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Christoph Rottwilm

Der Donnerstag im Überblick Jeff Bezos gegen den Rest der (Auto-)Welt

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit einer Bedrohung für deutsche Autobauer, einer Nervenprobe für Kunden der Lufthansa und einem heißen Tipp für Strategie-Begeisterte.

Volkswagen und andere traditionelle Hersteller haben in den vergangenen Jahren erkannt: Wer in der Autobranche in Zukunft Erfolg haben will, muss sich neuen Technologien öffnen, vielleicht gar selbst zum Tech-Unternehmen mutieren. Doch wird das reichen? Die Autobauer stehen unter gewaltigem Druck, und der kommt nicht etwa von der etablierten Konkurrenz, sondern von US-Konzernen wie Tesla, Apple oder Google.

Und von einem Unternehmen, das bislang kaum jemand im Autogewerbe auf der Rechnung hat: nämlich Amazon. Dessen Gründer Jeff Bezos gibt seit Jahren den Welteroberer in verschiedenen Branchen. Bezos hat seinen Konzern zum weltgrößten Handelshaus ausgebaut und mit AWS zugleich einen der führenden Cloud-Anbieter geschaffen. Jetzt nimmt der Multimilliardär den nächsten Wirtschaftszweig ins Visier: Bezos ist dabei, Amazon zur Automacht zu formen, während kaum jemand etwas davon mitbekommt, schreibt Kollege Jonas Rest nach ausführlicher Recherche.

Schon jetzt ist das Tech-Unternehmen tief mit der Autobranche verstrickt: Die Amazon-Cloud speichert die Produktions- und Fahrdaten für die Hersteller, die Amazon-Software "Alexa Auto" steuert die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Mensch, und demnächst lenken dank Amazons-Tochter Zoox die konzerneigenen Systeme auch Roboterautos. Dazu kommen Lieferroboter sowie Investments in das Roboauto-Start-up Aurora und vor allem den Elektroautobauer Rivian.

Doch das alles ist erst der Anfang. Welche weiteren Pläne Amazon-Frontmann Bezos verfolgt und warum seine Attacke am Ende auch für Volkswagen, Mercedes und Co. gefährlich werden kann, erfahren Sie in Jonas Rests Deep-Dive, heute auf manager-magazin.de .

Angriff auf die Autowelt: Amazon-Gründer Jeff Bezos bleibt ungern außen vor

Angriff auf die Autowelt: Amazon-Gründer Jeff Bezos bleibt ungern außen vor

Foto:

Kyle Johnson / NYT / Redux / laif

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Es ist mal wieder so weit: Die Piloten der Lufthansa treten in den Streik. Den ganztägigen Ausstand hat die Gewerkschaft Cockpit für den morgigen Freitag angekündigt: Dann sollen sämtliche Abflüge der Lufthansa aus Deutschland bestreikt werden. Die Airline hat bereits darauf reagiert und etwa 800 Flüge gestrichen. 130.000 Passagiere sind davon betroffen, und nach Angaben der Lufthansa wird es darüber hinaus wohl auch schon am Donnerstag sowie am Samstag und Sonntag zu weiteren Flugausfällen kommen.

  • Ausnahmsweise mal eine gute Nachricht vom Gasmarkt: Der Preis für europäisches Erdgas, der in den vergangenen Tagen auf Rekordniveau gestiegen war, ist deutlich gefallen. Am heutigen Donnerstag kostete eine Megawattstunde des Energieträgers 223 Euro. Das waren immerhin mehr als 100 Euro weniger als vorige Woche. Allerdings ist der Preis nach wie vor etwa dreimal so hoch wie vor dem Ukraine-Krieg.

Was heute sonst noch wichtig war:

  • Als Porsche-Chef Oliver Blume einwilligte, die Konzernspitze von Volkswagen zu übernehmen, stellte er ein paar Bedingungen. Eine davon war, dass der Vorstand des Autobauers kleiner werden müsse. "Wir müssen schneller werden", so das Argument des Managers. Der Aufsichtsrat willigte ein, und direkt an seinem ersten Arbeitstag als VW-Chef setzt Blume sein Vorhaben in die Tat um: Wie Volkswagen heute bestätigte, schrumpft der Vorstand des Konzerns von zwölf auf neun Positionen. Alle Details des Umbaus liefert Ihnen Kollege Michael Freitag auf manager-magazin.de .

  • Den umgekehrten Weg zu Volkswagen geht die Tochter Porsche, wo Blume ja ebenfalls der Chef ist. Porsche beabsichtigt, seinen Vorstand von sieben auf acht Mitglieder zu vergrößern. Neu ins Gremium, verantwortlich für den Bereich Digitalisierung, kommt in dem Zuge einer Mitteilung des Unternehmens von heute zufolge vermutlich der frühere IT-Spezialist von Mercedes, Sajjad Khan.

  • Miles Mobility ist Deutschlands zweitgrößter Carsharing-Anbieter. Die Branche gilt als defizitär, doch die Berliner versuchen, ihre schwarze Null zu verteidigen. Kollege Christoph Seyerlein hat sich das Unternehmen angeschaut und blickt zugleich auf den gesamten Markt der Mikro-Mobility-Anbieter. Seine Bestandsaufnahme einer jungen Branche im Überlebenskampf finden Sie auf manager-magazin.de .

Großstadtrevier: Miles Mobility bietet mehr als 7000 Mietwagen an

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Foto: PR

Meine Empfehlung für den Abend:

  • Wenn Sie beim Thema Management und Strategie immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft sein wollen, dann haben wir etwas Neues, das für Sie genau das Richtige sein dürfte: Die Kollegen vom Harvard Business manager bringen jetzt alle 14 Tage den Newsletter "Strategie zum Frühstück" heraus. Autor Ingmar Höhmann berichtet über die neuesten Werkzeuge und Methoden aus der Managementforschung und gibt Hinweise auf spannende Texte zu dem Thema, die im Harvard Business manager erschienen sind. Besonderes Extra: Einmal im Monat enthält der Newsletter ein eigens erstelltes Video. Darin nimmt sich Alexander Osterwalder, Chef der Strategieberatung Strategyzer, jeweils eines Managementproblems an und präsentiert eine Lösung. Die erste Ausgabe von "Strategie zum Frühstück" finden Sie heute auf manager-magazin.de . Schwerpunktthema diesmal: So haben Unternehmen Erfolg im Metaverse.

Beste Grüße, Ihr Christoph Rottwilm

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