Corinna Scheying

Newsletter "Der Tag" Der Tag mit dem Cum-Ex-Rätsel um Hamburgs Bürgermeister

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit der Rolle von Peter Tschentscher im Cum-Ex-Skandal, der Elektrostrategie von Volvo und der absehbaren Verlängerung des Lockdowns.

Fast alle großen Banken waren an den illegalen Cum-Ex-Geschäften beteiligt, aber bei wenigen ist die Sachlage nach Ansicht von Juristen so deutlich wie bei der Hamburger Privatbank M.M. Warburg. In der Hansestadt soll jetzt ein Untersuchungsausschuss klären, warum ihr Finanzamt 47 Millionen Euro Steuern nicht zurückforderte, die die Warburg-Bank mit Cum-Ex-Geschäften ergaunert haben soll.

In der Finanzbehörde der Stadt sieht man die Sache so: Die Bank hatte in riesigem, nach eigenen Angaben möglicherweise sogar existenzgefährdendem Umfang Geschäfte gemacht, in denen es wahrscheinlich um das Ergaunern von Steuern ging, im besten Fall um sehr aggressives Sparen von Steuern. Alle Beteiligten wussten das. Dennoch ließ die Steuerverwaltung den Fall verjähren, weil die Behörde Angst vor einer juristischen Niederlage hatte. Und wohl auch, weil sie besorgt war, dass die Bank durch ihre Zockerei pleitegehen könnte.

Nun zeigen neue Akten, dass die Entscheidung vom damaligen Finanzsenator und heutigen Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher explizit mitgetragen wurde. Und die Frage steht im Raum, ob er sie gar beeinflusst hat. Oliver Hollenstein und Oliver Schröm haben sich den Fall, der den Aufklärern noch eine Menge Arbeit machen wird, genauer angesehen: Das Millionenrätsel um Peter Tschentscher. 

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher: Trotz zahlreicher Indizien ließ seine Steuerverwaltung den Warburg-Fall verjähren

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher: Trotz zahlreicher Indizien ließ seine Steuerverwaltung den Warburg-Fall verjähren

Foto: Christian Charisius/ dpa

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Erst vor zwei Wochen hat Jaguar seinen baldigen Abschied vom Verbrennungsmotor verkündet. Nun heißt es auch von Volvo bye bye Benzin: Ab 2030 will die schwedische Luxusautomarke eine reine Elektromarke sein. Dafür krempelt Volvo auch sein bisheriges Vertriebsmodell um, was unter den Händlern für Hochspannung sorgen dürfte: Die E-Autos lassen sich nur noch online, also ganz ohne Feilschen um Rabatte, ordern – und das quasi ab sofort.

  • Der Lockdown geht in die nächste Verlängerung. Laut Beschlussvorlage für den morgigen Corona-Gipfel von Bund und Ländern sollen die Beschränkungen bis zum 28. März bestehen bleiben. In Abhängigkeit von der Infektionsentwicklung und mithilfe von mehr Schnelltests soll aber parallel eine weitere vorsichtige Öffnung erfolgen.

  • Die Nachwirkungen des milliardenschweren Bilanzskandals beim Möbelkonzern Steinhoff sind bis heute zu spüren. Jetzt klagt die Staatsanwaltschaft Oldenburg ehemalige Topleute an. Ihnen droht eine mehrjährige Haft. 

Die Personalien des Tages:

Meine Empfehlung für den Abend:

  • Womöglich hat auch Sie die emotionale Erschöpfung ereilt? Seit dem Ausbruch von Covid-19 verspüren die meisten von uns deutlich mehr Stress als vorher, sagt die Wissenschaft. Die gute Nachricht ist: Wir können etwas für unser Wohlbefinden tun. Christopher Littlefield, Berater mit Spezialgebiet Wertschätzung im Arbeitsumfeld, erklärt, wie Dankbarkeit dabei helfen kann, das seelische Gleichgewicht wiederzuerlangen. Seine Anleitung zum Besserfühlen finden Sie hier. 

Herzlich, Ihre Corinna Scheying