Lukas Heiny

manage:mobility Sunnyboys, ein Diesel Guy und die Cyberwhistle

Liebe Leserin, lieber Leser,

unsere Themen der Woche:

  • Die Elektrostrategie von Daimler Truck.

  • Mehr als eine halbe Milliarde für Flink.

  • Sono Motors – die Autofirma, die keine sein will.

Ich wünsche viel Spaß mit der neuen Ausgabe unseres wöchentlichen Mobility-Newsletters.

Top-Thema: Die Elektropläne von Daimler Truck

Endlich allein: Daimler Truck-Chef Martin Daum darf einen eigenständigen Konzern führen, die elektrischen Lkw sollen aber mit aufs Bild

Endlich allein: Daimler Truck-Chef Martin Daum darf einen eigenständigen Konzern führen, die elektrischen Lkw sollen aber mit aufs Bild

Foto:

Marijan Murat / dpa / picture alliance

Seit dieser Woche ist Daimlers Lkw-Tochter ein eigenständiger Konzern, kommende Woche soll Daimler Truck an die Börse gehen. Man sieht sich schon unter den Top 15 in Deutschland, 40 Milliarden Euro Börsenwert gelten mittelfristig als realistisch. Doch ach: Die Margen sind niedrig, die Kosten hoch – und die alles entscheidende Frage lautet: Schafft der weltgrößte Truckhersteller auch den Umstieg ins Elektrozeitalter? Vorstandschef Martin Daum investiert viel, Batterien und Brennstoffzelle – nur scheint der Diesel Guy selbst nicht so recht an den Erfolg der Technik zu glauben. Wir haben uns die Strategie für die Null-Emissions-Ära angeschaut. 

Köpfe: Oliver Merkel ++ Andrea Nahmer ++ Martin Klein

  • Oliver Merkel. Der Co-Gründer und Chef des 10-Minuten-Lieferdienstes Flink darf sich über 560 Millionen Dollar frisches Kapital freuen. Auch die Supermarktkette Rewe ist wieder unter den Investoren. Das Berliner Start-up wird nun mit 2,7 Milliarden Dollar bewertet.

  • Andrea Nahmer. Die Finanzmanagerin von Volkswagen zieht in den Aufsichtsrat des chinesischen Batterieherstellers Gotion High Tech ein. Die Deutschen erhöhen damit ihren Einfluss in dem strategisch wichtigen Pakt.

  • Martin C. Klein. Der frühere Daimler- und Recaro-Manager wird neuer CEO bei e.Go, der einstigen Elektrohoffnung.

Unternehmen: Sono Motors ++ Tesla und BMW ++ Emirates und Lufthansa ++ Renault

Sunnyboys: Die Sono-Gründer Jona Christians und Laurin Hahn (r.) neben ihrem Proto-Prototyp von Solarauto

Sunnyboys: Die Sono-Gründer Jona Christians und Laurin Hahn (r.) neben ihrem Proto-Prototyp von Solarauto

Foto: Sono Motors
  • Das Münchener Start-up Sono Motors, das bekanntlich das Solarauto Sion bauen will, wäre in diesem Monat wohl pleite gewesen. Glücklicherweise brachte der Wall-Street-Börsengang vor zwei Wochen frisches Kapital. Doch ob die Firma um Gründer Laurin Hahn jemals ein Auto bauen wird, ist fraglich. Mein Kollege Arvid Kaiser hat mit Hahn und dessen Produktionschef gesprochen sowie Unterlagen ausgewertet. Sein Eindruck: Das Auto ist nur Mittel zum Zweck. Die Autofirma, die keine sein will. 

  • Die 16 weltgrößten Autobauer haben ein wildes drittes Quartal hinter sich, inklusive Teilemangel und stillstehender Bänder. Trotzdem stiegen die Gewinne auf Rekordniveau. Die höchste Ebit-Marge erreichte dabei erstmals: Tesla. Vor BMW und Toyota. Elon Musk darf sich Quartalskönig nennen.

  • Die Airlines der Welt bereiten sich auf die Folgen des neuen Coronavirus und die daraus folgenden Reisebeschränkungen vor. Emirates-President Tim Clark warnt bereits vor "Traumata für die Branche", sollte das Weihnachts- und Wintergeschäft wegfallen. Dabei trifft es die Fluggesellschaften von Land zu Land sehr unterschiedlich.

