Eva Buchhorn

Der Montag im Überblick Strategieschwenk bei Spotify und Mr. Cum-ex vor Gericht

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit einem neuen Großaktionär bei Twitter, Ingenieuren in Vorständen und Forderungen nach mehr Druck auf Russland.

Mehr als 400 Millionen Menschen nutzen den Musikstreamingdienst Spotify – und fast die Hälfte von ihnen zahlt sogar dafür. Trotzdem ist Spotify ein Krisenfall geblieben. 16 Jahre lang ist es der Plattform des Schweden Daniel Ek nicht gelungen, Gewinne zu generieren. Zwei Drittel seiner Einnahmen muss er an die Musikkonzerne weitergeben, die sich mit seiner Hilfe inzwischen prächtig erholt haben.

Ek weiß: Ewig werden seine Investoren nicht zu ihm halten. Darum soll Spotify sich jetzt wandeln und vom bloßen Abspielkanal zum Audio-Browser werden. Dort sollen die Nutzer alles finden, was die digitale Audio-Welt hergibt: Podcasts, Hörbücher oder Audiostorys von Magazinen. Über eine Milliarde Dollar hat Spotify bereits investiert. Ek hofft, mit seinem erweiterten Angebot auch deutlich höhere Werbeeinnahmen kassieren zu können.

Ob der Plan aufgeht oder sich hier gerade das letzte Aufbäumen eines der wohl am meisten geliebten digitalen Geschäftsmodelle des Planeten besichtigen lässt, hat unser Kollege Jonas Rest analysiert. 

Letzte Hoffnung: Gründer und CEO Daniel Ek will sein chronisch defizitäres Unternehmen Spotify in einen Audio-Browser verwandeln.

Letzte Hoffnung: Gründer und CEO Daniel Ek will sein chronisch defizitäres Unternehmen Spotify in einen Audio-Browser verwandeln.

Foto: Drew Angerer / Getty Images

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Was Sie heute noch für Ihr Berufsleben lernen können:

RWTH-Alumna: Ihr technischer Sachverstand hat die Ingenieurin Anja-Isabel Dotzenrath in den Vorstand von BP geführt

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Foto: John M. John

Meine Empfehlung für den Abend:

  • Wie scharf muss der Westen Russland wirtschaftlich sanktionieren, um dem Kriegsgeschehen in der Ukraine vielleicht doch Einhalt zu gebieten? Nach den Berichten über Gräueltaten in Butscha stellt sich diese Frage mit höchster Dringlichkeit. Schreckt die Bundesregierung weiterhin zu Recht vor einem Energieembargo zurück? Wie stark würde etwa ein Importstopp für russisches Öl oder Gas der deutschen Industrie und den Verbrauchern schaden? Unser Kolumnist Henrik Müller, leidenschaftlicher Volkswirt und Buchautor, ordnet die Folgen der Putin-Krise ein. Sein Text zeigt deutlich: Die Neusortierung unserer Welt hat gerade erst begonnen.

Herzliche Grüße, Ihre Eva Buchhorn