Land Erleichterungen für Quarantäne, PCR-Tests und Lockdowns.

  • SAP verzichtet auf Uni-Examen: In Zeiten des Fachkräftemangels müssen Unternehmen kreativ werden, um neue Mitarbeiter für sich zu gewinnen. Auch Sabine Bendiek, Personalchefin beim Softwarekonzern SAP, hat das erkannt und bittet künftig auch Bewerber ohne einen universitären Abschluss zum Gespräch.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Der Crash in der Techbranche: Jahrelang wurde der Technologiesektor mit billigem Geld geflutet, die Bewertungen schienen keine Grenzen zu kennen. Doch in diesem Jahr folgte dann mit dem Tech-Crash die Vollbremsung, allein in Europa wurden mehr als 400 Milliarden Dollar an Firmenwert verbrannt. Doch ganz so schlimm wie befürchtet ist die Lage dann doch nicht, wie eine Studie des Risikokapitalgebers Atomico zeigt. Kollege Kai Lange hat den Report ausführlich analysiert und beschreibt hier die wichtigsten Erkenntnisse.

  • Die Strukturkrise in Deutschland: Deutschlands Geschäftsmodell beruht noch immer auf Innovationen aus dem vorigen Jahrhundert. Doch die Industrieproduktion bröckelt, der deutsche Output erreichte bereits im Dezember 2017 seinen historischen Höhepunkt. Die Bundesregierung sollte daher deutlich mehr Geld in Forschung und Entwicklung investieren, meint unser Kolumnist Henrik Müller. Nur so könnten die besten Köpfe in Deutschland gehalten werden und die Wirtschaft wieder innovativer werden .

Meine Empfehlung für den Abend:

"Elon Musk tritt Vieles mit Füßen", sagt Personalberaterin Constanze Buchheim im manager-magazin-Podcast "Deutschlands digitale Hoffnungsträger"

"Elon Musk tritt Vieles mit Füßen", sagt Personalberaterin Constanze Buchheim im manager-magazin-Podcast "Deutschlands digitale Hoffnungsträger"

Foto: Monopolkommission
  • Ego-Kult in der Gründerszene: Seit rund 15 Jahren sucht Constanze Buchheim mit ihrer Personalberatung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Unternehmen. Was mit Praktikantenaquise begann, ist heute eine auf Führungskräfte in der Techbranche spezialisierte Boutique-Beratung. Mit unserer Kollegin Christina Kyriasoglou spricht Buchheim in einer neuen Folge unseres Podcasts "Deutschlands digitale Hoffnungsträger" über ihre Höhe- und Tiefpunkte als Gründerin, die aktuellen Anforderungen an Führungskräfte und Elon Musks Machtmissbrauch.

Herzliche Grüße und einen schönen Feierabend, Ihre Marleen Gründel

Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de .

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