Christoph Seyerlein

manage:mobility Alexa, zeig' mir die Überholspur

Liebe Leserin, lieber Leser,

Bus-, Bahn- und Autofahren wird in Deutschland wieder teurer. Nach drei Monaten gibt es ab heute das 9-Euro-Ticket nicht mehr; auch der Tankrabatt fällt weg. Über eine Nachfolgeregelung für die Billigfahrkarten wird viel diskutiert. Herausgekommen ist trotz (oder wegen?) 52 Millionen verkaufter Tickets bislang: nichts.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing windet sich mit dem unvermeidlichen Verweis auf die Verantwortung der Länder um eine klare Aussage. Klingt nicht nach vorausschauendem Regieren, auch wenn Bundesfinanzminister Christian Lindner am Mittwoch frohlockte, Wissing habe ihn von der Finanzierbarkeit eines "bundesweit nutzbaren, digital buchbaren Tickets" überzeugt. Wir sind gespannt. Bis auf Weiteres geht es aber zurück in den teuren Tarifzonendschungel.

Unsere Top-Themen der Woche:

  • Wie Amazon heimlich zum Autogiganten mutiert

  • Wer bei Oliver Blumes Umbau des Volkswagen-Vorstands gewinnt

  • Warum Carsharinganbieter Miles Mobility harte Zeiten bevorstehen

  • Wieso Basketball-Megastar LeBron James in Fahrräder aus Koblenz investiert

Top-Thema: Wie Amazon heimlich zum Autogiganten mutiert

Nächstes Ziel Autobranche: Amazon-Gründer Jeff Bezos hat den Konzern still und leise in Stellung gebracht

Nächstes Ziel Autobranche: Amazon-Gründer Jeff Bezos hat den Konzern still und leise in Stellung gebracht

Foto:

Kyle Johnson / NYT / Redux / laif

Die Autopläne von Apple oder Google schaffen es regelmäßig in die Schlagzeilen. Ruhiger ist es um einen anderen US-Giganten: Amazon. Dabei hat Jeff Bezos (58) den Versandriesen längst in Stellung gebracht, um die Autobranche aufzumischen. Autonomes Fahren, eigene Lieferwagenflotte, das weltgrößte Ladenetzwerk, Amazon-Software im Cockpit und ein ganzes Betriebssystem - mein Kollege Jonas Rest berichtet, wie gewaltig die Pläne des Konzerns sind .

Übrigens: Privat hat Bezos angeblich Modelle von Ferrari, Koenigsegg, Lamborghini und Bugatti in der Garage. 1999, schon damals Multimilliardär, war er noch etwas bodenständiger unterwegs .

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Köpfe: Oliver Blume ++ Herbert Diess ++ Rosa García Piñeiro ++ Dominik Asam

Umbauarbeiter: Der neue Volkswagen-Chef Oliver Blume will den Vorstand verkleinern

Umbauarbeiter: Der neue Volkswagen-Chef Oliver Blume will den Vorstand verkleinern

Foto: Andreas Gebert / REUTERS
  • Oliver Blume (54) trommelt zum Antritt als Volkswagenchef gerade die wichtigsten Konzernführungskräfte in Lissabon zusammen. Eine seiner ersten Amtshandlungen: Der zuletzt arg aufgeblähte Vorstand wird verkleinert, Murat Aksel (50) und Hildegard Wortmann (55) sollen ihre Positionen verlieren, berichten mehrere Beteiligte. Und Blume selbst? Übernimmt neben Konzern und Porsche AG auch die Verantwortung für Entwicklung und die Software-Tochter Cariad. Der Mann traut sich was zu .

  • Herbert Diess (63) ist in Portugal nicht mehr dabei, nach den "besten sieben Jahren meines Berufslebens" feierte er am Dienstagabend in Wolfsburg seinen Ausstand . Keine Lust auf die Party hatten dem Vernehmen nach VW-Personalvorstand Gunnar Kilian (47) und die Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo (47).

