Oliver Hollenstein

Der Freitag im Überblick Ein bisschen Optimismus und ein Blick nach China

Jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit einem Blick aufs Börsenjahr 2023, der zweiten Karriere eines Staatsbankers und der Frage, wie Sie Ihr Unternehmen erfolgreich erneuern.

Liebe Leserin, lieber Leser,

an pessimistischen Ausblicken auf das neue Jahr mangelt es dieser Tage nicht. Besonders für Anlegerinnen und Anleger stellt sich die Frage: Was tun? Bei Banken gibt es zwar wieder Zinsen fürs Tagesgeld, bei einer Inflation von rund 9 Prozent ist das aber ein sicheres Verlustgeschäft. Und an den Börsen herrscht – trotz einer erstaunlich erfolgreichen ersten Handelswoche – Eiszeit. Die Notenbanken entziehen dem Aktienmarkt Geld, viele Unternehmen schalten auf Sparkurs um. Die Frage lautet: Droht nach dem miesen Jahr 2022 ein noch mieseres Jahr 2023 an der Börse?

Wer einen erfrischend optimistischen Blick auf diese Frage werfen will, dem empfehle ich das Interview meines Kollegen Christoph Rottwilm mit Anlageprofi Demir Bektić. "Es liegt auf der Hand, pessimistisch zu sein", sagt der Chef des Portfoliomanagements beim Family Office Finvia. "Allerdings wissen wir aus der Vergangenheit: Wenn die Mehrheit der Marktteilnehmer pessimistisch ist, kommt es oft doch nicht so schlimm." Seine These: Die negativen Erwartungen sind in den Kursen schon eingepreist, es kann fast nur besser werden. Hier lesen Sie, wo Bektić derzeit investiert – und wo nicht. 

In Diskussion: mm-Chefredakteur Sven Clausen mit Kapitalmarktexperte Mark Böschen

In Diskussion: mm-Chefredakteur Sven Clausen mit Kapitalmarktexperte Mark Böschen

Foto: Alexander Hagmann für manager magazin

Dem Thema Börse widmen wir uns außerdem in unserem wöchentlichen Podcast "Das Thema". Unser Kapitalmarktexperte Mark Böschen diskutiert mit Chefredakteur Sven Clausen: Gibt es Aktien, die sich auch in diesen schwierigen Zeiten lohnen? Welche Staatsanleihen können sinnvoll sein? Und vor allem: Welche Signale werden in den kommenden Monaten entscheidend sein für die Entwicklung der Wirtschaft? Hören Sie doch einmal rein!

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

Crashkurs in grüner Energie: Günther Bräunig, ehemaliger Chef der Förderbank KfW

Crashkurs in grüner Energie: Günther Bräunig, ehemaliger Chef der Förderbank KfW

Foto: NÓI CREW für manager magazin
  • Von der Staatsbank zum Start-up: Bis zum Herbst 2021 war Günther Bräunig Deutschlands oberster Staatsbanker. Mehr als drei Jahrzehnte arbeitete er bei Deutschlands größter Förderbank, der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), davon die letzten vier Jahre als Vorstandsvorsitzender. Vor gut einem Jahr übergab er "Deutschlands dümmste Bank", wie das Institut 2008 nach einer Pannenüberweisung an die US-Pleitebank Lehman Brothers tituliert wurde, in einem überraschend guten Zustand an seinen Nachfolger. Und nun baut er seine zweite Karriere auf – bei einer Wasserstoff-Firma. Unsere Kollegin Katharina Slodczyk hat ihn getroffen. 

  • Unsicherheit über Cosco-Einstieg in Hamburger Hafenterminal: Rückt der Einstieg der chinesischen Staatsreederei Cosco am Containerterminal Tollerort im Hamburger Hafen näher oder nicht? Eigentlich sollte der Deal schon zum 31.12. abgeschlossen sein. Nun teilte die Cosco-Tochter CSPL in einer Pflichtmitteilung an der Hongkonger Börse mit, dass noch nicht alle Bedingungen erfüllt seien und es nicht sicher sei, dass der Deal zustande komme. Das klang alarmierend. Wenig später meldete sich allerdings der Hamburger Hafenlogistik-Konzern HHLA zu Wort: Die Transaktion solle "zeitnah" finalisiert werden, es müssten nur noch letzte Details geklärt werden. Na dann.

Die HBM-Winterschool: Management-Klassiker zum Jahresstart

Meine Empfehlung für das Wochenende:

Neujahrsfeiern in China: Das Ende der Corona-Beschränkungen hat dramatische Folgen – für die Menschen und für die Wirtschaft

Neujahrsfeiern in China: Das Ende der Corona-Beschränkungen hat dramatische Folgen – für die Menschen und für die Wirtschaft

Foto: Fang Dongxu / Feature China / Future Publishing via Getty Images
  • Was Chinas Corona-Kehrtwende für die Weltwirtschaft bedeutet: Genau 1016 Tage lang waren rund 1,4 Milliarden Chinesen praktisch in ihrem eigenen Land eingesperrt. Die Wirtschaft des Landes litt schwer unter den schärfsten Corona-Beschränkungen weltweit. Nun hat Pekings Führung den Kampf gegen das Virus aufgegeben und praktisch alle Beschränkungen aufgehoben. Laut Schätzungen infizieren sich derzeit rund 37 Millionen Chinesen pro Tag mit Covid-19. Pekings Kehrtwende hat allerdings nicht nur dramatische Folgen für die Menschen im Land, schreiben unsere Kollegen vom britischen Economist, auch die Folgen für die Weltwirtschaft sind enorm. Den großen Report über das schon jetzt wichtigste Wirtschaftsereignis des Jahres lesen Sie hier. 

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

Ihr Oliver Hollenstein

PS: Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de .

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