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Marleen Gründel

Der Mittwoch im Überblick Ein Jäger der bösen Geister und ein Hüter der Arbeitsrechte

Jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit einem Blick in die Vorstandsetagen von Adidas und Volkswagen sowie auf die Baustellen von Katar und Lieferando.

Liebe Leserin, lieber Leser,

Anfang Januar wird der langjährige Puma-Chef Bjørn Gulden den Chefposten bei Adidas übernehmen. Der neue CEO steht vor schwierigen Aufgaben: Der Sportartikelhersteller hat gerade die vierte Gewinnwarnung des Jahres verkündet, kämpft mit einem massiven Rückgang der liquiden Mittel und sitzt auf einem riesigen Schuldenberg.

Hinzu kommt die schwierige Situation im Vorstand, der sich in einer Art Kleinkriegsmodus befindet. Insider halten das Gremium inzwischen in seiner aktuellen Besetzung für komplett dysfunktional, wie unsere Kollegen Christoph Neßhöver und Sven Clausen erfahren haben.

Manager, die es offenbar kaum noch ertragen, im selben Raum zu sitzen. Ein Vorstand, der Kernkompetenzen nach Asien abgeben will. Und eine Vorständin, die mitten in der Corona-Pandemie öffentlichkeitswirksam ihren roten Porsche Taycan inszeniert. Was genau in der Führungsetage von Adidas los ist und welch beunruhigende Zahlen Gulden erwarten, erfahren Sie hier: "Ein Dax-Konzern ohne Vorstandsteam" .

Geisterjäger: Als Adidas-CEO muss Ex-Puma-Boss Bjørn Gulden kräftig durchlüften

Geisterjäger: Als Adidas-CEO muss Ex-Puma-Boss Bjørn Gulden kräftig durchlüften

Foto: Sonja Och / laif

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • VW-Markenvorstand Aksel steigt ab: Mit dem im Sommer geschassten Konzernchef Herbert Diess verlor Vorstand Murat Aksel seinen größten Fürsprecher bei Volkswagen. Der neue CEO Oliver Blume entließ ihn Anfang September bereits aus dem Konzernvorstand, jetzt muss der "Kostenkiller" wohl auch seinen Platz in der Führung der Marke VW  abgeben, wie unsere Kollegen Michael Freitag und Christoph Seyerlein exklusiv erfahren haben. Es rumort ordentlich im Konzern.

  • Siemens Energy mit Verlust: Der Energietechnikkonzern hat sein zweites Geschäftsjahr nach dem Börsengang erneut mit tiefroten Zahlen abgeschlossen. Vor allem die spanische Windkraft-Tochter Siemens Gamesa und der Rückzug aus Russland belasteten das Geschäft des Dax-Konzerns. Allerdings fiel der Verlust geringer aus als erwartet, die Aktie legte daher zu. Warum sich Siemens Energy trotz der Energiewende in einen Schadensfall der deutschen Industrie verwandelt hat, können Sie hier noch einmal nachlesen .

  • Tom Ford mit neuem Eigentümer: Der US-Kosmetikkonzern Estée Lauder übernimmt für knapp drei Milliarden Dollar das Luxus-Modelabel Tom Ford. Zuvor hatte es einen Wettstreit zwischen dem US-Konzern und dem Gucci-Eigentümer, der französischen Kering-Gruppe, gegeben. Estée Lauder hatte zuletzt mehrere Firmen übernommen und musste nun seine Jahresziele kappen.

Das Neueste zum Hören:

  • Wir starten mit der neuen Staffel unserer Podcast-Reihe "Deutschlands digitale Hoffnungsträger". Unsere Kollegin Christina Kyriasoglou interviewt dafür einige herausragende Persönlichkeiten aus der deutschen Tech- und Investorenszene. In der ersten Folge erzählt sie von ihrem Gespräch mit Jörg Gerbig, dem Gründer von Lieferando, und dessen Krisenerfahrung. Die aktuelle Krise in der Techwelt ist nämlich nicht Gerbigs erste. Schon die Finanzkrise erschwerte einst den Aufbau seines Start-ups. Der erbitterte Kampf gegen den Konkurrenten Lieferheld forderte später Millionensummen für Marketing und Anwaltskosten. Und nun die neueste Konsolidierungswelle unter den Lieferdiensten. Was dem heutigen COO der Lieferando-Mutter Just Eat Takeaway in schwierigen Zeiten geholfen hat und welche Pläne er gerade verfolgt, hören Sie in unserem neuen Podcast.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Die richtige Altersvorsorge: Von klein auf wird uns eingebläut, rechtzeitig für das Alter vorzusorgen, um die Rentenlücke zu schließen. Viele junge Menschen halten sich auch daran, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Finanzexperte Gerd Kommer rät nun allerdings unter 30-Jährigen im Interview mit unserem Kollegen Benjamin Ansari zum Gegenteil  – und erklärt gleich auch die Details seiner empfohlenen Anlagestrategie.

  • Diversität in Dax-Vorständen: Die Hälfte der Dax-Konzerne beschäftigt auch im Jahr 2022 nicht eine einzige Frau im Vorstand. Eine Analyse im neuen Harvard Business manager zeigt auf , mit welchen Barrieren Frauen auf ihrem Weg ins Topmanagement zu kämpfen haben und wo Führungskräfte ansetzen können, um den Anteil von Frauen in Spitzenpositionen nachhaltig zu erhöhen.

Meine Empfehlung für den Abend:

Sengende Hitze: Körperlich schwere Arbeiten bei 40 bis 50 Grad – für Hunderttausende Wanderarbeiter war und ist das der Alltag in Katar

Sengende Hitze: Körperlich schwere Arbeiten bei 40 bis 50 Grad – für Hunderttausende Wanderarbeiter war und ist das der Alltag in Katar

Foto: imago stock&people
  • Baustellen im WM-Land Katar: Bei der Entrüstung über die Menschenrechtslage in Katar geht es zentral immer auch um die Lage auf den Baustellen in dem Emirat. Es kursieren schreckliche Zahlen zu Todesfällen. Doch wie geht es dort wirklich zu? Dazu hat unser Kollege Lutz Reiche mit dem international tätigen Gewerkschafter Dietmar Schäfers gesprochen, der mehrfach in Katar war und sich seit Jahren für die Belange der Wanderarbeiter dort einsetzt. Schäfers selbst hat die Zustände in dem Land einst als "moderne Sklaverei" bezeichnet. Doch jetzt berichtet der Deutsche, der jahrelang auch im Bundesvorstand der IG Bau saß, durch die regelmäßigen Inspektionen auf den WM-Baustellen habe sich der Arbeitsschutz in dem Wüstenstaat so stark verbessert, dass er zuletzt sogar US-amerikanischen oder deutschen Ansprüchen genügt habe. Das reicht ihm jedoch nicht. Was Schäfers zu den Arbeiten unter der extremen Hitze sagt, was er von Politik, Fifa und Scheichs fordert und wie sich internationale Konzerne in Katar verhalten, erfahren Sie hier: "Wie es auf den Baustellen in Katar wirklich zugeht." 

Herzliche Grüße und einen schönen Feierabend, Ihre Marleen Gründel

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