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Christoph Rottwilm

Der Montag im Überblick Es drohen Kursverluste von bis zu 40 Prozent

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit drohenden Kursverlusten am Aktienmarkt, verheißungsvollen Aussichten in der CO₂-Speicherung und aufziehenden Verteilungskämpfen zwischen Unternehmen und Beschäftigten.

An der Börse ging es heute aufwärts. Bis zum frühen Nachmittag gewann der deutsche Leitindex Dax rund 1 Prozent hinzu. Das passt in den Trend der vergangenen Wochen: Die Aktienkurse, die in der ersten Jahreshälfte an vielen wichtigen Handelsplätzen rund um den Globus kräftig eingebrochen waren, haben sich seit Anfang Juli deutlich erholt.

Für Anleger stellt sich daher die entscheidende Frage: War es das schon? Sind die Kursturbulenzen, die durch den Krieg in der Ukraine, durch die hohe Inflation nebst Zinserhöhungen vonseiten der Notenbanken sowie durch Lieferengpässe und andere Probleme in der Wirtschaft ausgelöst wurden, bereits ausgestanden? Schaltet die Börse tatsächlich schon wieder dauerhaft in den Vorwärtsgang?

Eine Analyse, die das Investmenthaus Bantleon erstellt hat, und über die wir heute exklusiv berichten können, kommt zu einem anderen Schluss. Die aktuellen Kursgewinne, so das Ergebnis der Studie, sind trügerisch. Die Aktienkurse werden nach Ansicht der Fachleute von Bantleon vielmehr in den kommenden Monaten sehr wahrscheinlich noch einmal deutlich einbrechen. Schlimmstenfalls drohen demnach sogar Kursverluste von bis zu 40 Prozent.

Als Grund nennt das Investmenthaus die aufziehende Schwäche der Weltwirtschaft, die letztlich der stärkste Einflussfaktor auf das Geschehen an der Börse sei. Bantleon ist mit diesem Pessimismus nicht allein: In unserem Bericht über die Analyse des Unternehmens  kommen weitere Börsenkenner zu Wort – sie alle geben ebenfalls einen ziemlich trüben Ausblick auf die kommenden Monate am Aktienmarkt.

Börsianer in New York: Der Aktienmarkt wird nach Ansicht von Experten noch einmal kräftig unter Druck geraten

Börsianer in New York: Der Aktienmarkt wird nach Ansicht von Experten noch einmal kräftig unter Druck geraten

Foto: Allie Joseph / dpa

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Was heute sonst noch wichtig war:

  • Als wäre der Klimawandel nicht schon Problem genug, kommt auch noch der Krieg in der Ukraine und mit ihm das Ringen um die globale Energieversorgung hinzu, in dessen Zuge fossile Energieträger plötzlich wieder salonfähig zu werden scheinen. Damit die Erde nicht vollends in die Katastrophe schlittert, sind nun innovative Technologien gefragt – wie etwa das Absaugen des Treibhausgases CO₂ aus der Luft und seine Speicherung in der Erde. Diese Technik galt bislang als zu kostspielig und auch als riskant. Doch plötzlich kommt Bewegung in das Geschehen: Wie Kollegin Kirsten Bialdiga berichtet , könnte der Technologie im aktuellen Umfeld ein weltweiter Boom bevorstehen.

  • Hanno Berger gilt als Drahtzieher hinter Cum-Ex-Geschäften, die den Staat viele Millionen Euro an Steuergeldern kosteten. In Bonn steht der Anwalt seit April dieses Jahres vor Gericht. Der Vorwurf: besonders schwere Steuerhinterziehung in drei Fällen. Heute legte der 71-Jährige ein Teilgeständnis ab.

Cum-Ex-Pate vor Gericht: Anwalt Hanno Berger bei seinem Prozess in Bonn

Cum-Ex-Pate vor Gericht: Anwalt Hanno Berger bei seinem Prozess in Bonn

Foto:

THILO SCHMUELGEN / REUTERS

Meine Empfehlung für den Abend:

  • Wir leben in einer Zeit der Zumutungen, resümiert unser Kolumnist Henrik Müller – und kaum jemand dürfte ihm da widersprechen wollen: Steigende Preise für Lebensmittel und anderen Alltagsbedarf, explodierende Energiekosten, dazu dauernd schlechte Nachrichten über Kriege und Krankheiten zehren nicht nur an den Nerven, sondern gehen auch an die finanzielle Substanz vieler Haushalte. Und ein Ende der Misere ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Nach Ansicht Müllers stehen wir vor einer Phase heftiger gesellschaftlicher Verteilungskämpfe. Die Frage, um die es dabei geht, lautet: Wer trägt am Ende wirklich die Kosten für die aktuelle Krise? Entschieden wird dieses Ringen vor allem in Lohnverhandlungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Doch Müller hat auch eine gute Botschaft: Die Beschäftigten haben in diesem Disput eine deutlich bessere Verhandlungsposition als in früheren Zeiten.

Beste Grüße, Ihr Christoph Rottwilm

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