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Eva Buchhorn

Der Freitag im Überblick Coole Amerikaner und smarte Steuertrickser

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit steigenden Kursen bei US-Tech-Riesen, Angst vor dem Abschwung und Firmenhüllen zum Steuersparen.

Wenn es darum geht, der Weltwirtschaft den Puls zu fühlen, geht der deutsche Blick meist als erstes in die USA. Seit bekannt wurde, dass die US-Wirtschaft das zweite Quartal in Folge geschrumpft ist, herrscht Aufregung. Das hässliche R-Wort macht die Runde: Schlittert Amerika, schlittert der gesamte Westen in die Rezession? US-Finanzministerin Janet Yellen wiegelt ab: Sie verweist auf den stabilen Arbeitsmarkt und das Ausbleiben von Unternehmenspleiten. In einer Mitteilung von US-Präsident Joe Biden taucht das R-Wort nicht einmal auf.

Auf unserer Website erläutern wir heute die Gründe der amerikanischen Coolness. Eine wichtige Rolle dabei spielt ein kaum bekanntes Expertengremium: Das National Bureau of Economic Research, das sich wie ein Leichenbeschauer bei der Autopsie in eine Fülle von Kriterien vertieft und erst rückwirkend festlegt, ob ein Abschwung als Rezession zu deuten ist. Erfahrungsgemäß regen sich die Damen und Herren bei zwei schwachen Quartalen in Folge noch nicht auf. Sie haben - Stichwort Weltfinanzkrise - schon viel Schlimmeres gesehen.

Queen cool: US-Finanzministerin Janet Yellen kann keine Rezession erkennen

Queen cool: US-Finanzministerin Janet Yellen kann keine Rezession erkennen

Foto: JONATHAN ERNST / REUTERS

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Deutsche Konjunktur steht still: Extrem schwierige Rahmenbedingungen haben die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal ausgebremst. Das Statistische Bundesamt meldete heute in einer ersten Schätzung für die Monate April bis Juni ein Nullwachstum. Der Ukraine-Krieg, gestörte Lieferketten und steigende Preise hinterlassen deutliche Spuren in der Wertschöpfung. Deutschland steht zudem schlechter da als die Eurozone, die immerhin 0,7 Prozent Wachstum verzeichnet.

  • Techkonzerne trotzen Inflation: Die konsumentennahen US-Tech-Riesen Apple und Amazon halten den aktuellen Wirtschaftsturbulenzen überraschend gut stand. Beide Unternehmen meldeten starke Zahlen für das zweite Quartal. Die Umsätze des iPhone-Herstellers stiegen um zwei Prozent auf 83 Milliarden US-Dollar. Amazons Einnahmen kletterten dank eines starken Cloud-Geschäfts und Wachstums bei den Abo-Diensten auf mehr als 121 Milliarden. Die Nachrichten begeisterten Anleger.

  • Bauzinsen sinken leicht: Am deutschen Immobilienmarkt deutet sich eine Atempause an. Nach Ansicht von Experten wie dem Münchner Kreditdienstleister Interhyp preisen Banken die Leitzinserhöhungen der Europäischen Zentralbank und die schwächere Konjunktur bereits ein. Bis zum Jahresende könnte der Zins sich bei 3,5 bis 4 Prozent einpendeln.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Entspannte Briten: Rezession ja oder nein - das Megathema bewegt auch in dieser Woche auch die Kollegen vom Economist, dessen wichtigste Artikel wir Ihnen jeden Freitag an dieser Stelle ans Herz legen. In seiner Analyse kommt das britische Wirtschaftsmagazin zu dem Schluß, dass ein Wirtschaftsabschwung per se keine Katastrophe sein muss. Allerdings nur unter zwei Bedingungen. Die erste: Die betroffenen Staaten nutzen die Krise für eine konsequente Energiewende. Die zweite Bedingung: Die Rezession fällt kurz aus. Hier geht es zum Text. 

Steuertrickser: Ride Capital-Gründer Christine Kiefer und Felix Schulte helfen beim Vermögensaufbau

Steuertrickser: Ride Capital-Gründer Christine Kiefer und Felix Schulte helfen beim Vermögensaufbau

Foto: nobusama-fotografie.de

Meine Empfehlung für den Abend:

  • Spardosenfirma: Wer zu Geld kommt, entwickelt meist reflexartig den Wunsch, möglichst wenig davon an den Staat abzugeben. So geht es auch Sven Ahrens, der als über Mitarbeiteroptionen bei Spotify vermögend wurde. Aber Ahrens will nicht "Uli Hoeneß sein", wie er es nennt. Auf der Suche nach einem effektiven und trotzdem legalen Steuersparmodell traf er auf die Berliner Gründerin Christine Kiefer. Die Goldman-Sachs-Alumna hilft mit ihrem Unternehmerin Ride Capital Privatleuten dabei, ihr Geld in Fimenhüllen zu parken, damit sie die sonst nur für Kapitalgesellschaften geltenden Steuerabzüge nutzen können. Eine zwielichtige Sache? Unser Autorenteam hat Kiefer auf den Zahn gefühlt und beim Finanzministerium nachgefragt. Soviel sei verraten: Auch die Ministeriellen schlafen ruhig, denn im Prinzip verschiebt das Ride-Modell Steuerforderungen nur in die Zukunft. Doch der Charme steckt wie immer im Detail. Hier  können Sie sich selbst ein Bild machen.

Herzliche Grüße, Ihre Eva Buchhorn

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