„Virus in China ausgebrochen.“ Gleich zu Beginn des neuen Jahres, am 9. Januar, erhält Volkswagens Personalvorstand Gunnar Kilian (45) die erste Warnung. Im wöchentlichen Bericht von Gesundheitschef Lars Nachbar (47) erfährt er, seit Dezember 2019 seien „in der Stadt Wuhan in der Provinz Hubei in China mehrere Fälle einer bislang unbekannten Lungenerkrankung aufgetreten.“ Man werde die Lage beobachten.

Das klingt erstmals nicht dramatisch, Sätze dieser Art liest Kilian häufiger in der Wochenendpost. Normalerweise vergisst er sie schnell wieder, doch dieses Mal wird es anders sein. 

Gunnar Kilian ist für vieles zuständig beim größtem Autokonzern der Welt. Als Herbert Diess (61) 2018 zum Konzernchef aufstieg, rückte der Generalsekretär des Betriebsrats als Personalvorstand an seine Seite. In dem Dauerkonflikt mit den mächtigen Arbeitnehmervertretern muss Kilian nun oft eine Lösung suchen. Er ist taktisch ausgebufft, man könnte ihn sich gut auch als Minister in einer Bundesregierung vorstellen. Bei VW ist er operativ stärker eingebunden als Personalvorstände in anderen Unternehmen. „Ich bin hier der Hausmeister“, hat er mal gesagt. 

Zu den Schlüsselfiguren bei Volkswagen gehört er schon länger. Im Laufe der Krise aber rückt er in einer ganz neuen Dimension ins Zentrum. Maßgeblich wird er daran beteiligt sein, dass die Fabrik in Wolfsburg herunterfährt. Und dass sie jetzt, ab dem 27. April, wieder langsam hochfährt. Es sind Balanceakte zwischen wirtschaftlichen und gesundheitlichen Zwängen. Als oberster Corona-Beauftragter von Deutschlands größtem Konzerns trifft Kilian dabei Entscheidungen, die weit über die Werksgrenzen hinaus wirken. Dies ist seine Geschichte.  

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