Was es jetzt braucht, ist Geduld. "Ich kapier' das nicht." "Doch, du willst nur nicht." "Ich mach nicht mit."

Sieben kleine Mädchen, den Nachmittag über haben sie schon Roboterautos zusammengebaut und mit Federn beklebt, Erdbeerkuchen gegessen und Apfelsaft getrunken, aber jetzt, viertel nach vier, wird es kompliziert. Auf MacBooks sollen sie Tasten programmieren, um ihre Autos fernzusteuern. Vorwärts, rückwärts, rechts, links, Tempo machen, abbremsen.

Die beiden Trainerinnen (das Wort Lehrer benutzt in der Szene niemand mehr, es heißt nur noch Coach, Mentor oder gar Inspirer) lassen nicht locker. Und tatsächlich: Allmählich bekommen die Mädchen es hin. Eine Taste nach der anderen wird belegt, und am Ende steuern sie ihre Autos per Computer durch ein Labyrinth. Alle glücklich.

Samstagnachmittag, 15 Uhr. Kindergeburtstag in der Haba Digitalwerkstatt. Jetti wird acht. Ein flacher Vorbau, Mittelweg 155 in Hamburg-Rotherbaum, ein großes Schaufenster, dahinter ein einziger Raum, ein roter USM-Spind voll mit Computern, ein 3-D-Drucker, viel Hightechspielzeug.

Jetti hätte auch auf einem Pferdehof feiern können, in einer Theaterwerkstatt oder auf einem Indoor-Spielplatz. Aber die Mutter arbeitet für eine Stiftung, der Vater ist in der Finanzbranche und viel im Ausland, und beide finden es wichtig, dass Kinder früh programmieren. Vor allem Mädchen.

Hacken statt Holzklötzchen, Programmieren statt Ponyhof, Laptop statt Lagerfeuer – die digitale Revolution erreicht die Kinder. Computerkurse (wer zeigen will, dass er sich auskennt, spricht von Coden) sind die neueste Umdrehung in der Maschinerie, mit der die Wirtschaftselite ihren Nachwuchs fit machen will für die Zukunft. Die richtige Privatschule, das richtige Internat in der Schweiz oder England, das richtige College in den USA, private Englisch- und am besten auch Chinesischkurse, kreatives Schreiben bei der Kinderbuchautorin, Klavier, Hockey, Fechten – alles gut und schön. Aber das heißeste Thema für die zukunftsbesorgten deutschen Eltern lautet: Coden.

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