Eva Buchhorn

Der Freitag im Überblick Die strahlende Rückkehr der Formel 1

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit dem überraschenden Comeback des Motorsports, einer Einheizerin für den Bahnchef und einem schlaflosen Banker.

Erinnert sich noch jemand an Bernie Ecclestone? Der Mann hat 40 Jahre lang die Formel 1 gemanagt und sie mit seinem Diktatorengehabe zuletzt kräftig in die Krise geführt. 2017 trat er ab, die Formel 1 schien damals tot und in Zeiten des Pariser Klimaschutzabkommens auch nicht reanimierbar. Doch jetzt steht die legendäre Rennserie vor dem Comeback. Sogar Volkswagen will einsteigen, mit seinen beiden Premiummarken Porsche und Audi.

Denn der Vermarkter Liberty Media hat das Geschäft mit den rasenden Boliden komplett neu aufgestellt, wie unsere Kollegen Margret Hucko und Michael Freitag in ihrem Inside-Report  beschreiben. Geholfen hat vor allem die Power der sozialen Medien, die Ecclestone noch verteufelte. Fast 50 Millionen Menschen folgen inzwischen den offiziellen Accounts der Formel 1 - kein Sport wächst online schneller.

Und dass Autorennen per se dem Klima schaden? Die Formel 1-Macher wollen glauben machen, dass sie diese Kritik im Blick haben. Liberty-Media-CEO Greg Maffei lässt verkünden, er plane für 2030 die Klimaneutralität des Rennbahn-Spektakels.

Eins hat Maffei auf jeden Fall schon geschafft: Dass Totgeglaubte länger leben - dieser Satz gilt jetzt auch für die Formel 1. Den Report über das wundersame Comeback finden Sie heute auf manager-magazin.de 

Und nicht zu vergessen die Champagnerbrause: Die legendäre Rennserie Formel 1 steht vor dem Comeback

Und nicht zu vergessen die Champagnerbrause: Die legendäre Rennserie Formel 1 steht vor dem Comeback

Foto: Dan Istitene / Formula 1 / Getty Images

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Adidas leidet unter China-Lockdown: Die aktuellen Corona-Lockdowns in chinesischen Metropolen belasten den Sportartikelkonzern massiv. Adidas hat auf seinem wichtigsten asiatischen Absatzmarkt im ersten Quartal mehr als ein Drittel des Umsatzes verloren. Adidas veröffentlichte daher heute eine Gewinnwarnung, die Aktie stürzte um mehr als 6 Prozent. Nun will CEO Kasper Rorsted auf den Wachstumspfad zurückkehren, doch Zweifel sind angebracht. Experten rechnen mit Störungen in den Lieferketten noch bis weit ins kommende Jahr.

  • Krieg belastet Fertigung: Lieferengpässe und Materialmangel infolge des Ukraine-Krieges haben die deutsche Industrieproduktion im März einknicken lassen, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Allein die Autoindustrie musste einen Produktionsrückgang um 14 Prozent verkraften. Oft fehlten Kabelbäume. Insgesamt schrumpfte das Fertigungsvolumen um rund 3,9 Prozent gegenüber dem Februar. Beobachter rechnen mit weiteren schwierigen Monaten.

Die Personalie des Tages:

  • Starke Frau für die Bahn: Mit der Berufung von Susanne Henckel zur Staatssekretärin  tariert das Bundesverkehrsministerium seinen Einfluss auf die Deutsche Bahn neu aus. Bahn-Chef Richard Lutz soll nicht amüsiert sein, denn die frühere Chefin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg gilt als erklärte Gegnerin Lutzscher Politik. Henckel möchte die Infrastruktur der Bahn stärker am Gemeinwohl ausrichten - mit dieser Position geht sie Lutz schon lange auf die Nerven. Die beiden könnten künftig noch häufiger aneinandergeraten: Sehr wahrscheinlich zieht Henckel demnächst auch in den Aufsichtsrat des Staatslogistikers ein.

Die Einheizerin: Die neue Staatssekretärin Susanne Henckel gilt als Opponentin von Deutsche Bahn-Chef Richard Lutz

Die Einheizerin: Die neue Staatssekretärin Susanne Henckel gilt als Opponentin von Deutsche Bahn-Chef Richard Lutz

Foto:

Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

  • Andrea Orcel hat in seinen drei Jahrzehnten im Investmentbanking noch auf jede Frage eine Antwort gehabt, und meist eine ziemlich eloquente. Doch mm-Bankenexpertin Katharina Slodczyk erlebte den CEO der Unicredit zuletzt eher ratlos. Der Mann kämpft nach dem Einmarsch der Russen in der Ukraine mit der Frage, ob und wie die Bank sich aus Russland zurückziehen kann. Unicredit gehört zu den westlichen Finanzinstituten mit dem größten Russland-Geschäft. Auf bis zu 7,5 Milliarden Euro kalkuliert Orcel die Kosten. Die Gefahr einer Enteignung ist real.

    Christian Sewing, CEO der notorisch krisengebeutelten Deutschen Bank, hat es da ausnahmsweise leichter. Und auch die Société Générale ist bereits einen Schritt weiter. Warum die Topmanager dieser Banken besser schlafen und worin Orcel nun doch eine Lösung seiner Probleme zu finden hofft, können Sie hier nachlesen: "Der Unicredit-Chef und das Russland-Dilemma."  

Herzliche Grüße, Ihre Eva Buchhorn