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Eva Buchhorn

Der Freitag im Überblick Ein Kicker für Adidas und Netzwerke für jeden

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit zwei neuen CEOs in Herzogenaurach, verfehlten Klimazielen und Autos aus China.

Das fränkische Städtchen Herzogenaurach interessiert die Weltpresse nur, wenn seine beiden weltweit agierenden Sportartikelkonzerne Adidas und Puma Berichtenswertes produzieren. Heute war es mal wieder soweit, und zwar bei beiden Unternehmen gleichzeitig. Puma und Adidas wechseln ihre Chefs. Präziser: Puma-CEO Björn Gulden wird langfristig der neue Mann an der Spitze von Adidas. Das erfuhr manager-magazin-Redakteur Christoph Nesshöver heute exklusiv aus Konzernkreisen.

Der Däne Gulden wird zum Jahresende Puma verlassen und zu Adidas wechseln. Adidas-Chef Kasper Rorsted hatte bereits im August seinen Rücktritt angekündigt. Weil Gulden aus Wettbewerbsgründen bei Adidas nicht direkt auf dem CEO-Stuhl Platz nehmen kann, wird voraussichtlich der heutige Adidas Finanzchef Harm Ohlmeyer als Interims-CEO installiert. Langfristig soll aber Gulden Adidas führen.

Auch der neue Puma-Chef steht bereits fest. Es ist Arne Freundt, bislang der Mann für den Vertrieb. Er erhält einen Vierjahresvertrag ab Januar 2023. Die Aktie von Adidas reagierte umgehend und legte bis zum Mittag rund 20 Prozent zu. Papiere von Puma notierten zuletzt 1 Prozent im Plus.

Ex-Profifußballer Gulden wechselt von einem Erfolgsteam zu einem Krisenklub. Er hat Puma seit 2013 wieder zum Leuchten gebracht. Bei Adidas wird es seine Aufgabe sein, diese Leistung zu wiederholen. Lesen Sie alle Hintergründe zum spektakulären Stühlerücken  heute exklusiv auf manager-magazin.de.

Neustart: Puma-CEO Björn Gulden wechselt zu Adidas

Neustart: Puma-CEO Björn Gulden wechselt zu Adidas

Foto:

Daniel Karmann/ picture alliance/dpa

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Deutschland verfehlt Klimaziele: Zwei Tage vor dem Beginn der nächsten Weltklimakonferenz im ägyptischen Scharm el Scheich steht so gut wie fest, dass Deutschland das für das Jahr 2030 fixierte Klimaziel verfehlen wird. Die geplante Absenkung des CO2-Ausstoßes sei mit den heutigen Anstrengungen definitiv nicht zu erreichen, erklärte der Expertenrat der Bundesregierung für Klimafragen heute bei Vorstellung seines neuen Gutachtens. Um die Treibhausgasmenge wie geplant bis zum Ende des Jahrzehnts um 65 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu reduzieren, wäre eine Verdopplung der Anstrengungen notwendig.

  • RTL verfehlt Prognose: Die Flaute auf dem deutschen TV-Werbemarkt macht auch dem Medienkonzern RTL zu schaffen. Das Vorsteuerergebnis wird in diesem Jahr voraussichtlich um 100 Millionen auf 1,05 Milliarden Euro sinken, teilte die Bertelsmann-Tochter heute mit. RTL ginge damit am unteren Ende der im August zurückgeschraubten Erwartungen durchs Ziel. Konzernchef Thomas Rabe bezeichnete das zu erwartende Jahresergebnis als solide. Insbesondere die Streaming-Dienste RTL+ und Videoland tragen zum Wachstum bei.

