Podcast Cover
Oliver Hollenstein

Der Freitag im Überblick Die Zukunft Chinas und eine schwierige Fehlersuche bei VW

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit dem Ende des chinesischen Wirtschaftswunders, der Milliardensuche des deutschen Profifußballs und der Frage, warum das Softwareproblem von VW so schwer zu lösen ist.

In China wird am Wochenende der übermächtige Präsident Xi Jinping wohl seine dritte Amtszeit antreten – und noch mächtiger werden. Was bedeutet das für Europa und Deutschland? Wie sollen wir darauf reagieren? Darüber wird derzeit sowohl in Chefetagen der Konzerne als auch in der Politik heftig diskutiert. Beim EU-Gipfel in Brüssel haben heute die Staats- und Regierungschefs über die Abhängigkeit Europas von China gesprochen. In Berlin streitet die Bundesregierung, ob sie China mehr Einfluss auf den größten deutschen Hafen in Hamburg geben soll.

Einer, der Antworten auf viele drängende Fragen hat, ist Bernhard Bartsch. Seit vielen Jahren erforscht er China, hat lange in dem Land gelebt. Doch heute darf er nicht einmal mehr einreisen, so wie all seine Kollegen vom Mercator Institute for China Studies (Merics) in Berlin, dem in Europa führenden privaten Forschungsinstitut zu Politik und Wirtschaft der Volksrepublik. Peking hat die kritischen Analysten mit einem Visa-Bann abgestraft. Verstummt sind sie aber nicht.

Merics hat in einer neuen Studie analysiert, wie es mit dem Land bis 2027 weitergeht. Unser Kollege Mark Böschen hat das Papier vorab lesen können. Die zentrale Botschaft: Das chinesische Wirtschaftswunder ist vorbei. Unternehmer und Investoren müssen sich auf eine Dekade des niedrig einstelligen Wachstums oder gar der Stagnation einstellen. Wie genau die nächsten Jahre aussehen könnten, dafür haben die Forscher fünf Szenarien ausgearbeitet. Wir stellen Sie Ihnen hier vor. 

Und wenn Sie anschließend noch mehr wissen möchten: Auch in unserem wöchentlichen Podcast "Das Thema" geht es diese Woche um China. Chefredakteur Sven Clausen und unsere Kollegin Eva Buchhorn haben diskutiert, warum deutsche Unternehmen zwischen den beiden Machtblöcken USA und China zerrieben werden könnten und wie sie sich dagegen schützen. Hören Sie doch einmal rein!

Unbegrenzte Macht: Staats- und Parteichef Xi Jinping im März in der Großen Halle des Volkes am Tiananmen-Platz in Peking

Unbegrenzte Macht: Staats- und Parteichef Xi Jinping im März in der Großen Halle des Volkes am Tiananmen-Platz in Peking

Foto: Alex Plavevski / EPA

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Was uns sonst noch beschäftigt:

Auf Bewährung: DFL-Chefin Donata Hopfen

Auf Bewährung: DFL-Chefin Donata Hopfen

Foto:

Carsten Schmidt / PublicAd

  • Wie die Bundesliga-Chefin um Finanzinvestoren buhlt: Der deutsche Profi-Fußball will sich mit Milliarden internationaler Investoren vollpumpen. Das Private-Equity-Geld gilt als Schlüssel, um den Abstand zu umsatzstarken Profiligen wie der Premier League in England nicht weiter wachsen zu lassen. Die zentrale Figur bei dem Milliardenprojekt: Donata Hopfen, Chefin der Deutschen Fußball Liga (DFL). Scheitert sie, könnte der deutsche Vereinsfußball in die Zweitklassigkeit abrauschen – und sie ihren Job verlieren. Unsere Kollegen Katharina Slodczyk und Christoph Neßhöver haben sich die Sache genauer angeschaut.  

  • IT-Expertin und Biotech-Pionier ziehen in die Ruhmeshalle ein: Claudia Eckert, Informatik-Professorin an der TU München und Direktorin des Fraunhofer-Instituts für Angewandte und Integrierte Sicherheit, und Detlev Riesner, Emeritus für Biophysik und Mit-Gründer des Biotech-Konzerns Qiagen, sind in die Hall of Fame der deutschen Forschung berufen worden. Die Initiative des manager magazins zeichnet jährlich Wissenschaftler aus, deren Lebensleistung einen herausragenden Beitrag zur Weiterentwicklung der Forschung geleistet und den Wirtschaftsstandort Deutschland zukunftsfähiger gemacht haben. Eckert gilt als eine der wichtigsten Forscherinnen zur Cyber-Security, Riesner als einer der erfolgreichsten Pioniere der deutschen Biotech-Branche. Herzlichen Glückwunsch!

Die besten Originaltexte aus dem aktuellen Economist:

Unsere Empfehlung für das Wochenende:

Frische Luft nötig: Volkswagen-Chef Oliver Blume im 13. Stock des Wolfsburger Volkswagen-Hochhauses.

Frische Luft nötig: Volkswagen-Chef Oliver Blume im 13. Stock des Wolfsburger Volkswagen-Hochhauses.

Foto: Reto Klar / FUNKE Foto Services
  • Warum die Softwareprobleme von Volkswagen so schwierig zu lösen sind: Nichts drängt mehr für den neuen Volkswagen-Chef Oliver Blume als eine Lösung der Softwareprobleme. Die Tochter Cariad liegt weit hinter den Plänen, die neuen Elektronikarchitekturen – und damit auch zentrale Modelle wie der elektrische Porsche Macan – sind massiv verspätet. Blume hat deswegen eine Rettungstruppe handverlesen, die mit großem Elan gestartet ist. Unser Kollege Michael Freitag hat nun allerdings erfahren, dass die Rettungsmission bislang wenig Zählbares geliefert hat. Woran es hakt und wie es nun weitergehen soll, lesen Sie hier. 

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

Ihr Oliver Hollenstein

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.

Abonnieren bei

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.