Hell in Weiß und Schaeffler-grün leuchtet die Bühne der Frankenhalle, als Großaktionär und Aufsichtsratschef Georg Schaeffler (54) und sein CEO Klaus Rosenfeld (53) ihre über 700 Aktionäre begrüßen. Besonders herzlich jedoch wird eine Onlineteilnehmerin angesprochen. "Sehr verehrte Frau Schaeffler, wir sind sehr froh, dass Sie auf diesem Weg die Hauptversammlung mitverfolgen", sagt Rosenfeld.

Zwei Tage später fehlt Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann (77) auch im Kuppelsaal des Hannoveraner Congress Centrums auf dem Podium, auf dem sich die Aufsichtsräte von Continental versammelt haben. Sie schaue, so erklärt Versammlungsleiter Rolf Nonnenmacher (64) den Aktionären des Dax-Konzerns, über das Internet zu. Nonnenmachers Notiz fällt – anders als bei Rosenfeld – kühl aus; Deka-Fondsmanager Winfried Mathes geht noch einen Schritt weiter: Er kritisiert, dass die Rätin 2018 an weniger als der Hälfte der Gremiumssitzungen teilnahm (und das auch nur telefonisch). Ihr häufiges Fehlen, klagt Mathes, "lässt Zweifel aufkommen, ob eine ausreichende Wahrnehmung des Mandats im Sinne der Aktionäre möglich ist".

Die Matriarchin scheint fast wie vom Erdboden verschluckt. Seit Spätsommer 2017 reiste sie zu keiner einzigen Aufsichtsratssitzung, versäumte auch vor einem Jahr beide Hauptversammlungen. Wiederwählen ließ sie sich neulich trotzdem, für weitere fünf Jahre.

Den Grund hat sie selbst offenbart: "Das Unternehmen ist mein Leben", sagte sie 2015 in einem ihrer seltenen Interviews über die Schaeffler Gruppe. Zu der seit zehn Jahren auch Conti gehört.

Ihre Abwesenheit wird gegenüber ihren Kollegen in den Aufsichtsräten nie begründet. Vertraute sagen, es gehe ihr nicht gut, vor allem gesundheitlich. Sie verlasse ihr Haus in Kitzbühel nur noch selten. Ob ihre geliebten Salzburger Festspiele, die weltgrößte Industriemesse in Hannover, die Feier der Schaeffler-Jubilare oder selbst ihre eigene Würdigung als Ehrensenatorin der Universität Erlangen-Nürnberg vergangenen November: Nirgendwo taucht sie mehr auf.

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