  • Chinas Autos kommen: Ab 2025 wird Europa mehr Autos importieren als exportieren. Insbesondere China mache europäischen Herstellern mit günstigen Elektroautos zunehmend Konkurrenz, besagt eine heute veröffentlichte Studie der Beratung PWC. Hiesige Hersteller kämpfen mit Lieferproblemen und setzen vor allem auf teure Elektromodelle. Die chinesischen Hersteller stellen günstige und technisch innovative Elektromodelle dagegen. Nach PWC-Erkenntnissen schafft es kein europäisches Modell mehr unter die Top 5 der meistverkauften E-Autos weltweit.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Kältephase in der Investorenszene: Jahrelang kauften Finanzinvestoren deutsche Firmen wie im Rausch. Nun ist die Party vorüber, Private-Equity-Firmen greifen bei ihren Beteiligungen gnadenlos durch. Wie die Finanzmanager ihren Einfluss ausüben, darüber informiert unser aktueller Podcast "Das Thema": mm-Chefredakteur Sven Clausen und Reporter Dietmar Palan sprechen über den Prothesenhersteller Ottobock und den Kosmetikhändler Douglas. Zu hören heute auf manager-magazin.de

  • Neue Chefs für Red Bull: Nach dem Tod des Red-Bull-Gründers Dietrich Mateschitz organisiert der Energydrink- und Sport-Sponsoring-Konzern seine Führung neu. Oliver Mintzlaff, bislang Geschäftsführer des Fußballclubs RB Leipzig, wird neben Mark Mateschitz einer von drei Geschäftsführern von Red Bull. Er soll sämtliche Sportinvestments des Unternehmens verantworten. Mintzlaff stand seit 2014 an der Spitze des Zweitligisten aus Sachsen.

Tritt an: RB Leipzig-Chef Oliver Mintzlaff wechselt zu Red Bull

Tritt an: RB Leipzig-Chef Oliver Mintzlaff wechselt zu Red Bull

Foto: motivio / IMAGO

Die besten Originaltexte aus dem aktuellen "Economist":

  • Endlose Krise: Russlands Diktator Wladimir Putin hat die Ukraine angegriffen und im Anschluss einen Wirtschaftskrieg gegen den Westen begonnen. Zwar sind die Gaspreise zuletzt gesunken – doch Wirtschaftskrieg und Energiekrise in Europa sind noch lange nicht vorbei: die Economist-Analyse. 

  • Bittere Wahrheit: Der Klimagipfel von Paris im Dezember 2015 wurde weltweit als Durchbruch gefeiert. Doch sieben Jahre später muss man sich der unbequemen Wahrheit stellen: Das Pariser Klimaziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, wird nicht erreicht werden: die wichtigsten Folgen und Szenarien. 

Komplex: Netzwerke fördern die Karriere

Komplex: Netzwerke fördern die Karriere

Foto:

Julie Anand & Damon Sauer

Meine Empfehlung für den Abend:

  • Lob des Netzwerks: Eine neue Rolle oder ein neuer Arbeitgeber können der Karriere einen kräftigen Schub verleihen. Doch viele Führungskräfte übersehen vor lauter Anfangseuphorie den wichtigsten Faktor eines gelungenen Neustarts: das Knüpfen der richtigen Kontakte.  Ein Autorenteam des Harvard Business Managers verrät heute auf unserer Website die erfolgreichsten Strategien. Ein Beispiel: Erfolgreiche Charaktere machen nicht wahllos Leute auf sich aufmerksam, sondern bemühen sich darum, ihr Umfeld zu verstehen. Sie finden heraus, wie sie Mehrwert beisteuern können oder welche Kompetenzen sie sich noch aneignen müssen. Die besten Netzwerker sind diejenigen, die nicht unablässig senden, sondern die innere Ruhe besitzen, auch mal empfangen zu können. Im Zeitalter der Aufmerksamkeitsökonomie ist das keine triviale Erkenntnis.

  • Sie wollen erkennen, ob Sie gut mit Neuem umgehen können? Und wie Sie sich verbessern können? Dann haben wir hier noch eine Einladung für Sie: Die Kollegen vom Harvard Business manager befragen dazu den Wirtschaftspsychologen Carl Naughton, Sie können live dabei sein und Ihre Fragen stellen. Das digitale OPEN HOUSE findet am Dienstag, 8. November statt, hier geht es zur kostenlosen Anmeldung: https://live.manager-magazin.de/veranstaltungen/details/openhouse-community-talk/neues-oh

Herzliche Grüße, Ihre Eva Buchhorn

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