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Oliver Hollenstein

Der Donnerstag im Überblick Drama in der Kryptowelt, Börsenrallye und ein mutiger Angreifer

Jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit neuen Turbulenzen in der Kryptowelt, einem Rückgang der US-Inflation, einem unzufriedenen Bundesliga-Sponsor und den gewaltigen Plänen des chinesischen Elektroautobauers BYD in Deutschland.

Dass Kryptowährungen nichts für Zeitgenossen mit schwachen Nerven sind, ist schon länger bekannt. Doch die Turbulenzen der vergangenen Tage haben selbst hartgesottene Kryptofans zum Staunen gebracht. Der Bitcoin hat innerhalb weniger Tage gut ein Viertel seines Werts verloren (und sich inzwischen wieder etwas erholt), Hauptfiguren sind dabei zwei schillernde Figuren der Szene: Sam Bankman-Fried, bislang strahlender Chef der Kryptobörse FTX, und Changpeng Zhao, dessen Erzrivale von Binance.

Die beiden Kryptomilliardäre, in der Szene nur SBF und CZ genannt, stehen im Zentrum eines regelrechten Kryptodramas. Nach Gerüchten über Finanzprobleme bei FTX kündigte Zhao am Sonntag an, seine kompletten Einlagen dort in Bargeld zu tauschen. Das löste einen Ansturm aus. Innerhalb von 72 Stunden wollten Anleger 6 Milliarden Dollar abheben, FTX geriet ins Taumeln. Bankman-Fried suchte verzweifelt Geldgeber, um die Liquiditätslücke zu füllen. Ausgerechnet CZ versprach Hilfe, ließ den Deal aber platzen.

Damit hat das Märchen von Bankman-Fried eine abrupte Wendung genommen. Niemand hat es je geschafft, in so kurzer Zeit so reich zu werden. SBF war das wichtigste und sympathisch erscheinende Gesicht des globalen Kryptobooms, der mit seinem Reichtum den Armen helfen und die Welt verbessern wollte. Nun ist er innerhalb weniger Tage zum Symbol für die Übertreibungen und Auswüchse des Booms geworden. Was eben noch strahlte, entpuppt sich als milliardengroßes Loch. Seine ganze Geschichte erzählt unser Kollege Lukas Heiny hier.  

Business-Partner: Sam Bankman-Fried und Topmodel Gisele Bündchen

Business-Partner: Sam Bankman-Fried und Topmodel Gisele Bündchen

Foto:

BFA / action press

Die EU will solche Kapriolen übrigens künftig verhindern. Mit einer neuen Verordnung sollen sowohl Emittenten von Kryptowerten als auch Handelsplattformen EU-weit einheitlich von Finanzaufsichtsbehörden kontrolliert werden. Ziel ist es, den Anlegerschutz zu verbessern und Missbrauch zu verhindern. Wie das genau aussieht und was Anlegerinnen und Anleger beachten müssen, das hat unser Kollege Christoph Rottwilm gemeinsam mit den Fachanwälten Anwälten Ricarda Seifert und Carsten Kociok zusammengestellt.

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Was uns sonst noch beschäftigt:

Neuer Sponsor bitte melden: Die Anzeichen verdichten sich, dass der VfB Stuttgart in der kommenden Saison nicht mehr den Mercedes-Stern auf der Brust haben werden

Neuer Sponsor bitte melden: Die Anzeichen verdichten sich, dass der VfB Stuttgart in der kommenden Saison nicht mehr den Mercedes-Stern auf der Brust haben werden

Foto: Tom Weller / dpa
  • Das Beste oder nichts: Mercedes-Chef Ola Källenius hat die schon immer hohen Ansprüche des Stuttgarter Autobauers mit seiner Luxusstrategie noch einmal erhöht. Nicht wirklich gut passt es da, wenn ein besonders prestigeträchtiges Marketinginstrument eher unterdurchschnittlich performt: der VfB Stuttgart. Abstiegskampf statt Champions League, das passt so gar nicht zum Geschmack von Källenius. Nun will der Autobauer ausgerechnet in seiner Heimatstadt beim Sponsoring sparen – heißt konkret: Mercedes-Benz will runter vom VfB-Trikot. 

  • Insolvenzen, Entlassungen, Verkäufe: Die Hiobsbotschaften von Automobilzulieferern häufen sich. Eine Studie der Unternehmensberater von Oliver-Wyman, die manager magazin exklusiv vorliegt, zeigt: Besserung ist vorerst nicht in Sicht. Eine große Lösung, die die Vielzahl an Herausforderungen der Zulieferer unmittelbar entschärfen kann, wird schwer zu finden sein. Das bittere Fazit: "Der Pool an Autozulieferern wird spürbar schrumpfen."

Unsere Empfehlung für den Abend:

Atto im Anmarsch: BYD will vor allem Tesla angreifen

Atto im Anmarsch: BYD will vor allem Tesla angreifen

Foto: Kabir Jhangiani / IMAGO / ZUMA Wire
  • Wie BYD den deutschen Markt für Elektroautos attackiert: Noch in diesem Jahr will die chinesische Elektroauto-Marke BYD den deutschen Markt entern. Dabei gilt: keine halben Sachen! Der Hersteller schweigt eisern zu seinen Verkaufszielen, unser Kollege Christoph Seyerlein hat sie trotzdem herausbekommen. Schon 2026 wollen die Chinesen eine sechsstellige Zahl an Autos in Deutschland verkaufen, alles elektrisch. Zur Einordnung: 2021 wurden in Deutschland über alle Marken 356.000 E-Autos zugelassen. Fazit: Sollten sich die Träume von Build Your Dreams erfüllen, werden sich andere umsehen müssen. 

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend!

Ihr Oliver Hollenstein

PS: Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de .

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