Podcast Cover
__proto_kicker__
__proto_headline__
Kai Lange

Der Donnerstag im Überblick Gipfelsturm bei Bentley und der tiefe Sturz von Uniper

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit dem Gipfelsturm eines britischen Autobauers, dem tiefen Absturz des deutschen Gasimporteurs Uniper und den Plänen einer gemischten China-Reisegruppe.

als Adrian Hallmark im Jahr 2018 als Bentley-Chef anheuerte, schrieb der britische Luxusautobauer 288 Millionen Euro Verlust. Endzeitstimmung machte sich breit, die Zukunft der Marke im Volkswagenkonzern wackelte. Hallmark fühlte sich zeitweise "wie bei einer Beerdigung". "Bentley? Die waren bei uns doch nie schwarz", hatte damals ein Volkswagen-Kollege kommentiert.

Heute steht Bentley besser da denn je. Die Briten schweben von Rekord zu Rekord und weisen aktuell höhere Renditen aus als Porsche. Unser Kollege Christoph Seyerlein hat den CEO gefragt, wie er das geschafft hat. Geholfen habe nicht nur der Verzicht auf Putzlappen und Handschuhe, wie Hallmark in dem Gespräch berichtet. "Seit der Corona-Pandemie stellen viele Menschen ihre Wünsche nicht mehr zurück", sagt Hallmark. "Das Mindset der Menschen hat sich verändert."

Die erfolgreiche Sanierung der Edelmarke hat Hallmark damals noch mit Porsche-Chef Oliver Blume als zuständigem Konzernvorstand durchgezogen. Seit Januar hat nun Audi bei der Konzerntochter Bentley das Sagen. Was das für Bentley bedeutet und wie Hallmark die Pläne von Mercedes und BMW bewertet, künftig stärker in das Top-Luxussegment und damit in Bentleys Wohnzimmer vorzudringen, lesen Sie hier.

Luxus first: Bentley-Chef Adrian Hallmark hat die britischen Nobelkarossen erst aus den Verlusten gefahren – und rollt jetzt auf Rekordkurs

Luxus first: Bentley-Chef Adrian Hallmark hat die britischen Nobelkarossen erst aus den Verlusten gefahren – und rollt jetzt auf Rekordkurs

Foto: PHIL NOBLE / REUTERS

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Uniper mit Rekordverlust: Der deutsche Gasimporteur Uniper hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres einen Nettoverlust von knapp 40 Milliarden Euro eingefahren. Es ist der größte Verlust in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Uniper soll verstaatlicht werden. Da der Energiekonzern wegen Putins Gas-Lieferstopp kein Gas mehr aus Russland beziehen kann, muss er am Markt teuren Ersatz beschaffen, um seine Lieferverpflichtungen in Deutschland zu erfüllen.

  • BMW steigert Umsatz und Gewinn: Der bayerische Autobauer BMW hat seinen Umsatz in den vergangenen 9 Monaten um rund 25 Prozent auf rund 103 Milliarden Euro gesteigert. Auch der Gewinn vor Steuern ist um rund 20 Prozent gestiegen. BMW profitiert trotz drohender Rezession weiterhin davon, dass die Autobauer wegen hoher Nachfrage kaum Rabatte gewähren müssen.

  • Elon Musk plant Job-Kahlschlag bei Twitter: Der neue Twitter-Besitzer Elon Musk plant nach der Übernahme des Kurznachrichtendienstes einen massiven Stellenabbau. Nach Informationen von Bloomberg und der "Financial Times" sollen rund 3700 Jobs gestrichen werden. Das wäre rund die Hälfte der bisherigen Twitter-Belegschaft.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Fliegen ein Kanzler und zwölf Manager nach China: Zwölf Bosse deutscher Unternehmen besuchen am Freitag gemeinsam mit Bundeskanzler Olaf Scholz Peking. Es ist ein heikler Kurztrip für alle. Wer ist an Bord der Regierungsmaschine? Und welche Pläne haben sie im Gepäck? Außer den Chefs von BASF, Volkswagen, Siemens BMW und Merck haben auch mitreisende Mittelständler wie Claus Hipp in China noch einiges vor – und müssen zugleich die Frage klären, wie das Verhältnis von Deutschland zu China künftig aussehen soll. Diese Frage hat einen Kulturkampf in Deutschlands Konzernen ausgelöst und stellt das bisherige deutsche Geschäftsmodell infrage. Den Überblick über die deutsche China-Reisegruppe finden Sie hier.

  • Volkswagens schwieriger Einstieg ins Stromgeschäft: Volkswagen will künftig nicht nur Batteriezellen produzieren und Elektroautos verkaufen. Auch am Strommarkt will der Autobauer aktiv werden. Jenes Geschäft soll Elke Temme für die Wolfsburger erschließen. Das ist kein einfaches Unterfangen – Übernahmen könnten dabei helfen. Die Spuren führen zu "The Mobility House". Doch der aktuelle Beziehungsstatus zwischen Volkswagen und Mobility House ist kompliziert.

Meine Empfehlung für den Abend:

Arbeiten, wo man will: 30 Tage im Jahr, maximal 10 Tage pro Land

Arbeiten, wo man will: 30 Tage im Jahr, maximal 10 Tage pro Land

Foto: Patrick Seeger/ picture alliance / dpa
  • Homeoffice im Ausland - was Sie beachten müssen: Dem herbstlichen Schmuddelwetter entfliehen und das Homeoffice in wärmere Länder verlegen – das wünschen sich viele Angestellte. Viele Firmen würden ihren Angestellten ausgedehnte Homeoffice-Aufenthalte im Ausland auch gerne erlauben, doch es gibt rechtliche Hürden. Unsere Kollegin Maren Hoffmann hat mit Angela Löw-Krückmann gesprochen, die beim Otto-Konzern die interne HR-Beratung verantwortet: Löw-Krückmann erklärt, warum die Homeoffice-Regelung im Ausland auf 30 Tage pro Jahr beschränkt ist – und auf zehn Tage pro Land. Alles, was Angestellte mit Fernweh beachten müssen, lesen sie hier.

Herzlich, Ihr Kai Lange

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.

Abonnieren bei

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.