Christoph Rottwilm

Newsletter "Der Tag" Der Tag mit drei Vorkämpferinnen gegen Corona

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit Impfforscherinnen auf Erfolgskurs, Autobauern auf Elektrotrip und Hotelinvestoren auf dem Kriegspfad.

Die nigerianische Ökonomin Ngozi Okonjo-Iweala seit dieser Woche neu an der Spitze der Welthandelsorganisation WTO, die Schwedin Cecilia Malmström demnächst wahrscheinlich Generalsekretärin der OECD, dazu Christina Lagarde bei der EZB, Gita Gopinath beim IWF, Janet Yellen als Boom-Beauftragte in der neuen US-Regierung  und viele mehr - es scheint sich tatsächlich etwas zu bewegen an den entscheidenden Stellen der Weltwirtschaft. Wir hatten die "weibliche Revolution des globalen Kapitalismus"  kürzlich bereits ausführlich beschrieben.

Welche entscheidende Rolle Frauen auch im Kampf gegen die Corona-Pandemie spielen, zeigt sich in diesen Tagen ebenfalls deutlich: Ohne sie gäbe es einige der Impfstoffe, die der Welt seit Monaten Hoffnung verleihen, womöglich nicht. Die Rede ist von Sarah Gilbert, Özlem Türeci und Kizzmekia Corbett, die maßgeblich an der Vakzin-Entwicklung bei Astrazeneca, Biontech und Moderna beteiligt waren. "Einige von Ihnen haben ihre Namen vielleicht noch nie gehört, aber wir verdanken ihnen viel", so EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die zugleich Unternehmen in Europa auffordert, weiterhin mehr Frauen in Spitzenpositionen zu befördern.

Eine unabhängige Jury hat Özlem Türeci und ihren Ehemann Uğur Şahin nun in unsere Hall of Fame der deutschen Forschung berufen. Die Ehrung vergeben wir alljährlich seit 2009, im vergangenen Jahr war etwa die spätere Nobelpreisträgerin Emmanuelle Charpentier die Laureatin. Die Biontech-Gründer hätten "in außergewöhnlichen Zeiten Außergewöhnliches geschafft", so die Jury . Dem schließen wir uns gern an – herzlichen Glückwunsch!

Wertvoller Beitrag zum Allgemeinwohl: Sarah Gilbert, Özlem Türeci und Kizzmekia Corbett

Wertvoller Beitrag zum Allgemeinwohl: Sarah Gilbert, Özlem Türeci und Kizzmekia Corbett

Foto:

John Cairns/Univ. Of Oxford/DPA, Biontech, Bloomberg/Getty Images

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Was heute sonst noch wichtig war:

  • Nirgendwo sonst in Deutschland reihen sich derart viele Fünfsternehotels aneinander wie am bayerischen Tegernsee. Und das ist erst der Anfang, weitere Investoren planen Großprojekte in der Bilderbuchlandschaft. Deutschlands umtriebigster Baulöwe hat sich ein Terrain im Voralpenidyll gesichtert, dazu Herren der Molke, des Mörtels und der Mode. Sie alle müssen sich auf einen harten Konkurrenzkampf einstellen. Über den Krieg der Sterne berichtet meine Kollegin Gisela Maria Freising .

  • Zehn Jahre ist es jetzt her, da löste ein Erdbeben eine Kernschmelze im japanischen Atomkraftwerk von Fukushima aus. Das Ereignis wirkt bis heute nach: Japan hat sich verändert, doch der erhoffte Wandel bleibt aus – Angst und Misstrauen gegenüber der Regierung halten an. Lesen Sie dazu die Analyse aus dem neuen "Economist": Warum Japan an der Rehabilitierung von Fukushima scheitert 

Meine Empfehlung für den Abend:

Warnt vor 3 Prozent Inflation: Bundesbankpräsident Jens Weidmann

Warnt vor 3 Prozent Inflation: Bundesbankpräsident Jens Weidmann

Foto:

RALPH ORLOWSKI / REUTERS

  • Gestern empfahl ich Ihnen an dieser Stelle eine Videoreportage, heute ist es etwas für die Ohren: In unserem neuen Podcast diskutieren Christian Schütte, unser Experte für Makroökonomie, und unser Chefredakteur Martin Noé ein Thema, das gerade wieder aufflammt und wohl jeden interessiert: Kommt die Inflation zurück? Jahrelang gab es die Geldentwertung lediglich in der Theorie, doch jetzt werden die Alarmsignale lauter: Bundesbankpräsident Jens Weidmann etwa warnt vor Inflationsraten von mehr als 3 Prozent zum Jahresende. Was heißt das also? Ist die Debatte nur ein Sturm im Wasserglas der Ökonomen? Oder steht uns die Rückkehr der Inflation tatsächlich bevor? Hören Sie rein.

Beste Grüße, Ihr Christoph Rottwilm

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