  • Autobauer Renault feiert den 60. Geburtstag des legendären R4 – und präsentierte den "Air4". Ein fliegendes Auto, mit Karbonkabine im R4-Design, vier Propellern, im Gegensatz zu den aktuellen Zahlen der Franzosen sehr amüsant. Das Video vom Probeflug  können Sie hier sehen.

Gagamobil: Mit dem "Air4" will Renault die "Straßen der Zukunft" erobern.

Gagamobil: Mit dem "Air4" will Renault die "Straßen der Zukunft" erobern.

Foto: PR

Zahl der Woche: 153

So viele öffentlich zugängliche Ladesäulen kommen laut des neuen Ladenetz-Rankings  des VDA auf alle zugelassenen Autos in der Stadt Wolfsburg. Kein anderer Landkreis in Deutschland ist besser ausgestattet. Hinter Wolfsburg (VW) liegt übrigens Ingolstadt (Audi). Zufall? Beim Schlusslicht, im Landkreis Neunkirchen, teilen sich 5450 Autos eine Säule.

Neue Mobilität: Mobilitätsplattformen ++ Züge ++ E-Scooter

Unter Druck: Didi-Co-Gründerin Jean Liu wird zu höheren Löhnen für ihre Fahrer verpflichtet, muss mit Anti-Monopol-Untersuchungen rechnen und soll sich angeblich von der US-Börse zurückziehen

Unter Druck: Didi-Co-Gründerin Jean Liu wird zu höheren Löhnen für ihre Fahrer verpflichtet, muss mit Anti-Monopol-Untersuchungen rechnen und soll sich angeblich von der US-Börse zurückziehen

Foto: Bloomberg / Bloomberg via Getty Images
  • Chinas Aufsichtsbehörden bremsen mit neuen Gesetzen die Anbieter auf dem wild boomenden Markt der Taxi- und Lieferdienste aus. Für Marktführer Didi Global, die neben diversen Lieferdiensten auch Shared-Mobility-Services anbieten, verschärft sich damit die ohnhin schon angespannte Beziehung zu den Staatsbeamten.

  • Können sich auch Lokführer bald ins Homeoffice zurückziehen? In Sachsen erforschen Fachleute die Möglichkeiten der Automatisierung im Bahnverkehr – bis hin zu autonom fahrenden Zügen.

  • Während das zwischenzeitliche Fahrverbot für E-Scooter in der US-Stadt Miami wieder aufgehoben  ist, bremst die Stadtverwaltung von Paris  die Anbieter aus. Wortwörtlich. Nach langer Diskussion gilt jetzt praktisch in der gesamten Stadt ein Tempolimit von 10 Stundenkilometern. Immerhin wurden die Lizenzen für die drei Anbieter Tier, Lime und Dott verlängert.

  • Die deutsche Flugtaxi-Hoffnung Volocopter hat ihren geplanten Spac-Börsengang abgesagt . Zu riskant, so die Begründung gegenüber den Kleinanlegern, die der Firma Geld gegeben hatten.

Deep Drive: Studie der Woche

Welchen Einfluss haben E-Bikes auf die CO2-Emissionen im Verkehrssektor? Diese Frage haben Wissenschaftler der Universität Leeds für England beantwortet und gerade in einem Fachjournal veröffentlicht : 24,4 Millionen Tonnen ließen sich dort sparen. Das Spannende: Nicht etwa in den Großstädten, sondern vor allem in ländlichen Gegenden ist das Einsparpotenzial am größten.

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Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Newsletter haben, schreiben Sie uns an gern an manage.mobility@manager-magazin.de . Ebenso natürlich, wenn Sie Hinweise oder Anregungen zu Recherchen haben. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Geisterfahrer der Woche:

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Beworben von Elon Musk höchstselbst via Twitter , stellte Tesla zum 1. Dezember dieses Ding in seinen Merchandise-Shop. Eine Cyberwhistle – eine Stahlpfeife im Design des Cybertruck, dessen Start immer wieder verschoben wurde. Preis des Dings: 50 Dollar. War trotzdem binnen Stunden ausverkauft.

Ich wünsche Ihnen einen bewegte Woche!

Herzlichst, Ihr Lukas Heiny.

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