Christoph Rottwilm

Newsletter "Der Tag" Der Tag mit dem Traumschiff, das an Covid-19 zugrunde ging

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit 60 überflüssigen Luxuslinern, fünf Tech-Giganten im Wettstreit und zweimal Bernard Arnault.

Ein riesiges Kreuzfahrschiff von mehreren hundert Metern Länge in voller Fahrt zu stoppen oder zu wenden, das ist ein eher aufwendiges Manöver. Dem mikroskopisch kleinen Virus ist es gelungen, die gesamte Flotte auszubremsen.

Kreuzfahrtfirmen wie das weltweit führende Trio aus den USA - Carnival, Royal Caribbean und NCL - cruisten erfolgsverwöhnt über die Ozeane: Die Schiffe immer größer, die Umsätze immer höher. Wachstumsraten von 7 Prozent pro Jahr waren in der Branche eine Selbstverständlichkeit - bis zum Frühjahr 2020. 60 der rund 300 großen Kreuzfahrtschiffe weltweit liegen ungenutzt am Ufer oder werden gleich vollends verschrottet. So auch die "Astor", die einst als ZDF-Traumschiff diente. In gutem Zustand hätte der Dampfer noch 20 Jahre fahren können - doch er fiel Covid-19 zum Opfer.

Von der Lizenz zum Gelddrucken an den Rand des Untergangs. Die Kreuzfahrtfirmen, die Monat für Monat weiter riesige Millionensummen verbrennen, zeigen ungeahnte Schwächen. Einblick in die darbende Branche, die auf nichts mehr hofft, als auf die Rückkehr des Sonnenscheins, durch den ihre Luxusliner einst fuhren, gibt mein Kollege Michael Machatschke: Kreuzfahrten - die Irrfahrten der Goldreeder 

Letzte Ruhe: Im türkischen Izmir werden ausrangierte Kreuzfahrtschiffe ausgeschlachtet und verschrottet

Letzte Ruhe: Im türkischen Izmir werden ausrangierte Kreuzfahrtschiffe ausgeschlachtet und verschrottet

Foto: Umit Bektas / Reuters

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Wir hatten über den bevorstehenden Verkauf der Sandalenfirma Birkenstock, bei dem vor allem Unternehmenschef Oliver Reichert Kasse macht, bereits gestern berichtet . Jetzt ist der Deal endgültig in trockenen Tüchern: Die französisch-amerikanische Beteiligungsgesellschaft L Catterton und der Milliardär Bernard Arnault, Chef des Luxuskonzerns LVMH, steigen bei dem deutschen Schuhhersteller ein.

Was heute sonst noch wichtig war:

Meine Empfehlung für den Abend:

Spac-Promoter Shaquille O´Neal: Auf dem Basketballfeld ein Vorbild - bei der Geldanlage auch?

Spac-Promoter Shaquille O´Neal: Auf dem Basketballfeld ein Vorbild - bei der Geldanlage auch?

Foto:

PAUL SANCYA/ AP

  • Shaquille O´Neal, Bernard Arnault, Martin Blessing, Oliver Samwer und viele mehr - wer dieser Tage im Geldanlagegeschäft en vogue sein will, gründet eine Spac. Viele Milliarden werden mit den Firmenhüllen, die erst an die Börse und dann auf die Suche nach einem Unternehmen gehen, das sie übernehmen können, in den USA bereits umgesetzt. Jetzt kommt der Trend nach Deutschland, in Frankfurt haben Anleger gerade 275 Millionen Euro in eine erste Spac ("Special Purpose Aquisition Company") des Investors und Finanzingenieurs Klaus Hommels gesteckt. Die Basics des Spac-Geschäfts hatten wir für Sie schon kürzlich in einem FAQ erklärt. Jetzt sprechen meine Kollegen Sven Clausen, Martin Noé und Jonas Rest in unserem wöchentlichen Podcast "Das Thema" über die Details: Hilft das Investmentmodell Privatanlegern, früh in aussichtsreiche Tech-Firmen zu investieren? Oder werden sie einfach nur gemolken? Hören Sie rein, hier geht's zum Podcast.

Beste Grüße, Ihr Christoph Rottwilm