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Christoph Rottwilm

Der Dienstag im Überblick Die iSpritze gegen Malaria, Aids und Krebs

Jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit Biontech auf dem Weg in die Zukunft, Rewe auf PR-Mission und einer gestürzten Kryptokönigin auf den Bahamas.

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Forscher-Ehepaar Uğur Şahin und Özlem Türeci kannte bis 2019 hierzulande so gut wie niemand – inzwischen gehören sie zu den Superstars der deutschen Wirtschaft und sind nebenbei auch in die Riege der reichsten Deutschen aufgestiegen. Şahin und Türeci sind bekanntlich die Gründer des Mainzer Biotech-Unternehmens Biontech, ihren Erfolg verdanken sie dem Impfstoff Comirnaty, der in der Pandemie zum umsatzstärksten Medikament der Welt avancierte.

Doch was kommt danach? Schon jetzt hat die Pandemie ihren Schrecken verloren, die Nachfrage nach dem Impfstoff lässt bereits stark nach. Immer dringender müssen sich Şahin und Türeci daher mit der Frage beschäftigen: Was wird eigentlich aus Biontech, wenn Covid zu einer ganz gewöhnlichen Grippe wird?

Eine Antwort darauf gibt es bereits, die beiden Spitzenforscher haben sie unseren Kollegen Eva Müller und Dietmar Palan ausführlich erläutert. Biontech-Impfungen sollen in Zukunft die Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Malaria oder Aids vermindern. Vor allem aber soll ihre neuartige mRNA-Technologie der Menschheitsgeißel Krebs ihren Schrecken nehmen. Die Heilungsraten sollen steigen und Krebs auch in fortgeschrittenen Stadien nur noch zu einer chronischen Krankheit machen. Große Ziele also – unterlegt mit einem waghalsigen Managementmanöver.

Die Gründer wollen ihre Firma nicht einfach zum nächsten Pharmakonzern machen. Sie bauen Biontech weiter radikal um, bis an die Grenzen der Belastbarkeit. "Wir wollen ein Unternehmen", sagt Şahin, "das durch skalierbare, disruptive Innovationsplattformen den gesamten Gesundheitsbereich weltweit revolutioniert." Kurzum: Biontech soll zum "Apple der Medizin" werden, eine einzigartige technologische Plattform nach dem Vorbild der iPhone-Schmiede im kalifornischen Cupertino, an der kein Mediziner mehr vorbeikommt. Die Details dieses Vorhabens lesen Sie exklusiv in der Geschichte von Müller und Palan auf manager-magazin.de , die für ihre Recherche auch mit anderen Vorständen, Führungskräften und Investoren gesprochen haben. Herausgekommen ist ein echter Inside-Report.

Große Ziele: Uğur Şahin und Özlem Türeci wollen Biontech zukunftsfähig machen

Große Ziele: Uğur Şahin und Özlem Türeci wollen Biontech zukunftsfähig machen

Foto:

Dina Litovsky / Redux / laif

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Hilfe fürs Heizen: Um die Bürgerinnen und Bürger angesichts hoher Energiepreise zu entlasten, hatte die Politik eine Preisbremse für Gas und Strom beschlossen. Gelten sollte sie ab März 2023 – nun soll sie schon ab Anfang Januar in Kraft treten. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bereits vorgelegt.

  • Empörung über Katar: Der Supermarktkonzern Rewe ist seit Jahren Werbepartner des Deutschen Fußball Bundes (DFB). Schon vor Wochen hatte die Kette angekündigt, die Kooperation nicht fortsetzen zu wollen. Nun zieht Rewe-Chef Lionel Souque die Trennung mit sofortiger Wirkung vor – nachdem sich das ganze Land über den Umgang mit der "One Love"-Armbinde aufgeregt hat, die die Spieler bei der WM entgegen vorherigen Ankündigungen nun doch nicht tragen werden. Ein professionelles PR-Manöver – zumindest von einer Seite.

  • Und auch die Buchmacher stöhnen: Fußball-Weltmeisterschaften bedeuten für Wettanbieter gewöhnlich ein riesiges Sondergeschäft. Doch nicht dieses Mal: Wie Kollegin Maren Jensen recherchiert hat, wird die Kritik an der WM in Katar zum Risiko für die sonst so schönen Umsätze der Branche.

  • Schweden auf dem Rückzug: Seit beinahe zehn Jahren ist der schwedische Investor Cevian Capital an Thyssenkrupp beteiligt, war zeitweise mit einem Anteil von mehr als 18 Prozent einer der größten Einzelaktionäre des Ruhrkonzerns. Doch nun wollen die Schweden offenbar nicht mehr. Cevian hat seine Beteiligung am Ruhrkonzern bis auf einen Restanteil von unter einem Prozent reduziert, teilte der Finanzinvestor mit. Einen konkreten Grund gab das Investmentunternehmen nicht an. Kein Wunder, dass die Thyssen-Aktie angesichts dieser Neuigkeiten gehörig unter Druck geriet.

Was heute sonst noch wichtig war:

  • BASF-Chef Martin Brudermüller machte sich zuletzt nicht nur Freunde, weil er trotz öffentlicher Vorbehalte strikt an einer China-Strategie festhält: In der Volksrepublik sieht der CEO einen gigantischen Wachstumsmarkt für sein Unternehmen. Zusätzliche Unruhe kam nun in den Chemiekonzern, nachdem Brudermüllers Vertrag um lediglich ein Jahr verlängert wurde. Das schwächte den Vorstandschef und regte zu Spekulationen um dessen Zukunft sowie einen möglichen Nachfolger oder eine mögliche Nachfolgerin an, berichtet Kollegin Eva Buchhorn .

Meine Empfehlung für den Abend:

Auch ein Gesicht des Skandals: Caroline Ellison trug als Chefin von Alameda Research zum FTX-Skandal bei

Auch ein Gesicht des Skandals: Caroline Ellison trug als Chefin von Alameda Research zum FTX-Skandal bei

Foto: Screenshot: FTX Official / youtube
  • Seit Tagen versetzt die Pleite der Handelsplattform FTX den Markt für Kryptowährungen in Turbulenzen. Das Gesicht des Skandals ist jenes von FTX-Gründer Sam Bankman-Fried, einem jungen Mathematiker und Lockenkopf, der binnen Kurzem zum Kryptokönig aufstieg und nun ein milliardengroßes Loch hinterließ. Doch es gibt noch andere Protagonisten in diesem Anlegerdrama. Zum Beispiel Caroline Ellison. Die 28-Jährige lernte "SBF" bereits an der Wall Street kennen, ging mit ihm auf die Bahamas und stieg zur CEO des zum Konglomerat gehörenden Hedgefonds Alameda Research auf. Damit hatte Ellison maßgeblichen Anteil an der Milliarden-Jonglage mit Kundengeldern. Wer also ist die Frau, die für so viel Unruhe an den Finanzmärkten sorgte? Kollege Kai Lange stellt Sie Ihnen vor.

Beste Grüße, Ihr Christoph Rottwilm

P.S.: Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de .

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