  • Rosa García Piñeiro ist bei Volkswagen ab sofort anders als Diess mittendrin. Die Spanierin, im Hauptberuf Topmanagerin beim US-Aluminiumriesen Alcoa, soll im Aufsichtsrat der VW-Batterietochter PowerCo darüber wachen, dass dort alles möglichst nachhaltig vonstatten geht. Erfahrung damit hat sie: Bei Alcoa musste sie schon mit strickenden Protestanten auf Minen klarkommen.

  • Dominik Asam (53) ist aktuell Finanzchef bei Airbus. Im März 2023 macht er den Abflug nach Walldorf und übernimmt das Finanzressort bei SAP. Ob er sich vorab über den fragwürdigen Führungsstil von CEO Christian Klein (42)  informiert hat? Unklar. Sicher ist: Asams Vorgänger Luka Mucic (50) scheidet nach 26 Jahren bei SAP aus. Er gilt als "Bauernopfer" für den schwächelnden Aktienkurs.

Unternehmen: ITA Airways ++ Lufthansa ++ Tesla ++ BMW

Ausgeflogen: Die Lufthansa geht bei ITA Airways leer aus

Ausgeflogen: Die Lufthansa geht bei ITA Airways leer aus

Foto: Redazione Telenews / EPA
  • Nicht alle Wege führen nach Rom. Die Lufthansa hatte sich Hoffnungen gemacht, die italienische Fluglinie ITA Airways übernehmen und privatisieren zu können. Nun räumte das Finanzministerium allerdings dem US-Investor Certares exklusive Verhandlungsrechte ein. Certares arbeitet unter anderem mit den Lufthansa-Wettbewerbern Delta und Air France zusammen.

  • Gefallen dürfte den Lufthansa-Verantwortlichen, dass am Dienstag die erste Boeing 787-9, auch "Dreamliner" genannt, in Frankfurt am Main gelandet ist. Boeing hatte die Übergabe wegen technischer Probleme lange vergezögert. Insgesamt hat die Lufthansa 32 der Jets bestellt. Spätestens seit unserer letzten Newsletter-Ausgabe ist bekannt: Gute Nachrichten kann Lufthansa-Chef Carsten Spohr (55) dringend gebrauchen .

  • Gewohnt viel im Flieger unterwegs war diese Woche Elon Musk (51). Unter anderem weilte er in Stavanger und Grünheide. Sein Arbeitsnachweis: ein zweites Kündigungsschreiben an Twitter, die obligatorische Ankündigung, dass es mit dem vollautonomen Fahren bei Tesla nun wirklich bald losgehe und Lob für die Truppe in Brandenburg . Nächster Halt: LA .

  • Zurück nach Deutschland, genauer nach Garching bei München. Dort hat BMW nun mit der Produktion von Brennstoffzellensystemen für sein Wasserstoffauto iX5 Hydrogen begonnen. Zunächst in Kleinserie. BMW-Boss Oliver Zipse (58) prüft ein "richtiges Serienangebot". Ob es dazu kommt? 2021 wurden weltweit gut 15.000 Wasserstoffautos verkauft. Klingt nicht gerade nach der großen Zukunftshoffnung.

Mehr Mobilität: Miles Mobility ++ Canyon ++ Caravan Salon ++ Svolt

Cashburner Carsharing: Der Druck auf die Branche steigt

Cashburner Carsharing: Der Druck auf die Branche steigt

Foto: PR
  • Kann man mit Carsharing Geld verdienen? Nein, sagt der Instinkt. Ja, sagt Oliver Mackprang (34). Muss er auch, schließlich ist er Chef von Miles Mobility, Deutschlands zweitgrößtem Carsharinganbieter. Einfach ist das Geschäft aber auch für die Berliner nicht. Wir schildern, warum es noch schwerer werden dürfte .

