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Christoph Rottwilm

Der Mittwoch im Überblick Angst vor 30 Millionen Euro auf der Stromrechnung

Jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit explodierenden Stromkosten in Österreichs Skigebieten, erodierenden Umsätzen bei Adidas und zwei konkurrierenden Milliardären vom Krypto-Markt.

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Energiekrise mit exorbitanten Gas- und Strompreisen macht vielen Menschen Sorgen – einer von ihnen ist Jack Falkner. Falkner ist der "König des Ötztals" im österreichischen Tirol, reich geworden durch den Skizirkus in der Region, der in den vergangenen Jahren immer bombastischer wurde. Falkner hatte stets eine verlässliche Geldquelle: Er ist Chef und Miteigentümer der Bergbahnen Sölden, die an guten Tagen bis zu 60.000 Menschen auf die 3000er an der Grenze zwischen Österreich und Italien bringen – pro Stunde.

Aktuell dagegen hat Falkner ein gewaltiges Problem: Der Betrieb der Seilbahnen verschlingt Unmengen von Strom. Kollege Hans-Peter Siebenhaar hat den 65-jährigen Unternehmer in dessen eigenem Luxushotel in Sölden besucht. Ihm klagte Falkner sein Leid: "Ich erwarte, dass die Stromkosten um das Sieben- bis Achtfache steigen werden", sagt er. Aus drei Millionen Euro jährlich auf der Rechnung würden dann womöglich 20 oder gar 30 Millionen. "Das ist für uns nicht mehr erträglich."

Das Beispiel zeigt, was dem österreichischen Wintertourismus womöglich bevorsteht. Bergkönige wie Falkner sehen sich zu kuriosen Spartricks gezwungen. Sie wollen etwa unauffällig die Skipisten verkleinern oder die Geschwindigkeit der Seilbahnen drosseln. Sollte all das nicht reichen, droht der Branche ein Umbruch, schreibt Kollege Siebenhaar in seinem Bericht aus den Bergen . Der Schneespaß könnte wieder werden, was er früher schon war: ein Exklusivevent der Upperclass.

Trügerisches Vergnügen: Hohe Energiepreise gefährden den Skispaß in Österreich

Trügerisches Vergnügen: Hohe Energiepreise gefährden den Skispaß in Österreich

Foto: Rudi Wyhlidal / Ötztal Tourismus

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Was heute sonst noch wichtig war:

  • Wer Marcus Diekmann einmal live erlebt hat, weiß: Der Mitgesellschafter des Bike-Herstellers Rose ist kaum der Typ, der zuerst von seinen Fehlern und Schwächen spricht, wenn er das Wort ergreift. Doch Diekmann ist der Ansicht, dass in Deutschlands Unternehmen eine ehrliche Fehlerkultur fehlt. In einem Gastbeitrag auf manager-magazin.de ruft er daher dazu auf, offener mit Fehlern umzugehen. Dies sei schließlich ein Weg, am Ende zu größerem Erfolg zu gelangen. Dabei geht der Handelsexperte mit gutem Beispiel voran: In seinem Stück beschreibt Diekmann drei Fehler, die ihm selbst auf seinem Berufsweg unterlaufen sind.

  • Einfach aussteigen und nur noch tun, was wirklich Spaß macht – wer hätte davon noch nicht geträumt. Christian Bluhm, Risikochef der Schweizer Großbank UBS, tut offenbar genau das: Der Topmanager macht sein Hobby zum Beruf, schmeißt seinen Job bei der Bank hin und widmet sich künftig der Fotografie. Mehr zu diesem inspirierenden Fall finden Sie hier.

Der Karriere-Tipp des Tages:

Wie gehen wir mit Krisen um, die wir nicht beeinflussen können, die uns aber trotzdem nachhaltig sorgen? Wie begegnen wir Unsicherheiten und Unplanbarkeiten gelassen und handlungsfähig? Darum geht es im aktuellen Onlinekurs meiner Kollegen von manage › forward. In neun Modulen können Sie dort gemeinsam mit Executive Coach Karsten Drath eine persönliche Strategie für mehr mentale Stärke entwickeln. Der-Tag-Leser erhalten mit dem Code DERTAG50 50 Euro Rabatt. Hier gibt es weitere Informationen.

Meine Empfehlung für den Abend:

Großspender in Not: FTX-Chef Sam Bankman-Fired benötigt Hilfe von Binance

Großspender in Not: FTX-Chef Sam Bankman-Fired benötigt Hilfe von Binance

Foto: Craig Barritt / Getty Images for CARE For Special Children
  • Es ist mal wieder so weit: Heftige Turbulenzen durchziehen den Markt für Krypto-Währungen und lassen Bitcoin, Ethereum und Co. zweistellig einbrechen. Grund diesmal: FTX, eine der führenden Krypto-Börsen in den USA, ist wegen plötzlicher Geldabflüsse in akute Not geraten. Zu Hilfe eilt Rivale Binance, der Teile von FTX übernehmen will. Damit rücken zugleich zwei schillernde Figuren am Krypto-Markt in den Fokus: Binance-Chef Changpeng Zhao gehört zu den reichsten Leuten der Branche überhaupt, und FTX-Chef Sam Bankman-Fried war vor den Midterms in dieser Woche einer der wichtigsten Spender der Demokratischen Partei der USA. Wir stellen Ihnen die beiden Krypto-Milliardäre näher vor.

Beste Grüße

Ihr Christoph Rottwilm

P.S.: Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de .

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