  • Nach der Übernahme durch den Adidas-Investor GBL im vergangenen Jahr radelte Fahrradhersteller Canyon zunächst wie im Leerlauf. Nun versuchen es die Koblenzer neu. Mit lokalen Größen wie Ex-Rennradikone Erik Zabel (52) und globalen Influencern wie Basketball-Superstar LeBron James (37) als Co-Investoren – und vielleicht auch mit eigenen Fahrradläden. Meine Kollegin Mirjam Hecking erläutert die Neuausrichtung am Rhein .

  • 736 Aussteller aus 34 Ländern machen den am Freitag gestarteten Caravan Salon zum größten seiner Geschichte. Die 200.000 Besucher, die der Veranstalter erwartet, bekommen einiges geboten. Beispielsweise lockt Volkner Mobil mit einem Paket aus einem Wohnmobil und einem Ferrari für schlappe 5,3 Millionen Euro. Was es sonst in Düsseldorf zu sehen gibt, zeigen wir hier.

  • Feststoffbatterien lösen bei Elektromobilisten kühne Träume von gigantischen Reichweiten aus. Das Problem: marktreif ist bislang keine der angeblichen Wunderzellen. Svolt klopft sich nun für "entscheidende Fortschritte" auf die Schulter. Eine erste Charge sulfitbasierter Batterien habe sogenannte "Abuse-Tests" erfolgreich absolviert, feiern die Chinesen . Wir bleiben skeptisch. Schon arg viele Batterien haben sich als arg kraftlos erwiesen.

Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Newsletter haben, schreiben Sie uns an gern an manage.mobility@manager-magazin.de . Ebenso natürlich, wenn Sie Hinweise oder Anregungen zu Recherchen haben. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Deep Drive der Woche: Teure Abos

Von einer großen Zukunft träumen auch Anbieter von Autoabos. Bei belastbaren Zahlen zeigen sie sich aber knausrig. Ausnahme: das Start-up Faaren, das Autohersteller, Händler oder Versicherungen per Software zu Aboanbietern machen will. Einem Halbjahresreport  der Franken zufolge ist die durchschnittliche monatliche Abo-Rate im Vergleich zum Vorjahr von 459 auf 665 Euro gestiegen. All inclusive hat seinen Preis.

Zahl der Woche: 650.000

Mythos Monarchin: Der Ford Escort RS Turbo von Prinzessin Diana war einem Briten 650.000 Pfund wert

Mythos Monarchin: Der Ford Escort RS Turbo von Prinzessin Diana war einem Briten 650.000 Pfund wert

Foto: Alberto Pezzali / AP

Am Mittwoch jährte sich der Tod von Prinzessin Diana zum 25. Mal. Mythos Lady Di lebt derweil weiter. Jüngst ersteigerte ein Brite einen schwarzen Ford Escort RS Turbo, den die Ex-Frau von Prinz Charles (73) vom 23. August 1985 bis 1. Mai 1988 fuhr. Kostenpunkt: 650.000 Pfund, umgerechnet rund 765.000 Euro. Wer sich für einen nichtroyalen Sport-Escort interessiert, muss nicht ganz so tief in die Tasche greifen. Ein Onlineverkäufer ruft 15.900 Euro  für sein 1988er-Modell auf.

Geisterfahrer der Woche

Wer gerade dringend nach einem Neuwagen sucht, könnte bei Renault  fündig werden. Die Franzosen locken bei manchen Modellen mit einer Auslieferung innerhalb eines Monats - lassen sich das allerdings mit 400 Euro extra bezahlen. Konfigurationsmöglichkeiten? Zero. Ähnliche Angebote hatte Renault-Chef Luca De Meo (55) schon zu Seat-Zeiten installiert, damals aber noch ohne Aufpreis. Die "Quick Delivery Fee" hält selbst mancher Renault-Händler für fragwürdig .

Vollkommen gratis wünsche ich Ihnen eine bewegte Woche.

Herzlichst, Ihr Christoph Seyerlein

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